Die Evangelische Verbundkirchengemeinde Schwarzenberg-Bieselsberg feiert die Einweihung ihres Gemeindehauses. Ein lange gehegter Wunsch ging damit in Erfüllung.
Unter großer Beteiligung wurde das neue Gemeindehaus der Evangelischen Verbundkirchengemeinde Schwarzenberg-Bieselsberg in Bieselsberg, Friedenstraße 56 neben der Petruskirche am Samstag termingerecht eingeweiht. Ein Herzenswunsch ging in Erfüllung, begleitet von einigen Unsicherheiten und unter großem ehrenamtlichem Engagement vieler Akteure.
Mit einem großen Festgottesdienst, verschiedenen Musikbeiträgen und Gastreden wurde die symbolische Schlüsselübergabe der neuen Begegnungsstätte in der Ortsmitte von Bieselsberg mit vielen geladenen Gästen und Bürgern gefeiert. Kirchengemeinderat Tobias Götz präsentierte dazu nochmals Visionen und Gründe für das Gemeindehaus, Posaunenchor, Dreamteam-Chor und der künstlerische Leiter des Landesjugendbarockorchesters Baden-Württemberg, Gerd-Uwe Klein an der Violine, begleiteten musikalisch die Gesamtzeremonie.
Ein Blick zurück
Entwurfsverfasser und Bauleiter Jürgen Plikat aus Neubulach erinnerte an herausragende Meilensteine. 2011 habe man erste Überlegungen für ein geeignetes Grundstück angestellt und glücklicherweise die Besitzverhältnisse schnell und einvernehmlich regeln können. 2015 folgte der Abriss des ehemaligen Gebäudes und zwei Jahre später auf dem neu erworbenen Grundstück schon der erste Gottesdienst im Freien. 2019 habe man das Bauprojekt im Gemeinderat vorgestellt. Bis zur Baufreigabe und dem ersten Baggerbiss dauerte es dann bis Februar 2024. Die Grundsteinlegung wurde am 7. Juli 2024 gefeiert, die Einweihung am 29. November dieses Jahres.
Sechs Entwürfe seien notwendig gewesen, bis der Oberkirchenrat letztendlich seine Zustimmung erteilte. Und ob das Projekt wegen den unterschiedlichen Niveaulagen der Nachbargebäude einen Meter höher oder tiefer gebaut werden sollte, beschäftigte die Gemüter außerdem über die Maßen. Man entschied sich zuletzt für einen Meter höher, was den barrierefreien Zugang von den Stellplätzen bis zum Gebäude doch eher begünstigte.
Während der spätere Baufortschritt innerhalb der zwölf Monate Bauzeit stets im Plan lag, fehlten an der Finanzierung zuletzt aber noch rund 30 000 Euro. Diese Summe erwirtschaftete man durch einen zweiten Sponsorenlauf und eine Dorfhocketse, welche vom Dorfverein „Bieselsberg-packt’s-an“ im September zugunsten des Gemeindehausprojektes. Ein erster Sponsorenlauf wurde bereits im Juli 2017 organisiert, wie auch viele weitere Veranstaltungen, um die Finanzierung abzusichern.
Insgesamt lagen die Kosten bei rund 700 000 Euro. Mehrere Fundrising-Aktionen trugen zur Unterstützung der Finanzierung bei. Das Bauprojekt wurde wesentlich aus Mitteln des Regionalentwicklungsprogrammes LEADER gefördert. Dazu kamen Zuschüsse der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, des Kirchenbezirks Neuenbürg und auch der Gemeinde Schömberg. An Spenden wurden bis heute mehr als 160 000 Euro eingesammelt.
Alle sind willkommen
Das 135 Quadratmeter große Gebäude mit großen Fensterflächen und hellem Interieur, 75 Quadratmetern Terrasse und 140 Quadratmetern Wiesenfläche steht für alle Menschen offen, wie Pfarrer Nathanael Jung und Ortsvorsteher Michael Nothacker mehrfach betonten. Über mobile Trennwände kann der große Begegnungsraum auch jederzeit schnell in kleinere Einheiten umfunktioniert werden. Alle Besucher erhielten symbolisch dafür eine Dauerkarte fürs Gemeindehaus mit aktuellem Programm aller Gruppen und Kreise und einem kleinen Gebäckstück überreicht.
Es regnet Lob und Dank
Auch Bürgermeister Matthias Leyn war voll des Lobes über das außergewöhnliche Engagement und das großartige Zusammenwirken der Kirchen- und Dorfgemeinschaft und überreichte dem Pfarrer ein großes eingerahmtes Hufeisen der Stadt Schömberg. Der Kirchengemeinderat überreichte für die besonderen ehrenamtliche Leistungen stellvertretend Dankschreiben und Geschenke.
Pfarrer Stephan Wangenwetsch überbrachte die Glückwünsche von Joachim Botzenhardt, Dekan des Kirchenbezirks Neuenbürg, zu dem auch die Verbundgemeinde Schwarzenberg-Bieselsberg zählt.
Das Förderprogramm LEADER ist ein bewährtes Instrument für die Stärkung und Weiterentwicklung des ländlichen Raums in Baden-Württemberg. Im Mittelpunkt stehen die LEADER-Aktionsgruppen (LAG). Im vorliegenden Fall war es die Aktionsgruppe Nordschwarzwald, die den Zuschuss bewilligte.
Die Landesmittel werden aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) sowie der Programme der Landschaftspflegerichtlinie (LPR) und Innovative Maßnahmen für Frauen (IMF) zur Verfügung gestellt. Hiermit können zahlreiche innovative und ideenreiche Projekte gefördert werden, wie am Beispiel des Gemeindehauses in Bieselsberg repräsentativ zu sehen ist.
Glück trotz knapper Kasse
Die Kirchengemeinde ist überglücklich, trotz immer größerem Mitgliederschwund und knapper Kassen in den Kirchen, damals noch die Zustimmung für ihr Gemeindehaus in der Verbundkirchengemeinde erhalten zu haben und besonders dankbar für die außergewöhnlich hohen Spendenzuflüsse, sagte Pfarrer Nathanael Jung.