Die Schwenninger Wild Wings um Maximilian Hadraschek, Boaz Bassen und Travis Turnbull (von links) haben am Samstag gegen München einen Heimsieg fest im Blick. Foto: Eibner

Eishockey: Schwenninger könnten bei einem Sieg sogar Tabellenführung der DEL-Gruppe Süd übernehmen.

Gelingt auch gegen Etatkrösus München eine Revanche? Die Wild Wings sind heiß auf das nächste Aufeinandertreffen mit dem dreifachen Meister aus Bayern. Klares Ziel am Samstag (17.30 Uhr) in der heimischen Helios-Arena: die Revanche für die 2:3-Heimniederlage gegen München am vergangenen Sonntag. Dann könnten die Wild Wings sogar wieder die Tabellenführung der DEL-Gruppe Süd übernehmen.

Leidborg gibt Richtung vor

Daran denkt Gunnar Leidborg aber nicht. Für den Co-Trainer der Schwenninger geht es vielmehr erst einmal darum, "dass wir gegen dieses Top-Team einen kühlen Kopf bewahren und die richtige Balance in unserem Spiel finden". Der 66-Jährige will also am Samstag "mutige", aber keinesfalls "übermütige" Wild Wings sehen. Das Agieren sei auch gegen München sehr wichtig, doch die Defensive müsse sich auf sehr druckvolle Bayern einstellen.

Brückner fällt aus

Dabei kann Benedikt Brückner nicht helfen. Der erfahrene Verteidiger fällt rund vier Wochen lang mit einer Oberkörperverletzung aus. Da wohl David Cerny als 13. Stürmer eine Chance erhalten wird, plant Leidborg mit nur sechs Verteidigern gegen München. Das Schwenninger Gehäuse soll weiter der zuletzt nicht nur beim 3:1-Derbycoup in Mannheim überragende Joacim Eriksson hüten. "Er strahlt sehr viel Ruhe aus", lobt Leidborg seinen schwedischen Landsmann.

Nicht "kompliziert"

Klar, dass auch Will Weber vom Goalie begeistert ist. Der Verteidiger fiebert dem Spitzenspiel gegen die Bayern entgegen. "Das wird eine tolle Partie. Wir dürfen nicht zu kompliziert spielen", blickt der Verteidiger voraus.

"Schießbuden-Alarm"

"Schießbuden-Alarm beim EHC Red Bull München!" So titelte die Abendzeitung nach der 5:6-Heimpleite im jüngsten Derby gegen Augsburg. In der Tat: Ausgerechnet in seinem 900. Spiel als Trainer in der DEL musste Erfolgscoach Don Jackson mit ansehen, wie seine so ambitionierten Schützlinge im siebten Spiel schon den 22. Gegentreffer kassierten. Bei einer Niederlage am Bauchenberg hätten die Bayern schon fünf Punkte Rückstand auf die Wild Wings. Nun hofft Jackson, dass bald wieder Stammkeeper Danny aus den Birken (Beinverletzung) zwischen den Pfosten steht. Ein Einsatz in Schwenningen kommt für den Olympia-Silberhelden von 2018 wohl aber noch zu früh.

Tripcke ist begeistert

Die DEL zieht übrigens ein positives Startfazit der kompliziertesten Saison in der Geschichte. "Wir sind sehr zufrieden. Bei aller Konkurrenz ist eine Aufbruchstimmung zu spüren", sagte Geschäftsführer Gernot Tripcke. Sportlich ist Tripcke vom "sehr hohen Unterhaltswert" der Spiele begeistert, die Schere zwischen Topteams und Underdogs sei nicht – wie befürchtet – größer geworden. Und das trotz Gehaltsverzichts von bis zu 60 Prozent. Ohne das Entgegenkommen der Spieler wäre die Saison niemals zustande gekommen. Auch so ist die Spielzeit für die Gesellschafter der 14 Klubs angesichts von Umsatzeinbußen von bis zu 80 Prozent ein teures Vergnügen. Auch deshalb sei der bisherige Erfolg der "We stick together"-Aktion sehr wichtig – Fans haben schon rund 600 "Pappaufsteller" geordert, so Wild-Wings-Sprecher Krischan Läubin.

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