„750 Jahre – welch eine Zahl!“ – den Festakt zum Gemeindejubiläum eröffneten Bürgermeister Jürgen Leichtle und Dekan Rüdiger Kocholl mit einem Blick zurück und nach vorn.
Zum Auftakt des Festakts zum 750-jährigen Jubiläum von Gemeinde und Kirchengemeinde traten Bürgermeister Jürgen Leichtle und Dekan Rüdiger Kocholl gemeinsam auf die Bühne des Gemeindehauses. „750 Jahre – welch eine Zahl, welch ein Anlass! Heute stehen wir hier nicht nur, um zurückzuschauen, sondern auch, um gemeinsam innezuhalten und zu spüren, was es bedeutet, Teil einer solchen Geschichte zu sein“, sagt Bürgermeister Jürgen Leichtle.
Ein Dank galt sodann den Ehrengästen des Abends sowie auch allen weiteren anwesenden Gästen.
„Wer war eigentlich zuerst da – die Kirchengemeinde oder die politische Gemeinde?“ – diese Frage sei in Lauterbach schon lange Thema, betonte Leichtle. Für den Festakt hätten sie sich jedoch darauf geeinigt, dass die Frage keine Rolle spielen solle. Genau aus diesem Grund hätten sie sich auch dazu entschieden, das Grußwort gemeinsam zu sprechen. „Das ist nicht gerade alltäglich und vielleicht gerade deshalb ein so schönes Zeichen der Verbundenheit und des Miteinanders hier in Lauterbach“, betonte Kocholl.
Jubiläumsjahr gemeinsam geplant
Ein weiteres Zeichen dieser Verbundenheit und des Miteinanders setzten Kirche und Gemeinde mit der Planung und Gestaltung des Jubiläumsjahres. Denn diese erfolgte, so Leichtle, nicht von der Verwaltung oder der Kirchengemeinde allein, sondern von einem eigens dafür gebildeten Festausschuss bestehend aus Gemeinde, Kirche, Vereinen, Bürgern und damit „aus der Mitte unserer Gesellschaft“, ergänzte er.
Durch das Zusammenkommen unterschiedlicher Menschen entstehen automatisch auch unterschiedliche Meinungen, aus denen schlussendlich jedoch neue Ideen entstehen könnten, die ein lebendiges Gemeindeleben ausmachten, sagte Leichtle.
Rüdiger Kocholl betont, dass es diese unterschiedlichen Interessen immer gegeben habe, sowohl zwischen den Bürgern eines Dorfes als auch zwischen Kirche und Gemeinde. Doch nur, wenn die Parteien immer wieder auf die Suche nach dem Gemeinsamen gingen, könne eine Geschichte und im Falle Lauterbachs, eine 750-jährige, entstehen.
Ein Glied einer langen Kette
„Doch was ist dieses Gemeinsame?“, fragt Jürgen Leichtle. „Es ist die Liebe zu unserem Ort. Es ist die Heimat, die wir zusammen gestalten.“ Und dieses Gemeinsame werde von Generation zu Generation weitergegeben. Wenn man von ungefähr drei Generationen pro Jahr ausginge, „dann ergibt das rund 23 Generationen, die Lauterbach geprägt haben, damit wir hier heute stehen können“, erwähnte Leichtle. „Und wir selbst sind jetzt ein weiteres Glied dieser Kette, auf dem die Zukunft aufbauen wird“, betonte er die Bedeutung eines jeden Einzelnen für die Gemeinde.
Rüdiger Kocholl blickte daraufhin genauer auf diese Kette und kam zum Schluss, dass diese nicht nur große Namen und historische Daten darstelle. „Wenn wir in diese Kette hineinschauen, sehen wir das alltägliche Leben: Das Brot auf dem Tisch, die Musik, die Freundschaften, die Hilfe in der Not. Wir sehen, dass Kirche und Gemeinde immer dann am stärksten waren, wenn sie nah an den Menschen waren und weiterhin sind.“
Im Anschluss dankten die beiden wichtigen Akteuren des Abends und denen, die zum Gelingen des Jubiläums einen wesentlichen Beitrag geleistet haben.
„Mit Zuversicht in die Zukunft schauen“
„Lassen Sie uns also heute Abend nicht nur zurückschauen, sondern auch vorausblicken. Lassen Sie uns mit Freude feiern, mit Stolz erinnern – und mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Denn die Geschichte Lauterbachs geht weiter. Und sie wird, da bin ich sicher, von Leben, von Menschen und von Gemeinschaft geschrieben werden“, betonte Leichtle mit Blick auf den Festakt und weiter: „Wenn die Geschichte Lauterbachs das Werk des Lebens selbst ist, dann sind wir es heute, die die Feder in der Hand halten.“