HBW-Spielmacher Yonatan Dayan ist derzeit alles andere als leicht zu bremsen – wie hier von Essens Alexander Becker. Foto: Beytullah Kara

Der HBW Balingen-Weilstetten geht mit großen Personalproblemen ins Zweitliga-Duell beim TV Großwallstadt. Aber auch die Gastgeber bangen um einige Spitzenkräfte.

Es läuft beim HBW Balingen-Weilstetten. Fünf Zweitligaspiele in Serie hat das Team von Trainer Matti Flohr gewonnen. Sich dabei in Sachen Torverhältnis ein Plus von 52 Treffern erarbeitet. Beim TV Großwallstadt wollen die „Gallier“ weiter auf der Erfolgswelle surfen (Samstag, 19.30 Uhr, Untermainhalle Elsenfeld). Dabei pfeifen sie personell aus dem letzten Loch.

 

Personell ein Ritt auf der Rasierklinge

Doch die Mannschaft um den seit Wochen stark auftrumpfenden Kapitän Tobias Heinzelmann trotz den großen Personalsorgen seit Wochen. Mit den Spielmachern Elias Huber (Knie), Magnus Grupe (Oberschenkel), dem Rückraumrechten Merlin Fuß (Ellenbogen), Rechtsaußen Elias Fügel (Knie) und Linksaußen Tim Ruggiero-Matthes (Schulter) und Kreisläufer Bennet Strobel (Knie) fiel zuletzt eine komplette Sechs lädiert aus. Und dennoch lösten die „Gallier“ ihre Hausaufgabe herausragend, sendeten mit einem 43:26-Kantersieg über TuSEM Essen ein Zeichen an die Konkurrenz. „Wir laufen wirklich auf der letzten Rille. Aber die Jungs, die auf der Platte standen, haben das richtig gut gemacht. Es ist einfach schön zu sehen, wie die Jungs die Ideen umsetzen. Harte Verteidigung, hohes Tempo nach vorne und dort immer wieder den Weg in die Tiefe suchen“, sagt HBW-Coach Matti Flohr. Doch wie lange geht der Ritt auf der Rasierklinge beim Tabellenzweiten noch gut?

Das Ding mit der Belastungssteuerung

„Wir werden das wieder so machen, wie wir das in den vergangenen Wochen gemacht haben. Wir müssen die Belastung möglichst gut auf verschiedene Schultern verteilen. Das ist taktisch durchaus eine Herausforderung. Wenn wir etwa mit drei Rechtshändern im Rückraum spielen, um Csaba Leimeter auf halbrechts eine Pause zu geben, soll das ja nicht nur im Angriff funktionieren. Das muss auch beim Tempospiel nach vorne, beim Rückzug und dann in der Verteidigung passen“, sagt Flohr.

Auch der Altmeister hat Sorgen

Am Samstag muss der HBW beim TV Großwallstadt ran. Der Altmeister nimmt mit einer Bilanz von 11:9 Punkten (323:311 Tore) den achten Platz im Tableau ein. „Der TVG hat einen sehr ausgeglichenen und tief besetzten Kader und zuhause bisher sehr gut performt. Da kommt eine enorme Angriffspower mit hohem Tempo auf uns zu. Das wird für uns die vielleicht schwerste Auswärtsaufgabe bisher“, sagt Flohr.

Ein Hauch von THW Kiel

„Wie Großwallstadt immer wieder die Außen mit Übergängen einbindet erinnert an den THW Kiel“, so der HBW-Coach weiter. Und das kommt nicht von ungefähr, denn vor seinem Engagement beim TV Großwallstadt trainierte André Lohrbach die A-Jugend er Zebras und deren Kooperationspartner TSV Altenholz. Doch auch Lohrbach, dessen Team zuletzt bei Spitzenreiter VfL Eintracht Hagen mit 39:40 unterlag, hat Personalsorgen. Er bangt vor dem Duell mit dem HBW um die starken Rückraumspieler Sebastian Trost, Yessine Meddeb, Maximilian Horner – er wird den Club nach der Saison verlassen – und Finn Wullenweber .

Flohrs Meisterstück 2019

Flohr ist zuversichtlich

HBW-Coach Flohr, der übrigens im Juni 2019 seine letzte Partie als Spieler der „Gallier“ beim TV Großwallstadt bestritt und mit ihnen durch einen 31:21-Erfolg die Zweitliga-Meisterschaft perfekt machte, geht zuversichtlich in die Begegnung. „Unser Torverhältnis ist für mich ein Zeichen von Qualität und Charakter. Wir haben die Qualität und wir haben den Charakter unser Spiel bis zum Ende durchzuziehen. Wir waren bei unseren Siegen noch nie auf Dusel angewiesen. Das hebt uns von anderen Mannschaften ab, und das gibt Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.“