Der Programmpunkt "Fluch der Karibik" war ein Höhepunkt der Aufführungen in der Bürgerpark-Halle. Foto: Baublies

Mit "Memories" hat der Sportverein Solidarität am Wochenende Höhepunkte aus 40 Jahren Rollkunstlauf in Lahr präsentiert. Der Neustart ist grandios gewesen.

Lahr – Für den Verein war es nach 2020 der zweite Neuanfang. Kurz vor allen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie stieg in der Mehrzweckhalle das erste Schaulaufen. Die neue Revue "Schwarz-Weiß" kam gut an, obwohl der Verein damals Neuland betrat. Der alte angestammte Platz, die Großmarkthalle, hatte ausgedient. Die Revue im Jahr 2020 in der neuen Halle war erfolgreich, dann war Schluss. Jetzt präsentierten die vielen Läuferinnen und die Trainerinnen mit "Memories" ("Erinnerungen") Höhepunkte aus 40 Jahren Rollkunstlauf in Lahr. Auch ein Läufer war dabei.

Von der »Zeitmaschine« bis zu »Schneewittchen«

"Rokoko" stammt aus der Revue "Zeitmaschine". Die Läuferinnen in den typischen Kostümen samt Perücken präsentierten die eher steife Etikette, um dann unvermittelt zu "Rock me, Amadeus" von Falco die Frackschöße fliegen zu lassen. Anschließend steppte eine Gruppe zu "Riverdance" – wohlgemerkt auf Rollschuhen. Der "Tanz der Vampire" ist das Musical, des Roman Polanski erstmals 1997 nach dem eigenen Film aus dem Jahr 1967 auf die Bühne brachte. Im Bürgerpark fetzten die Vampirinnen gehörig zum Sound und den Lichtanimationen des Musicals. Das Kunstblut troff nur von den geschminkten Lippen der "Untoten". Die Revue war schaurig-schön.

Ganz anders war der Auftritt der sieben Zwerge, aus der Revue "Schneewittchen" nach dem ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm von Walt Disney. Es waren die Jüngsten der Schauläuferinnen, die auf der weitläufigen Bühne umhertollten und gelegentlich auch stolperten. Ob das als Malheur oder Absicht gelten sollte, war für die Zuschauer nicht zu erkennen. Wenn die Patzer tatsächlich solche waren, dann meisterten die Zwerge die Pannen sehr gut. "Die magische Bibliothek" stammt aus dem Kinderbuchklassiker "Alice im Wunderland" von Lewis Carroll aus dem Jahr 1865. Das Quartett – Alice, Hase, Hutmacher und Herzkönigin – verwirbelte mit der Kartenarmee. Alle Läuferinnen benötigten hier die gesamte Fläche. Hier war diese Revue passgenau. In der Großmarkthalle hätte schlicht die Möglichkeit gefehlt, sich so auszudehnen.

»Tom und Jerry« auf Rollschuhen

Und wer hätte gedacht, dass sich "Tom und Jerry" irgendwann versöhnen könnten. Das ist in der Revue nach der gleichnamigen Zeichentrickserie, die aus den 1940er-Jahren stammt und bis Ende der 1960er-Jahre lief, bei "Memories" passiert. Zum Lied "Danke für die Blumen", das Udo Jürgens geschrieben hat, tanzten die Maus Jerry und Kätzin Tom zum Abschluss einen wunderbaren gemeinsamen Tanz. Da war es auch egal, dass "Tom und Jerry" im Original als Kater und Mäuserich gezeichnet wurden. Der Tanz von "Sister Act" war die jüngste Erinnerung, sie gehörte zur Revue Schwarz und Weiß aus dem Jahr 2020.

»Fluch der Karibik« einer der Höhepunkte

Ein Höhepunkt war der "Fluch der Karibik". Hier zeigten die erfahrensten Läuferinnen Kunst in Vollendung. Das wurde nur noch vom Finale "Der ewige Kreis – das Beste von Walt Disney" getoppt. Die Revue zum Abschluss mit allen Beteiligten kam so gut an, dass es eine Wiederholung geben musste.

Der zweite Neustart der Rollschaushow ist zweifellos gelungen. So grandios wären die "Memories" in der Großmarkthalle nicht möglich gewesen.

16 Szenen

Die Revue "Memories" bestand aus 16 Szenen, die Höhepunkte der vergangenen 40 Jahre gezeigt hat. Ellen Karotsch war für die Choreografie und die Gesamtleitung der Erinnerungen verantwortlich. Sonja Kucharzewski sorgte für Kostüme und Organisation. Licht, Effekte und Requisiten haben Eltern der Schauläuferinnen organisiert.