In Aichhalden und Rötenberg wird die Straßenbeleuchtung nachts wieder abgeschaltet. Doch es gibt eine Abänderung, mit dem Ziel weiterhin Einbrecher abzuschrecken.
Bringt es, insbesondere für Bürgerinnen, mehr Sicherheit, wenn die Straßenlaternen die ganze Nacht leuchten? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Nach Auskunft von Bürgermeister Michael Lehrer wurde die Straßenbeleuchtung in Aichhalden und Rötenberg bis Ende des Jahres 2024 zwischen Mitternacht und 4.30 Uhr abgeschaltet. Diese Regelung habe sich über viele Jahre bewährt, da sie einen Beitrag zur Energieeinsparung leistete und die Lichtemissionen reduzierte. Nach einem Einbruch in Rötenberg an Weihnachten 2024 sei nach Rücksprache mit der Polizei entschieden worden, die Straßenbeleuchtung vorübergehend auch in der Nacht eingeschaltet zu lassen. Dadurch sollten mögliche Täter abgeschreckt und der Bevölkerung mehr Sicherheit vermittelt werden, schilderte der Bürgermeister.
Diebstahl von E-Bike
Im März 2025 seien die Lampen wieder zu den vorherigen Zeiten abgeschaltet worden, bis im vergangenen Juni ein E-Bike aus einer verschlossenen Garage in Aichhalden gestohlen worden sei. Darauf habe die Verwaltung entschieden, die Beleuchtung nachts wieder durchbrennen zu lassen. Seither sei es zu keinen weiteren Vorfällen gekommen, informierte Lehrer. Inzwischen werde aus der Bürgerschaft jedoch vermehrt gefordert, wieder zur Nachtabschaltung zurückzukehren, um die Lichtverschmutzung durch Insekten zu minimieren. Durch die LED-Lichttechnik spiele das Argument des Stromsparens durch eine Nachtabschaltung nur noch eine geringe Rolle. Allerdings dürfe der Sicherheitsaspekt nicht außer Acht gelassen werden. „Um beide Interessen – Sicherheit und Umweltschutz – in Einklang zu bringen, schlägt die Verwaltung den Kompromiss vor, die Nachtabschaltung mit einer zufälligen Steuerung an einem Tag pro Woche wieder einzuführen. So wäre für mögliche Täter nie sicher vorhersehbar, ob die Beleuchtung in einer bestimmten Nacht an- oder ausgeschaltet ist“, gab der Bürgermeister das Thema zur Diskussion frei. Rat Alexander Kunz urteilte, ein Versuch sei es wert. Eine Anpassung sei immer möglich.
Hält Licht Einbrecher ab?
Bernd Wilhelm bezweifelte, dass Licht Einbrecher von ihrem Tun abhalte. In erster Linie ginge es ihm um die Sicherheit von Personen, die zu Nachtzeiten unterwegs seien. „Frauen fühlen sich bei Licht sicher wohler, weshalb ich es wie bisher belassen würde“, argumentierte Wilhelm. Diese Ansicht vertrat auch Selina Weller.
Heike Hug berichtete von dunklen Bereichen, in denen Stolperfallen für Gefahr sorgten und die Trittsicherheit leide. Einbrecher werde man mit in der Nacht beleuchteten Straßenlampen nicht abschrecken können, räumte sie ein. Uwe Scheerer befürwortete eine Lösung mit angeschalteten Leuchten an den Wochenenden.
Einstimmig folgte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung, die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung in der Zeit von 0 Uhr bis 4.30 Uhr wieder einzuführen. Zusätzlich wurde beschlossen, eine zufällige Steuerung vorzunehmen, bei der an einem Tag in der Woche die Beleuchtung während der Nacht eingeschaltet bleibt.