Auch die Backküche stand zur Debatte. Foto:  

Auch der Ortschaftsrat Gruol befasste sich mit der Frage, welche städtischen Gebäude verkauft werden können. Die Abstimmungen fielen gemischt aus.

Welche städtischen Gebäude können verkauft werden, um den klammen Stadthaushalt zu entlasten? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt auch der Ortschaftsrat Gruol in jüngster Sitzung. Auf der Liste standen dabei drei eher unspektakuläre Gebäude.

 

Für das Gemeindehaus Lämmerwiesen hat die Stadtverwaltung für die nächsten zehn Jahre Kosten in Höhe von 620 000 Euro für Unterhalt und notwendige Reparaturen kalkuliert. Ein Verkauf sei schon längere Zeit im Gespräch.

Die Krux dabei: Das Gebäude liegt in der Nähe des Kindergartens, und die Ortschaftsräte befürchten, dass das Haus nach dem Verkauf verwahrlosen könnte. Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck erklärte, beim Verkauf würde vom Käufer ein Nutzungskonzept gefordert. Daraufhin stimmte der Ortschaftsrat einstimmig für den Verkauf.

Das Schicksal des Hagastalls ist noch offen

Nicht so eindeutig war es beim Hagastall, in dem mehrere Vereine Zelte und ähnliches lagern. Die Vereine seien über einen möglichen Verkauf informiert, erklärte Ortsvorsteher Reiner Schullian; es sei auch schon im Gespräch gewesen, ob sie es selber übernehmen. Vermutlich seien aber die Kosten zu hoch.

Aus den Reihen der Räte wurde auch angezweifelt, dass das Gebäude die Stadt wirklich die angesetzten 51000 Euro Unterhalt in den nächsten zehn Jahren koste. Die Ersparnis sei also wohl nicht so groß, zumal den Vereinen eine Alternative angeboten werden müsse.

Schluck lehnte es kategorisch ab, es bei der jetzigen Situation zu belassen – man werde aber keinen Verein auf die Straße setzen. Eine Möglichkeit sei noch ein Überlassungsvertrag, bei dem die Vereine die laufenden Kosten für das Gebäude übernehmen.

Die Vereine sollen jetzt entscheiden, ob sie die Kosten für das Gebäude übernehmen wollen, ansonsten werde es verkauft, beschloss der Rat bei einer Gegenstimme.

Die Backküche erfreute sich jüngst erheblichen Zulaufs

Ganz anderes sieht es bei der Backküche aus. Für deren Erhalt schlägt nicht nur das Herz von Ortsvorsteher Reiner Schullian, der die Backküche als wichtigen Teil des Dorflebens bezeichnete.

Alle Räte waren sich einig, dass diese Institution, die in den vergangenen Jahren beträchtlichen Zulauf auch von jungen Leuten hatte, erhalten bleiben solle. Viele Bäckerinnen hätten ihm signalisiert, dass sie bereit wären, mehr für das Brotbacken zu bezahlen, so Schullian.

Den Rest des Abmangels wolle man mit ein oder zwei Aktionen pro Jahr auffangen. Die von der Stadt ermittelten Kosten für Betrieb und Instandhaltung in den nächsten zehn Jahren belaufen sich auf 72000 Euro. Der Rat stimmte geschlossen gegen den Verkauf.