Kurz nach Abschluss der Erschließungsarbeiten im Schwalbenweg zeigten sich Risse im Kanal. Um die Schadensregulierung zu klären, hat sich die Gemeinde nun Rechtsbeistand geholt.
Mit der Erschließung der Bauplätze im Schwalben- und Amselweg wurde vor vier Jahren der Weg für die Wohnbebauung geebnet. Insgesamt kosteten die Erschließungsarbeiten mit allem drum und dran rund 350 000 Euro.
„Grundsätzlich waren wir mit den Arbeiten sehr zufrieden“, sagte Bürgermeister Hans-Joachim Lippus in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Bei der Abnahme des Kanals wurden allerdings Mängel entdeckt, welche die Gemeinde so nicht hinnehmen möchte.
Im Schmutzwasserkanal wurden bei der Inspektion mit einem sogenannten Kanalauge Risse sichtbar. Die Firma, die mit der Erschließung, die auch die Arbeiten im Untergrund enthält, beauftragt wurde, war laut Lippus nicht bereit, die Schäden zu beheben. „Es war ein zäher Prozess, sich mit der Firma zur Schadensbereinigung zu einigen“, berichtet der Bürgermeister.
Manschettenlösung nicht mehr möglich
Anfangs sei noch eine sogenannte Manschettenlösung möglich gewesen, mit der die schadhaften Stellen geflickt werden können. Doch bei einer erneuten Kanalbefahrung der Firma LineTec einige Zeit später, wurde das Ausmaß des Schadens noch deutlicher: Es sind erneut einige Risse dazugekommen, welche eine Reparatur mittels Manschette nicht möglich macht. „Wir wollen einen ordnungsgemäßen Kanal“, stellt Lippus klar – „wir haben schließlich dafür bezahlt“.
Rechtsschutzversicherung deckt Anwaltskosten
Aus diesem Grund hat die Gemeinde Dautmergen nun einen Anwalt hinzugezogen, der ein selbstständiges Beweissicherungsverfahren eingeleitet hat. Der entsprechende Beschluss des Landgerichts Hechingen liege bereits vor, allerdings unter der Voraussetzung vorab 4000 Euro zu bezahlen, um damit einen Gutachter beauftragen zu können. Mit der Sache wurde nun das Büro Staudacher aus Kempten beauftragt. Innerhalb von drei Monaten sollte die Beweissicherung abgeschlossen sein.
Der Rechtsbeistand kostet die Gemeinde lediglich 500 Euro Eigenanteil. Die Rechtsschutzversicherung habe, so Lippus, bereits die Schadensdeckung zugesagt. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die ausführende Firma sich ebenfalls einen Anwalt genommen hat.