Die Steinener Sportanlagen standen im Fokus. Foto: Alexandra Günzschel

Der Unterhalt der Sportplätze kostet die Gemeinde Steinen Jahr für Jahr eine ganze Stange Geld. Der Gemeinderat muss jetzt alles entscheiden.

Eigentlich hätte es eine Sitzung des Bau- und Umweltausschusses werden sollen. Weil der Haushalt 2026 bisher jedoch noch nicht verabschiedet wurde und sich die Gemeinde deshalb in einer Interimsphase befindet, musste der Gemeinderat als übergeordnetes Gremium erneut ran.

 

In der Sitzung ging es unter anderem um diverse Mittelfreigaben. Keine Einwände hatten die Ratsmitglieder hinsichtlich der Freigabe von 17.000 Euro zur Anschaffung einer Küche sowie Mobiliar zur Umsetzung des Ganztagsangebots an der Grundschule Höllstein. Dabei entfallen auf das Kücheninventar inklusive Elektro- und Sanitärarbeiten 15.000 Euro.

Keine Zeit verlieren

Weitere 2000 Euro werden für Materialschränke benötigt. Da die Arbeiten in den Schulferien durchgeführt werden müssen, wollte die Verwaltung bei der Beauftragung keine Zeit mehr verlieren.

Kritische Anmerkungen, aber am Ende doch einhellige Zustimmung gab es bei der Vergabe der Unterhaltungsarbeiten für den Sportplatz. Der Auftrag ging im Gesamtwert von 60.230 Euro an die Firma Moser. Auch bei dieser Entscheidung drängte die Zeit, um für das Unternehmen wichtige Fristen nicht verstreichen zu lassen.

Bei den nun vergebenen Maßnahmen geht es um eine Basispflege der drei Sportplätze im Wiesentalstadion, die im Mai beginnt. Bis in den Oktober hinein wechseln sich Rasenpflege und Tiefenlockerungsarbeiten ab, um die Plätze funktionsfähig zu halten.

Gegen Purzelkäfer

Hinzu kommt eine Behandlung der Flächen gegen den Purzelkäfer, die möglicherweise wiederholt werden muss, wie zu erfahren war. Bei dem Angebot wurde ein Energiekostenzuschlag berücksichtigt. Auf eine eigentlich vorgesehene Wurzelbildungsmaßnahme wurde jedoch verzichtet. Rund 2750 Euro konnten dadurch eingespart werden.

Norbert Götz (Bündnis) wollte wissen, ob wirklich jedes Jahr das komplette Programm durchgeführt werden müsse. „Was machen unsere Gärtner?“, fragte er und wünschte sich eine Aufstellung der Eigenleistungen der Gemeinde.

Die Eigenleistungen des TuS Höllstein sprach Rainer Dürr (Gemeinschaft) an. „60.000 Euro sind nicht gerade wenig“, bemerkte er. Eine konkrete Übersicht wünschte sich auch Stefan Glaser (CDU). Immerhin würden Stadion- und Rasenplatz auch für den Schulsport genutzt.

Rudolf Steck (SPD) wiederum erkundigte sich nach dem aktuellen Zustand der Tartanbahn. Denn offenbar wurde beim Aufbringen des Belags „geschlampt“.

Aus diesem Grund befindet sich die Gemeinde derzeit in einem Rechtsstreit mit dem Auftragnehmer. Die Bahn soll nun in der vorgeschriebenen Mindesthöhe neu aufgebracht werden. Eine Gewährleistung entfalle jedoch, wenn darauf auch Radsport betrieben würde, ergänzte Bürgermeister Gunther Braun.

Schlamperei beklagt

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung hatte im vergangenen Jahr einige Wellen geschlagen und dem Bürgermeister eine Rüge von der Kommunalaufsicht eingebracht. Es ging um die verspätete Genehmigung der überplanmäßigen Mehrkosten in Höhe von 128.680 Euro, die die Freibadsaison 2025 mit sich gebracht hatte. Braun nutzte die Gelegenheit, um sich noch einmal für sein eigenmächtiges Vorgehen zu entschuldigen. Denn er hatte seinerzeit den Gemeinderat nicht informiert. „So etwas kommt nicht mehr vor“, versicherte er.

„Wir stimmen auf keinen Fall zu. Dieses Geld fehlt jetzt im Haushalt für andere Maßnahmen“, zeigte sich Stefan Glaser für die CDU-Fraktion unversöhnlich. Die anderen Ratsmitglieder indes verhalfen der seinerzeit am Gemeinderat vorbei getätigten Ausgabe mit ihren Ja-Stimmen zur verspäteten Rechtmäßigkeit.