Die Straßenlaternen werden heruntergeregelt, doch die Beleuchtung an der Rathaustreppe in Dörlinbach bleibt. Foto: Kiryakova

Viele Kommunen wollen in diesem Winter den Energieverbrauch drosseln, Schuttertal macht da keine Ausnahme. In der Gemeinderatsitzung am Dienstag hat Bürgermeister Matthias Litterst die geplanten Maßnahmen vorgestellt.

Schuttertal - Mit dem Herbst hat die Heizsaison begonnen. Angesichts der aktuellen Energiekrise und steigender Kosten sind die Kommunen angehalten, Energie einzusparen – wo es möglich ist. Da die Gemeinde Schuttertal kein Gas nutzt, bedeutet dies, dass vor allem mit Strom, Öl und Pellets achtsam umgegangen werden muss.

"Im Bereich der Straßenbeleuchtung sind wir sehr gut aufgestellt", sagte Litterst. Im Vergleich zum Jahr 2012 habe man den durchschnittlichen Energieverbrauch hier bereits von 112 Megawatt pro Stunde auf 42 Megawatt pro Stunde gesenkt. Die meisten Straßenlampen haben sparsame LED-Leuchten. Als nächster Schritt soll das Straßenlicht nun schon ab 20 Uhr (bis jetzt ab 22 Uhr) um 50 Prozent gedimmt werden. Einzelne Lampen – etwa jede zweite – auszuschalten sei aus Sicherheitsgründen dagegen nicht möglich, hieß es.

Ganz dunkel wird es durch die Dimmung des Straßenlichts in der Gemeinde freilich nicht werden, denn die Notbeleuchtung, die Rathaustreppe und die Laufwege um die Schulen und Hallen bleiben in Betrieb.

Weihnachtsbeleuchtung bleibt

Darüber hinaus will die Gemeinde in der Adventszeit nicht auf die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung verzichten. "Gerade jetzt, wo unsere Welt mehr und mehr aus den Fugen gerät und wir alle mit mehr oder weniger großer Sorge in die Zukunft blicken, wäre es meines Erachtens fatal, unsere Bevölkerung zur Weihnachtszeit im Dunkeln stehen zu lassen", sagte der Rathauschef. Demnach wird in jedem Ortsteil weiterhin ein beleuchteter Christbaum aufgestellt – und auch die Weihnachtsbeleuchtung am Schutterblick, an der Lourdes-Grotte und an der Kapelle in Dörlinbach bleibt erhalten.

Auch die Vereinsarbeit, die so wichtig gerade für Kinder und Jugendliche ist und während der Corona-Pandemie enorm gelitten hat, soll durch Energiesparmaßnahmen nicht wieder eingeschränkt werden. "Aus diesem Grund wollen wir unsere Hallen nicht schließen", ergänzte der Bürgermeister. Dennoch müsse auch dort die Heiztemperatur entsprechend angepasst werden. Die Warmwassertemperatur etwa in den Umkleiden der Sportstätten zu senken, sei dagegen wegen der Legionellengefahr keine Option. Hier bleibt nur der Appell an die Nutzer, kürzer zu duschen und so weniger Warmwasser zu verbrauchen.

In den anderen öffentlichen Gebäuden soll die Heiztemperatur gesenkt werden, ohne dabei aber die Gesundheit der Mitarbeiter zu gefährden. "Ausdrücklich ausgenommen von einer solchen Absenkung sind Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen".

Langfristig will die Gemeinde bei Bau- und Sanierungsarbeiten auf energieeffiziente Lösungen setzen. Aktuell werden die Ölheizungen im Kindergarten Dörlinbach und im Rathaus Schuttertal durch Pelletheizungen ersetzt.

Deutschland soll Gas sparen. Dafür hat die Regierung eine Verordnung erlassen, die seit dem 1. September in Kraft ist. In Arbeitsräumen in öffentlichen Gebäuden soll demnach weniger geheizt werden. In Räumen, in denen die Mitarbeiter vor allem am Computer sitzen, soll auf maximal 19 Grad geheizt werden. Führen die Mitarbeiter mittelschwere Arbeit – vor allem im Stehen und Gehen – aus, sind 16 Grad vorgesehen. Diese Regeln gelten nicht für Krankenhäuser, Kitas, Schulen.