Der Wald in Baiersbronn hat viele Funktionen, Gewinn sollte er aber abwerfen. Foto: Braun

Der Teilhaushaltsplan Gemeindeforstbetrieb für das kommende Jahr wurde zwar mehrheitlich verabschiedet, doch mit sieben Enthaltungen und einer Gegenstimme signalisierte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auch erheblichen Unmut.

Baiersbronn - Zunächst stellte Forstbereichsleiter Jan Meirle anhand einer Präsentation die Planzahlen vor. Zu den Eckdaten gehört dabei der geplante Einschlag von rund 19 000 Festmetern. Davon sollen rund 9000 Festmeter von den eigenen Waldarbeitern eingeschlagen werden, rund 10 000 Festmeter würden in Selbstwerbung erfolgen.

2000 Neupflanzungen

Außerdem sind 2000 Neupflanzungen und eine Jungbestandspflege auf 60 Hektar geplant. Rund zwölf Kilometer Waldwege sollen instandgehalten werden. Jan Meirle sprach von einer recht unstabilen Holzmarktsituation. Nach deutlichen Preisanstiegen sei nun der Holzpreis wieder auf dem absteigenden Ast.

Die finanzielle Planung für das kommende Jahr hat der Forstbereichsleiter eher vorsichtig vorgenommen. "Die Erlöse aus dem Holzverkauf sollen im Jahr 2022 größtenteils für Jungbestandspflege und Wegeunterhaltung verwendet werden", sagte Meirle.

Schwarze Null als gutes Ergebnis

Die Planung sieht Erträge von rund 1,1 Millionen Euro vor. Demgegenüber stehen Ausgaben von rund 1,05 Millionen Euro. "Es wird mit einem Überschuss von 46 900 Euro gerechnet. Dieses Ergebnis wird durch Jungbestandspflege, die Wegeunterhaltung und die Aufgabenstellungen im Bereich der Erholungsfunktion belastet", erläuterte Meirle. Am Ende sei eine schwarze Null ein gutes Ergebnis. Für das kommende Jahr sollen Dienstfahrzeuge angeschafft werden. Dafür sind Investitionen in Höhe von 50 000 Euro geplant.

Gerhard Gaiser (SPD) wies darauf hin, dass der Baiersbronner Wald nicht nur ein reiner Wirtschaftswald sei, vielmehr handele es sich um einen Erholungswald, in dem zahlreiche touristische Einrichtungen gepflegt werden müssten. "Wir müssen beim Holzeinschlag flexibel sein, wenn sich die Holzpreise ändern", sagte Gaiser.

Für einen Mehreinschlag brauche es einen Gemeinderatsbeschluss, stelle Meirle fest. Gaiser kann sich auch weiteres Personal vorstellen und fragte nach Kosteneinsparungen. "Wir haben gemeinsam im Gremium beschlossen, den Personalbestand zu verringern", erinnerte Bürgermeister Michael Ruf.

Kritik an Planung

Nicht zufrieden zeigte sich Erwin Zepf (CDU) mit der Darstellung und der gesamten Planung. "Die absoluten Zahlen sind nicht transparent. Ein Plan sollte realistisch und nicht zu pessimistisch sein", kritisierte Zepf. Die Forsteinrichtung sei kein Gesetz, man müsse entsprechend der Situation flexibel agieren.

Ludwig Wäckers (BUB) fragte nach den Einnahmen durch die Regiejagd und regte die Anschaffung von Elektroautos als Dienstfahrzeuge an. Weiterhin sprach er sich gegen eine Anpflanzung der Coloradotanne aus. Er sehe den Vorteil in klimaresistenten Anpflanzungen.

Regiejagd als Investition

Ruf sagte Alternativen bei der Fahrzeugbeschaffung zu. Jan Meirle sah die Regiejagd eher als Investition in den Wald, das Wildbret werde natürlich verkauft. "Die Coloradotanne empfiehlt die forstliche Versuchsanstalt, grundsätzlich ist eine Baumartenvielfalt gut", erklärte Meirle.

Gemeinderat Karlheinz Nestle (FWV) führte die deutlich besseren Ergebnisse der Nachbargemeinden an. Betriebswirtschaftlich gesehen müsse auch in Baiersbronn ein anderes Ergebnis stehen. "Ich finde das Ergebnis gut. Der Ansatz hätte etwas höher sein können, die Zahlen sind vielleicht etwas defensiv, aber nicht unrealistisch", entgegnete der Forstbereichsleiter.