Pfarrer Jonathan Schneider (von links), Stefan Bertsch vom Bauausschuss der Kirchengemeinde, die beiden Kinder von Pfarrer Schneider, Silas und Hannah, Volker Lehmann, Vorsitzender des Fördervereins für die Jugendarbeit, Dieter Becker, Vorsitzender des Kirchengemeinderates, und Hausmeister Johannes Zwecker erledigen die letzten Pinselstriche an der Fassade des Gemeindehauses in Schömberg. Foto: Wolfgang Krokauer

Das Geld der Kirchen wird weniger. Einige Gebäude sollen aber gehalten werden, so auch das evangelische Gemeindehaus in Schömberg. Beim Sanieren ist eine wichtige Etappe geschafft.

Einige Gebäude der Kirchen sind in die Jahre gekommen. Dann kommt die Entscheidung, ob sie saniert oder verkauft werden sollen. Diese Frage beschäftigt auch die Verantwortlichen der Evangelischen Verbundkirchengemeinde Schömberg, Oberlengenhardt, Langenbrand.

 

Zentrale Lage Fest steht, dass das evangelische Gemeindehaus in der Brunnenstraße in Schömberg gehalten wird – allein schon wegen seiner zentralen Lage. Das macht Dieter Becker, Vorsitzender des Kirchengemeinderates, deutlich. Das Gebäude wird deshalb gerade auf Vordermann gebracht.

Streichkonzerte Bei der Sanierung ist jetzt ein wichtiger Schritt geschafft, der im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge sticht. Fleißige Helfer haben auf rein ehrenamtlicher Basis die Fassade des Gemeindehauses gestrichen. Stefan Bertsch vom Bauausschuss der Kirchengemeinde nahm das Projekt Streichkonzerte in die Hand.

Start während der Corona-Pandemie

Von Oktober 2020, also mitten in der Corona-Pandemie, bis Juli 2025 kamen drei große Streichkonzerte mit jeweils zwei bis vier Helfer zustande, berichtete Bertsch im Gespräch mit unserer Redaktion. Zwischendrin strichen einzelne Personen die Fassade, sodass insgesamt zwischen sechs und acht Helfer bei der Aktion beteiligt waren. Sie benötigten 65 Liter Farbe und leisteten rund 250 Arbeitsstunden, rechnete Bertsch vor. Das ist aber nur die Zeit, in der die Helfer strichen. Nicht mitgerechnet ist das Organisatorische drumherum.

Die Materialkosten lagen bei etwa 2500 Euro. Die Kirchengemeinde sparte dadurch rund 50 000 Euro ein. Mit eingerechnet ist der Gerüstbau, der kostenlos bewerkstelligt wurde.

Mit Stehempfang gefeiert

Den Abschluss der Streichkonzerte feierten Vertreter der Kirchengemeinde mit einen Stehempfang. Außerdem wurden in einem feierlichen Akt die letzten Pinselstriche an der Fassade angebracht. Zu Gast waren dazu neben Stefan Bertsch und Dieter Becker Pfarrer Jonathan Schneider mit seinen beiden Kindern Hannah und Silas, Barbara Steinlein, im Ortsausschuss Schömberg und im Ausschuss für Erwachsenenbildung tätig, Volker Lehmann, Vorsitzender des Fördervereins für die Jugendarbeit, und Hausmeister Johannes Zwecker. Pfarrer Schneider lobte das Engagement der Helfer. Sie hätten sich die Frage gestellt: „Wie kann ich der Gemeinde dienen.“

Erste Phase Bereits in einer ersten Phase ließ die Verbundkirchengemeinde eine neue Heizung (Gastherme) einbauen. Die große Fensterfront im großen Gemeindesaal hin zur Gartenstraße ist erneuert. Die alte Bühne wurde herausgerissen, um einen zweiten Rettungsweg mit Treppe einzurichten. Dabei ließ die Kirchengemeinde die Wand hinter der Fluchttreppe abdichten und isolieren. Auch das Dach wurde saniert.

Spenden, Rücklagen und Eigenleistungen

Das kostete knapp 113 000 Euro. Der Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Kirchenbezirk Neuenbürg steuerten dazu 51 000 Euro bei. Den Rest brachte die Kirchengemeinde über Rücklagen, Eigenleistungen und Spenden auf.

Weitere Gewerke In der gerade laufenden Phase zwei ist der Architekt mit der Feinplanung weiterer Gewerke beauftragt. In Phase drei sind die Ausschreibung und der Bau dieser Gewerke vorgesehen. Dabei geht es um den Innenausbau des Saales. Betroffen sind der Boden, die Wände und die Decke. Das Dach wird isoliert und für eine Schalldämmung gesorgt. Die Kirchengemeinde lässt die Elektroinstallation im Erdgeschoss erneuern. Auch die Toiletten im Erdgeschoss werden saniert. Sie sind künftig barrierefrei, berichtet Bertsch. Während der Bauphase ist ein Interimslagerraum nötig.

Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 375 000 Euro. Etwa 138 000 Euro steuern der Oberkirchenrat der Landeskirche und der Kirchenbezirk Neuenbürg bei. Die restlichen rund 237 000 Euro bringt die Kirchengemeinde selbst auf. Etwa 63 000 Euro kommen aus den Rücklagen. Circa 89 000 Euro sind durch Spenden hereingekommen. Damit sind, Stand Juli 2025, rund 152 000 Euro an Eigenmitteln zusammen. Damit die Kirchengemeinde mit dem Bau starten darf, sind 158 000 Euro an Eigenmitteln nötig, rechnet Bertsch vor. Damit fehlen noch rund 6000 Euro.