Cheforganisatorin Eva Obergföll (links) und Bürgermeister Pascal Weber (rechts) freuen sich auf das Jubiläumsjahr. Die Themen Bergbau, Wein und Tabak werden dabei von Andreas Lachenicht (unten, von links), Emely Reymann und Detlef Erny repräsentiert. Foto: Obergföll

Die Gemeinde feiert 2026 ihr 800-Jähriges mit zahlreichen Veranstaltungen. Der Fokus wird dabei auf das gelegt, was den Ort ausmacht: Wein, Tabak und Bergbau.

Ringsheim hat im kommenden Jahr anlässlich des 800-jährigen Ortsjubiläums Großes vor – modern, jung und authentisch soll es sein. Das wurde bei der Vorstellung des Programms im voll besetzten Bürgerhaus deutlich. Die Themen Bergbau, Tabak und Wein werden das Jubiläumsjahr prägen.

 

„In Ringse daheim“ ist das Motto, unter dem das kommende Jahr stehen wird. „Wir wollen gemeinsam unser Ringsheim feiern“, sagte Bürgermeister Pascal Weber zu Beginn der Vorstellung. Der Gemeinderat, das Organisationskomitee und die Vereine im Ort arbeiten seit Beginn des vergangenen Jahres daran und haben sich dabei breit aufgestellt. Am 1. Januar erfolgt der Start des Jubiläumsjahres mit einem Sektempfang für alle Einwohner der Gemeinde auf dem Rathausplatz, am 31. Dezember wird das Jubiläumsjahr mit einer Silvesterparty im Bürgerhaus beendet. Die Narrenzunft der Rämässer legt im Februar mit einem Nachtumzug nach, im März wird es eine Jubiläumsgala für geladene Gäste geben, die allerdings per Videoschaltung in alle Wohnzimmer in Ringsheim übertragen werde. Die beschränkte Platzkapazität lasse nur auf diese Weise eine Veranstaltung für die zahlreichen Sponsoren zu, ohne die das Jubiläum nicht gestemmt werden könnte, wie Weber erläuterte.

Auch der Musikverein feiert ein besonderes Jubiläum

Für die Jungweinprobe der Gemeinde im April wurden die Trauben bereits vor eineinhalb Jahren geerntet, in 1226 Flaschen reifen derzeit Weißburgunder und ein kräftiger Spätburgunder im Eichenfass. Die Narrenzunft der Erzklopfer und Stolle-Hexen werden den Tanz in den Mai und den Maihock veranstalten. Ebenfalls im Mai findet ein großer Sporttag des TuS Ringsheim rund um den Kahlenberg für alle Altersstufen statt. Die Kirchengemeinde wird zusammen mit der Musikkapelle und Erzbischof Stefan Burger das Patrozinium begehen und in alter Tradition anschließend das Johannisfeuer auf dem St. Floriansplatz entzünden. Bei einem spektakulären Rennen werden im Juli Seifenkisten den Kahlenberg herunterjagen und im August Tennis mal anders gespielt.

Programm ist Ausdruck guter Zusammenarbeit

Weitere Highlights folgen im Jahresverlauf mit dem Circus Paletti, einem speziell für Ringsheim geschriebenen und dann aufgeführten Theaterstück. Das 175-jährige Vereinsjubiläum der Musikkapelle Ringsheim erfolgt im November mit großem Konzert und großer Party. „Ein sicherlich einmaliges Erlebnis“, so Weber und Ruth Volz, die das Programm vorstellten, wird der Weihnachtsmarkt 2026. Er wird am 4. Dezember, im Bereich des ZAK-Tierparks und dem Eingangsbereich des Stolleneingangs in das ehemalige Erzbergwerk seinen Platz finden. Das Jahresprogramm sei Ausdruck der erfolgreichen und aktiven Vereinsarbeit und der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde in Ringsheim, wie beide Moderatoren betonten.

Die „Gesichter Ringsheims“ – also Berufsgruppen, die in der Vergangenheit das Leben und die Kultur in Ringsheim geprägt haben – sind der Bergmann, die Winzerin und der Tabakbauer. Andreas Lachenicht wird das Jubiläum in der Rolle des Bergmanns begleiten. Emely Reymann schlüpft in die Rolle einer Winzerin in einem eigens genähten festlichen Dirndl mit Traubenschmuck. Detlef Erny spielt einen Ringsheimer Tabakbauern. Der Fotograf Christoph Nadler, mit Wurzeln in Ringsheim, vom Ettenheimer Fotostudio „You are here“, hat sie in Szene und Bild gesetzt.

Jubiläumsfest wird doppelt so groß wie das Gassenfest

Das Jubiläumsfest wird in der Ortsmitte vom 22. bis 24. August gefeiert, wie Thomas Maurer erläuterte: „Ein Gemeinschaftsprojekt für Jung und Alt.“ Das Festgelände werde im Vergleich zum Gassenfest um das Doppelte vergrößert, um ausreichend Platz für Begegnungen und Ereignisse zu haben. „Ein Fest – vier Welten“ werde es geben. Bereiche für junge Familien mit neuen Fahrgeschäften und Mitmachangeboten von den Vereinen, den Schulen und Kindergärten, für den Weinbau mit den Jubiläumsweinen, für den Bergbau und für Tabak mit einer Lounge in Zusammenarbeit mit dem Oberrheinischen Tabakmuseum Mahlberg.

20 Sponsoren sind bereits dabei

Musik auf verschiedenen Bühnen werde als „Klangteppich“ gespielt, wie Maurer ausführte. „Wir freuen uns auf jede helfende Hand“, war auch von Eva Obergföll, der Chefkoordinatorin im Rathaus, zu hören. Sie stellte den Ringsheim-Schal vor, Pullover und das Ringsemer „Fischerhütli“, das man auch schon jetzt erwerben könne. Es werde ein Kinderbuch mit dem Wichtel „Ringsi“ und der Schnecke „Traubi“ geben, die Fotos der „Gesichter Ringsheims“ und den Festkalender aus der Hand von Christoph Nadler. Sie seien schon als aktuelles Weihnachtsgeschenk erhältlich bei der Gemeinde. Und aus der Hand von Tina Zepezauer gibt es vier Magazine mit interessanten Informationen zum Ort, eine klassische Festschrift habe man nicht auflegen wollen (siehe Info).

Der Gemeinderat hat aus Haushaltsmitteln den Betrag von 80 000 Euro für das Jubiläum bereitgestellt, bisher 20 regionale Sponsoren haben ihre Unterstützung zugesagt, viele seien Geschäftspartner der Gemeinde, wie Bürgermeister Weber ergänzte.

Info – Die vier Magazine

Zum Ortsjubiläum wird ein vierteiliges Festmagazin erarbeitet. Jedes davon beleuchtet auf 48 Seiten ein Stück Ringsheimer Geschichte, Kultur und Gemeinschaft. Der erste Teil ist bereits erschienen und handelt unter anderem um Glaube, Gebäude und und die Historie der Gemeinde. Der zweite Teil ist für März/April geplant und geht um den Bergbau. Um Tabak dreht sich der dritte Teil, der Juni/Juli erscheinen soll. Das letzte Magazin, Erscheinung ist September/Oktober geplant, handelt es sich um Wein.