Die Planung ist längst abgeschlossen: Schömbergs Katholiken warten auf die Genehmigung für ihr neues Gemeindehaus am Caspar-Oechsle-Platz.
Es ist ein ambitioniertes Vorhaben. Mitten in der Altstadt von Schömberg, gegenüber von Pfarrhaus und Stadtkirche, soll ein neues geistliches Zentrum für die Kirchengemeinde St. Peter und Paul entstehen. Wenn es nach den späteren Nutznießern gehen würde, könnte der Spatenstich schon längst erfolgt sein. Aber noch hat das Landratsamt die Baugenehmigung nicht erteilt, und ohne „Roten Punkt“ dürfen die Bagger nicht loslegen.
Behörde fordert Nutzungskonzept
In der jüngsten Sitzung des Kirchengemeinderats kam der Neubau abermals zur Sprache. Und erneut konnte Architekt Daniel Hotz keine Auskunft über den Baustart geben. Er berichtete aber, dass die Behörde ihn angeschrieben und noch ein Nutzungskonzept verlangt habe. Dieses und weitere Angaben, die noch fehlten, seien, so bestätigt das Landratsamt auf unsere Nachfrage, Ende Juni in Balingen eingegangen.
Ein Nutzungskonzept lege unter anderem fest, welche Angebote und Aktivitäten stattfinden sollen, erklärte Daniel Holz. Vielleicht, mutmaßte er, sei es bei ähnlichen Gebäuden zu Problemen gekommen, hätten sich Nachbarn wegen Lärm belästigt, weshalb die Behörde nun auch dieses Papier angefordert habe.
Der Baustart ist noch unklar
Die Frage nach dem Baustart konnte Hotz nicht beantworteten – auch nicht die Pressestelle des Landratsamts. Pressesprecherin Marissa Hahn schreibt, dass sich die eingeforderten Unterlagen zur Prüfung bei der Gewerbeaufsicht befinden würden. Und weiter: „Geprüft wird, ob und in welchem Umfang die Öffnungen und die gewünschten Nutzungen im Quartier zulässig sind.“ Ihr Kollege Steffen Maier ergänzt, dass noch nicht gesagt werden könne, wann die Prüfung abgeschlossen sei. „Insbesondere beim Nutzungskonzept ist ein sehr sorgfältiger Blick notwendig“, betont er aber.
Wenn denn alles in trockenen Tüchern ist, will die Kirchengemeinde die Pläne in der Kirche aushängen. Und Daniel Hotz hofft natürlich trotz des Verzugs, „dass Sie alle viel Freude an dem Gebäude haben“.
Straßberger Architekt gewinnt Ausschreibung
Bisher nutzten die Katholiken die Alte Kinderschule in der Schweizer Straße als Gemeindehaus. Weil die Distanz zur Kirche relativ weit war, schauten sie nach einer neuen Bleibe um. Sie wurden bereits im Jahr 2022 am Caspar-Oechsle-Platz fündig. Dort soll nun ein altes Haus abgerissen werden. Die Alte Kinderschule wurde verkauft.
Für den Neubau lobte die Kirchengemeinde einen Wettbewerb aus, den der Straßberger Architekt Daniel Hotz gewann. Hotz, der den neuen gewählten Räten seinen Siegerentwurf erklärte, betonte, dass es sein Ziel gewesen sei, nichts Aufdringliches, nichts Dominierendes zu planen. Zudem habe er sich an die Altstadtordnung halten müssen.
So geht es mit dem Pfarrhaus weiter
Der Saal im Erdgeschoss an der Ecke Caspar-Oechsle-Platz zur Kaplaneigasse bekommt eine große Glasfront, Hotz ist wichtig, dass alles so offen wie möglich wirkt. Die Küche befindet sich ebenfalls im Erdgeschoss, im Obergeschoss sind Gruppenräume geplant. Das Gebäude wird in einer Vollholzkonstruktion gebaut und mit einer Wärmepumpe und einer Photovoltaik-Anlage versehen. Um der Altstadtordnung Genüge zu tun, bekommen Teile der Fassade einen Verputz.
In der Sitzung kam kurz auch das Pfarrhaus, das, so wird vermutet, unter Denkmalschutz steht, zur Sprache. Einig war man sich, dass es zum zentralen Gebäude für die Seelsorgeeinheit Oberes Schlichemtal werden soll, auch zum Hauptwohnsitz für den leitenden Pfarrer.