Gelungene Premiere Burladinger Bläsertage kommen prima an

Von Stephanie Simon 

Rund um und vor allem in der Stadthalle Burladingen lag am Wochenende Musik in der Luft: Der Leiter der städtischen Musikschule, Musikdirektor Thomas Wunder, hatte zu den "1. Burladingen Bläsertagen" eingeladen.

Die Musiker, gesehen von ganz oben Foto: Simon

Burladingen - Teilnehmer aus allen Jugendkapellen der Gesamtstadt Burladingen waren gekommen. 65 Kinder und Jugendliche spielten den ganzen Samstag und lernten neben neuen Stücken auch neue Mitspieler kennen. Eine bunte Mischung von Blasmusikliteratur verschiedener Schwierigkeitsstufen und unterschiedlicher Charaktere wurden den Aktiven nahegebracht.

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So entstand die Idee zu den Bläsertagen

"Nach Corona haben es viele Vereine doppelt schwer, neue Musiker zu gewinnen und die bisherigenMitglieder zu motivieren", sagte Thomas Wunder. "Als die Regln für den Probenbetrieb gelockert wurden, war mir klar, dass wir uns für den Nachwuchs etwas besonderes einfallen lassen müssen. So entstand die Idee zu den Burladingen Bläsertagen."

Eine gelungene Idee, denn die vielen Jungmusiker stellten gleich am zweiten Tag der Veranstaltung ihr Können unter Beweis und präsentierten in einer Konzertmatinée zwei der neu erlernten Werke. Wunder begrüßte am Sonntagvormittag 200 Gäste, darunter den Bürgermeister der Stadt, Davide Licht. So war die Stadthalle quasi ausverkauft, denn das Orchester hatte - aus Platzgründen - vor der Bühne Platz genommen.

Adrenalin im Blut

Mit einer gehörigen Portion Adrenalin im Blut marschierte das Newcomer-Orchester in die Halle und begeisterte das Publikum mit dem Marsch "The Children of the Shrine" von James Swearingen. Robert Nadler vom Musikverein Ringingen, der neben Thomas Wunder als Organisator und Motor für das Projekt fungierte, übernahm für "We Are The World" den Taktstock von Wunder, und der erste Gänsehautmoment des Tages stellte sich mit dem Refrain des Songs von Lionel Richie und Michael Jackson ein. Die vielen Besucher spendeten enormen Applaus. Der Stolz war den jungen Musikern ins Gesicht geschrieben, als sie die Halle verließen, um einem zweiten Jugendorchester Platz zu machen.

"Re-Start-Konzert" des KVJO

Für die Matinée zum Abschluss der Burladinger Bläsertage hatte der Musikschulleiter die Junge Bläserphilharmonie Zollernalb zum "Re-Start-Konzert" eingeladen. Thomas Wunder: "Ebenso wie die sinfonische Blasmusik an sich ist auch das Kreisverbandsjugendorchester (KVJO) mit Burladingen verwurzelt. Der kürzlich verstorbene ehemalige Musikschulleiter und langjährige Dirigent der Stadtkapelle Burladingen, Hans Schellinger, sei einer der Gründer dieses Orchesters und dessen erster Dirigent gewesen. "Deshalb ist es mir eine besondere Freude, dass das erste Konzert nach der Corona-Pause hier in Burladingen stattfindet", sagte Wunder. Er selbst prägte die Junge Bläserphilharmonie Zollernalb zehn Jahre als Dirigent.

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Premiere als Dirigent

Mit dem Re-Start feierte Kreisverbandsdirigent Jürgen Schnitzler seine Premiere als Dirigent der Formation. Er führte mit viel Hintergrundwissen durch das Programm und schiffte seine Mannschaft an mancher musikalisch heikler "Klippe" vorbei. Das KVJO eröffnete den zweiten Teil der Matinée mit "Jubilance", einem Werk aus der Feder von Benjamin Yeo aus Singapur.

Eine teuflische musikalische Reise

Weitere große Musikstücke präsentierten die mehr als 40 jungen Musiker: Unter anderem mit der Komposition "Between Two Worlds" von Otto M. Schwarz entführten sie das Publikum nach Kanada in eine Zeit, in der die Holzfäller den Winter weit entfernt von ihren Familien in kargen Lagern zubrachten. Doch der Legende nach gingen sie einen Pakt mit dem Teufel ein, um Silvester im Kreise der Liebsten feiern zu dürfen. Eine teuflische musikalische Reise, die durch malerische Klänge, bedrohliche, monumentale, aber auch tänzerische Passagen mit dynamischen Wechseln die Hörer begeisterte.

Selbstverständlich durften Orchester und Dirigent erst nach langem Applaus und dem "Police Academy Marsch" als Zugabe die Stadthalle verlassen.

Die gelungene Premiere der Bläsertage legt - so wünschen es sich die Teilnehmenden und der Veranstalter - den Grundstein für weitere Aktionen dieser Art.

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