Eine kleine Meldung, in der stand, dass man die Öffnungszeiten des Bürgerbüros aufgrund eines Personalengpasses anpassen muss und aus demselben Grund der für Oktober geplante Krämermarkt entfällt, sorgte für einige besorgte Nachfragen aus der Bevölkerung.
„Wenn das Bürgerbüro ab sofort am Samstag zu hat, ist uns das egal. Aber den Krämermarkt absagen, das geht doch nicht“, hörte man so machen Eutinger sagen, mit dem wir auf der Straße oder am Telefon sprachen. Was hinter diese Absage und den geänderten Öffnungszeiten des Bürgerbüros steckt, das wollte die Redaktion von Bürgermeister Markus Tideman und Hauptamtsleiter Daniel Jendroska wissen.
Die Absage wird als alternativlos gesehen Beide bedauern zwar, dass es zu diesem Einschnitt kommt, doch machten sie auch deutlich, dass die Entscheidung, den Krämermarkt dieses eine Mal abzusagen, alternativlos ist. „Wir haben derzeit einfach nicht das Personal, um diese freiwillige Aufgabe im Herbst zu stemmen“, sagte Tideman und Hauptamtsleiter Jendroska erklärte, dass allein für die Vorbereitung, die Ausführung und die Nachbearbeitung um die 25 Arbeitsstunden der Mitarbeiterinnen aus dem Bürgerbüro eingeplant werden müssten. „Dazu kommen noch die Stunden vom Bauhof, der leider auch unterbesetzt ist, des Gemeindevollzugsdienstes und der Hausmeister“, machte er seine Zusammenfassung rund.
Der Krämermarkt ist eine freiwillige Leistung „Mit diesen 25 Stunden können wir das Bürgerbüro fast eine Woche offenhalten“, ergänzte Markus Tideman, der recht pragmatisch darauf hinwies, dass das Ausstellen von Ausweisen und dergleichen zu den Pflichtaufgaben einer Kommune gehört, einen Krämermarkt durchzuführen jedoch eine freiwillige Leistung sei.
Ab 2025 soll der Markt wieder zwei Mal im Jahr stattfinden Obwohl auch die beiden jährlich stattfindenden Märkte vom Haushaltskonsolidierungsausschuss unter die Lupe genommen werden, gehen die beiden Rathaus-Verantwortlichen davon aus, dass man sich ab 2025 wieder zweimal im Jahr eine neue Kittelschürze, breite Hosenträger, Feinripp-Unterhosen und gebrannte Mandeln auf dem Markt kaufen kann und seine stumpfen Messer wieder geschliffen bekommt. „Die Absage des Marktes gilt nur für dieses Jahr und ist allein der Personalsituation geschuldet“, betonte Tideman nochmals nachdrücklich.
Die Personalsituation soll sich zum 1. Januar 2025 ändern Und diese Personalsituation soll sich zum 1. Januar 2025 ändern. „Zu diesem Zeitpunkt konnten wir eine sehr fähige Mitarbeiterin gewinnen, die ideal ins Team des Bürgerbüros passt. Sie ist mit der Aufgabenstellung bereits vertraut und braucht daher keine lange Einarbeitungszeit“, zählt der Schultes die Pluspunkte auf, die die neue Mitarbeiterin mitbringt. Der Nachteil ist halt, dass sie ihre Kündigungszeit beim jetzigen Arbeitgeber einhalten muss und deshalb erst im neuen Jahr zur Verfügung steht. Bis dahin müssen die Mitarbeiterinnen des Bürgerbüros quasi mit einer Rumpfmannschaft arbeiten. „Die Auszubildende ist nächsten Monat fertig und verlässt dann die Gemeindeverwaltung“, so Daniel Jendroska, der auch darauf hinwies, dass man einen längeren Krankheitsausfall in diesem Bereich kompensieren musste und dieser Mitarbeiter inzwischen nicht mehr für die Gemeinde arbeitet. All diese Parameter haben die Gemeindeverwaltung veranlasst, die Öffnungszeiten des Bürgerbüros im Eutinger Rathaus mit denen der Ortsverwaltungen anzupassen und zu optimieren, da man für diese Öffnungszeiten immer zwei Mitarbeiterinnen braucht, die alle Pflichtaufgaben abarbeiten können. „Ich möchte diese Aufgabe, auch aus Sicherheitsgründen, nicht nur einer Person zumuten“ erklärte der Verwaltungschef hierzu.
Samstagsöffnung hat sich nicht bewährt Das man am Samstag, 6. Juli, letztmals die Samstagsöffnung von 10 bis 12 Uhr anbietet, ist zum einen der Personal- und Kostensituation, zum anderen aber auch der Nachfrage geschuldet. „Dieses Angebot war von vorneweg als Testphase angelegt“, betonte Tideman. „Nun hat sich herausgestellt, dass die Nachfrage gar nicht mal so groß war, wie angenommen. Es gab Samstage, da kamen gerade mal zwei Personen vorbei, an Spitzentagen maximal 12 bis 15 Bürger. Insgesamt hat es sich also nicht gelohnt und deshalb frieren wir dieses Angebot wieder komplett ein“.
Einige langjährige Mitarbeiter gehen bald Nochmals auf die Personalsituation und die vielen Stellenausschreibungen der Gemeinde angesprochen, hob Tideman deutlich hervor, dass man auf der einen Seite einige langjährige Mitarbeiter habe, die bald in den Ruhestand gehen und aktuell die Kindergartensituation die Einstellung neuer Mitarbeiterinnen notwendig macht.
Verwaltungsspitze spricht von normaler Fluktuation Beide Verantwortlichen sprachen von einer völlig normalen Fluktuationssituation, wie sie in jedem Betrieb dieser Größenordnung – die Gemeinde Eutingen hat in etwa 100 Mitarbeiter – vorkommt.
Es werden keine neuen Stellen geschaffen „Wir schaffen derzeit keine neuen Stellen. Im Gegenteil, wir besetzen die Vollzeitstellen gegenwärtig zum Teil nur mit halber Kapazität, um Gehälter einzusparen. Die andere Seite dieser Medaille sind Überstundenkontingente, die man irgendwann auch mal abbauen oder zumindest auszahlen muss. Das sind die Probleme, mit denen sich die Verwaltung derzeit herumschlägt und da kommen sie um solch unpopulären Entscheidungen wie die Absage des beliebten Krämermarktes nicht herum.
Stellenfreigabe ist Sache des Gemeinderats „Nun müssen wir halt das nächste halbe Jahr überbrücken, um zumindest im Bürgerbüro wieder mit voller Kraft unterwegs sein zu können“, zeigt sich Tideman optimistisch und fügt abschließend an, dass gerade in puncto Stellenfreigabe der Gemeinderat gefordert ist.
Die neuen Öffnungszeiten
Geänderte Öffnungszeiten
gibt es in den Bürgerbüros in Eutingen und den Ortschaftsverwaltungen Göttelfingen, Rohrdorf und Weitingen. Der Krämermarkt am 1. Oktober in Eutingen fällt aus.
Zeitraum
Aufgrund eines längerfristigen Personalengpasses werden die Öffnungszeiten im Bürgerbüro Eutingen und in den Ortschaftsverwaltungen Göttelfingen, Rohrdorf und Weitingen ab dem 17. Juni bis voraussichtlich 31. Dezember wie folgt geändert:
Bürgerbüro Eutingen
: Montag 8 Uhr bis 12 Uhr, Dienstag 9 Uhr bis 12 Uhr, Mittwoch 8 Uhr bis 12 Uhr, Donnerstag 14 Uhr bis 18 Uhr, Freitag 8 Uhr bis 12 Uhr.
Göttelfingen:
jeden 1. und 3. Mittwoch 16.30 bis 18.30 Uhr.
Rohrdorf:
jeden 2. und 4. Mittwoch 16 Uhr bis 18 Uhr.
Weitingen:
Montag 16 Uhr bis 18 Uhr und Donnerstag 9 Uhr bis 12 Uhr.
Selbstverständlich
können alle Ortschaftsverwaltungen und das Eutinger Bürgerbüro von allen Bürgerinnen und Bürgern unabhängig des Wohnortsteils aufgesucht werden.
Zusätzlich
findet am Samstag, 6. Juli, letztmals eine Samstagsöffnung des Eutinger Bürgerbüros von 10 Uhr bis 12 Uhr statt.
Voraussichtlich
ab dem 1. Januar 2025 sind sowohl das Bürgerbüro als auch die Ortschaftsverwaltungen wieder wie gewohnt zu erreichen.
Zudem
weisen wir darauf hin, dass in den Schulferien die Ortschaftsverwaltungen wie gehabt geschlossen sind und alle Anliegen im Bürgerbüro in Eutingen bearbeitet werden.