2010 ins Leben gerufen, 2026 wiederbelebt: die Aktion „Keine Chance dem Drexmüll“. Foto: : Stadt Albstadt/Michael Röck

Mit der Neuauflage der Konzeption „Saubere Stadt“ sagt Albstadt Müllsündern den Kampf an. Der Bußgeldkatalog, beispielsweise für das Entsorgen von Zigarettenkippen, wird verschärft.

Die Sauberkeit in der Stadt ist Oberbürgermeister Roland Tralmer ein wichtiges Anliegen. Bereits im Jahresrückblick-Interview mit unserer Redaktion kündigte er an, dass im laufenden Jahr wieder mehr auf Sauberkeit im öffentlichen Raum Wert gelegt werden soll. Mit der einstimmigen Verabschiedung einer Neuauflage der Konzeption „Saubere Stadt“ hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einen ersten Schritt dahingehend gemacht.

 

Jährliche Wiederholung geplant

Der Kerngedanke: Die bereits im Jahr 2010 beschlossene Konzeption „Saubere Stadt“ soll wiederbelebt werden. Damals wurde die Konzeption insbesondere unter der Kampagne „Keine Chance dem Drexmüll“ in der Stadt bekannt. Mittels zusätzlicher Abfallbehälter, der Einführung eines Bußgeldkatalogs für Müllsünder sowie einer Stadtputzete und Plakatwerbung sollte das Bewusstsein für Umweltschutz und Sauberkeit in der Bevölkerung gestärkt und die Bürgerschaft aktiv einbezogen werden.

Und die Pläne für die Wiederbelebung der Aktion sind durchaus weit gediehen – und sollen insbesondere Kinder und Jugendliche mit ins Boot nehmen. Konkret als Auftakt ist in Anlehnung an den World-Cleanup-Day eine koordinierte Aktion über alle Stadtteile hinweg geplant. Zwischen Ostern und Pfingsten sollen Reinigungsaktionen mit der Hilfe von Freiwilligen, Schülern, Kindergärten, Vereinen und Co. abgehalten werden.

Müllsünder werden zur Kasse gebeten

Diese Aktion soll jährlich wiederholt werden.Die Resonanz auf die geplanten Putzaktionen ist bei Schulen und Kindergärten überwältigend: Gerechnet wurde mit 100 bis 150 Teilnehmern; inzwischen wollen weit mehr Kinder mitmachen. „Eine großartige Geschichte. Das Thema Sauberkeit in der Stadt nimmt Fahrt auf“, erläuterte Oberbürgermeister Roland Tralmer.

Außerdem will die Stadtverwaltung über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit die Bevölkerung regelmäßig auf die Themen „saubere Innenstadt“, „verbessertes Stadtbild“ und „erhöhtes Sicherheitsgefühl“ aufmerksam machen und sensibilisieren. Zusätzlich wird der ebenfalls bereits seit 2010 gültige Bußgeldkatalog für Kleinmüll verschärft. Auch dem hat der Gemeinderat zugestimmt. Mit diesem werden Tatbestände wie das Wegwerfen von Zigarettenkippen und -schachteln, Kaugummi und Lebensmittelresten geahndet.

Ein Beispiel: Das Wegwerfen von Zigarettenkippen wird künftig mit 50 Euro statt früher 20 Euro Strafe bestraft. Ebenso werden 50 Euro fällig für das Wegwerfen von Zigarettenschachteln, von Papier und Tempos sowie von Obst- und Lebensmittelresten.

Ordnungsdienst soll kontrollieren

Teurer wird es für diejenigen, die Hundekot liegen lassen, Flaschen in der Öffentlichkeit entsorgen oder dort ihre Notdurft verrichten (je 75 Euro). Ziel ist es, dass der Kommunale Ordnungsdienst regelmäßig Schwerpunktkontrollen durchführt und Verstöße auf Basis des neuen Bußgeldkatalogs ahndet.

An der Kontrolle scheiterte es bei der vergangenen Auflage von „Keine Chance dem Drexmüll“. Oberbürgermeister Tralmer gab zu, dass es zur Kontrolle des Bußgeldkatalogs schlicht an Personal fehlte.

Sponsoren gesucht

Gesucht werden indes noch Sponsoren, die die Kosten für die Reinigungsausrüstung wie Warnwesten und Greifzangen für Kinder sowie Müllsäcke für die Stadtputzeten und die Verpflegung der Teilnehmer übernehmen. Die Stadt kalkuliert dabei mit rund 3000 Euro. Die nicht durch Sponsorengelder gedeckten Kosten werden über das Budget des Ordnungsamtes finanziert.

Aus den Reihen der Gemeinderäte gab es nur Lob für den Vorschlag der Verwaltung. SPD-Stadtrat Peter Demmer betonte: „Wir nehmen die Menschen mit der Aktion mit. Wir belehren nicht, sondern schaffen Zusammenhalt über die Stadtteile hinweg.“ Stadträtin Lies Ammann von den Grünen motivierte ihre Kollegen, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Aktion zu unterstützen.

Verpackungssteuer ins Gespräch gebracht

Sie brachte in diesem Zusammenhang zusätzlich die Einführung einer Verpackungssteuer für Albstadt ins Gespräch. Oberbürgermeister Tralmer erwiderte, dass er grundsätzlich einer Verpackungssteuer gegenüber aufgeschlossen sei. Nur fehle es derzeit an Personal in der Kämmerei, das eine Verpackungssteuer erarbeiten könnte. Heißt: Erstmal soll die Neukonzeption „Saubere Stadt“ ein Erfolg werden.