Die Bürgerstiftung Lörrach lädt zu einem fulminanten Abend in den Burghof ein. Erstmals wird dabei auch Exklusives versteigert.
Wenn fünf Spitzengastronomen ehrenamtlich um die Wette kochen, eine Tombola mit attraktiven Preisen winkt und Mitglieder der Städtischen Musikschule für hervorragende musikalische Unterhaltung sorgen, dann ist es wieder so weit: Die Bürgerstiftung hat zu ihrer Benefiz-Gala in den Burghof eingeladen.
Es gab auch einige Neuerungen
Neben dem altbewährten Konzept gab es in diesem Jahr auch Neuerungen: Erstmals wurden am Abend drei Objekte beziehungsweise Dienstleistungen versteigert, die es nirgendwo zu kaufen gibt, und der Bürgerpreis der Stiftung ging zum ersten Mal an zwei Personen gleichzeitig.
Außerdem gab es Änderungen beim langjährigen Wirte-Team. Nach dem Ausscheiden der „Mühle“ in Binzen und dem Restaurant „Glöggler“ in Schopfheim erwiesen sich Sternekoch Nicolai Widmer vom Hotel „Eckert“ in Grenzach-Wyhlen und Afrim Nikqi vom „Peja“ in Lörrach als würdige Neulinge in der Runde.
Gastronomie: Wer die Wahl hat, hat die Qual
Die zahlreichen Gäste mussten sich bei den vier Gängen am Abend jeweils zwischen ihnen und den bewährten Benefiz-Gastronomen der Restaurants „Krone“ in Inzlingen, „Maien“ in Tüllingen sowie dem Inzlinger Wasserschloss entscheiden – für das Publikum wohl die größte Herausforderung des Abends.
Durch das Programm führte, wie schon im vergangenen Jahr, Burghof-Chef Timo Sadovnik. In seiner Begrüßung wies er darauf hin, dass es sich bei Bürgerstiftungen um ein weltweites Phänomen handelt. Allein in Deutschland gebe es 400 solcher Vereinigungen, die den Sozialstaat sinnvoll ergänzten. In Lörrach würden sich viele Menschen auch mit ihrer Zeit und ihren Ideen an dieser großartigen Institution beteiligen.
Schließlich wurde mit Claudia und Andreas Pannach ein Ehepaar mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet, das sich seit Jahrzehnten um den Schwimmsport in Lörrach verdient gemacht hat. Bezeichnenderweise kam Claudia Pannach an diesem Tag direkt von einem Wettbewerb in Karlsruhe, bei dem sie es aufs Siegertreppchen geschafft hatte. Die Freude über diese zweite Ehrung am Tag stand ihr ins Gesicht geschrieben.
Schwimmer hätten Fähigkeiten, die wir alle gut brauchen könnten, erklärte Ute Lusche, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung. Sie müssten ins kalte Wasser springen, sich über Wasser halten und auch mal gegen den Strom schwimmen. Eine Ansicht, der Veit Vogel, stellvertretender Leiter der Abteilung Schwimmen beim TSV Rot-Weiß Lörrach, in einem wesentlichen Punkt widersprach: „Schwimmer springen nicht gern ins kalte Wasser!“, klärte er das amüsierte Publikum auf.
Würdigung des Engagements per Video
Die Würdigung des Engagements der Eheleute Pannach begann mit Videobotschaften aktueller und ehemaliger Vereinsmitglieder. „Ihr habt es geschafft, dass sich der Verein wie eine zweite Familie anfühlt“, tönte es beispielsweise von der übergroßen Leinwand hinab, bevor Vogel als Andreas Pannachs Stellvertreter das Wort ergriff. Das Ehepaar sei aus dem Schwimmsport eigentlich nicht wegzudenken, betonte er. Für Claudia Pannach hatte er grob überschlagen mindestens 500 ehrenamtliche Stunden pro Jahr errechnet, für Andi Pannach, der einst von seinem Neuenburger Verein abgeworben wurde, kam er sogar auf 700 Stunden.
Schließlich stellte sich Musikschulleiter Christoph August auf die Bühne und animierte das Publikum zwischen zwei Gängen zu ein wenig Bewegung. Auch verwies er auf die hervorragende Band, die im Foyer für Unterhaltung sorgte – „die Crème de la Crème des Lörracher Jazz“. Weitere Pausen wurden von bekannten Lörrachern wie dem Oberbürgermeister, seiner Vorgängerin und der Landrätin zum Losverkauf genutzt.
Die Verlosung der Hauptpreise erfolgte noch vor dem Dessert. Zu gewinnen gab es Reise- und Essensgutscheine, eine Weinprobe, ein Carsharing-Paket, ein Cabrio-Wochenende, ein Fitnessstudio-Jahresabo sowie das Bild „Lörrach City“ von Juri Junkov.
Launige Versteigerung mit Marker und Weiß
Schließlich betrat mit André Marker und Isolde Weiß das zweite Paar des Abends die Bühne: Launig betätigten sie sich bei der Versteigerung als die Auktionatoren. Dabei ging das Bild „Masha Kaleko“ der Künstlerin Beate Fahrnländer für 1000 Euro an den Wittlinger Trompeter Kevin Pabst. Ahmad Schah Painda von der Galerie Painda bot dem Höchstbietenden eine Auswahl seiner Orientteppiche mit Rundumservice samt Beratung an. Nach einem spannenden Bieter-Wettstreit erhielt die Bürgerstiftung hierfür 1300 Euro. Nicht minder spannend ging es bei der letzten Versteigerung zu. Geboten war ein exklusives Gastroerlebnis für zwei Personen am „Chefs Table“ – mitten in der Küche - im Sternerestaurant „Eckert“. Für 1200 Euro will die Höchstbietende damit nun ihren Partner überraschen.