Ernste Miene zum guten Spiel: Vorstandsvorsitzender Peter Rottenecker (rechts) und Vorstandskollege Reiner Richter sind mit der Bilanz des vergangenen Jahres sehr zufrieden Foto: Köhler

Die Volksbank spürt einen leichten Aufschwung in der Konjunktur: Sowohl Firmen als auch Privatleute aus der Region würden wieder investieren.

Mit einer Übersicht vieler wohlwollender Schlagzeilen der lokalen Medien stieg Vorstandsvorsitzender Peter Rottenecker am Mittwoch im Wertehaus in die Bilanzpressekonferenz ein. Der Grund: Man wolle den Erfolg der so genannten „Strategy Map 2025“ auswerten – und daher auf die vergangenen fünf Jahre zurückblicken.

 

Rückblick: Seit 2020 habe die Volksbank Lahr „sicher nicht alles“, aber doch sehr viel richtig gemacht, so Rottenecker. Während sich Mitbewerber immer mehr aus der Fläche zurückziehen – zuletzt schloss die Postbank-Filiale in Lahr –, sei die Volksbank in Rust und in Ichenheim, wo die neue Filiale kommende Woche den Betrieb aufnehmen wird, an zwei Orten als einziger Branchenvertreter präsent. Für Rottenecker das Ergebnis der Schlagworte „Zusammenhalt, Mut, Heimatliebe und Wertschätzung“, unter die er seinen Vortrag stellte. Der Anspruch sei es, auch in unsicheren Zeiten den Kunden „Orientierung, Stabilität und Verlässlichkeit“ zu bieten.

Bilanzsumme: Die Zahlen aus dem abgelaufenen Jahr bestätigen Rottenecker in seiner Überzeugung: Die Bilanzsumme hat sich im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent auf mehr als 3,3 Milliarden Euro erhöht. Das betreute Kundenvolumen hat die Volksbank um vier Prozent auf 6,75 Milliarden Euro steigern können.

Mehr als doppelt so viele Firmenkredite

Kredite: Bemerkenswert: „Im Jahr 2025 haben wir als Volksbank Lahr eine Trendwende hin zu einer stärkeren Kreditnachfrage gesehen“, erklärte Rottenecker. Das spiegele sich in Zahlen wider: Die Bank hat 2025 neue Kredite mit einem Gesamtvolumen von 395 Millionen Euro vergeben – eine Steigerung um 43,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei Privatkunden beträgt die Steigerung 30,4 Prozent, bei Firmen 53,1 Prozent. Ein Trend, der vor allem im ersten Halbjahr des Vorjahres sichtbar war, erläuterte Rotteneckers Vorstandskollege Reiner Richter. Nach einer Delle im zweiten Halbjahr spüre man aktuell aber wieder einen Aufschwung – und zwar beim Wohnungsbau wie auch bei Firmen-Investitionen. Man sei nun etwa wieder auf dem Niveau vor den Krisen um Ukraine und Corona angekommen. „Es kommt langsam wieder in die Gänge“, kommentierte Rottenecker. Man sehe aber noch weiteres Potenzial nach oben. Im laufenden Jahr werde man alle machbaren Kreditnachfragen der Kunden befriedigen können. Unter anderem durch das „überdurchschnittliche bilanzielle Eigenkapital“, das die Volksbank um vier Prozent auf 361,4 Millionen Euro steigern konnte, könne man mögliche Kreditrisiken sehr gut abfedern.

Mitarbeiter: Die Zahl der Mitarbeiter ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen: von 412 auf 423. Peter Rottenecker freut das: „Wir haben kein Problem, Azubis zu finden. Wir haben kein Problem, Stellen nachzubesetzen.“ 2025 habe man etwa so viele Quereinsteiger eingestellt und „fit gemacht“ wie noch nie. Gleichwohl sollen Digitalisierung und KI vermehrt Einzug halten, um „mit gleichem Personal mehr Geschäft zu bewerkstelligen“. Rottenecker denkt da an Chatbots und Avatare, die einzelne kleine Anfragen abhandeln. „Bei individueller Beratung setzen wir aber weiterhin auf unsere Mitarbeiter“, versichert der Vorstandsvorsitzende.

Krypto wird kommen

Neuheiten: 2026 werde man sich Krypto-Währungen öffnen, kündigte Richter an, ohne weiter ins Detail zu gehen. Auch das Thema Cyber-Risiko-Versicherung werde man stärker verfolgen. Außerdem habe man sich vorgenommen, den europäischen Sofortzahlungsdienst Wero noch bekannter zu machen, um weniger abhängig vom amerikanischen Pendant Paypal zu sein.

Ausblick: „Wir waren wirtschaftlich, strategisch und menschlich erfolgreich“, lautete Rotteneckers Fazit der vergangenen fünf Jahre. Vor allem der wirtschaftliche Erfolg gebe Gestaltungsspielraum für die Zukunft und die neue Strategie „die Volksbank Lahr im 2030“. Was dahinter steckt, wollte der Vorstandsvorsitzende am Mittwoch noch nicht verraten. „Die Mitarbeiter sollen es zuerst hören.“

Schließfächer sicher?

Nach dem Millionendiebstahl in einer Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen im Dezember kam die Frage auf, ob die Volksbank Lahr daraufhin die Sicherheit ihres Tresorraums überprüft habe. „Ja“, bestätige Richter, man habe jedoch keinen Anlass gesehen, Nachbesserungen vorzunehmen. „Wir gehen nicht davon aus, dass etwas passiert“, so Richter. Er wolle jedoch besorgten Kunden nahelegen, eine Versicherung abzuschließen für ihre eingeschlossenen Werte. Die seien nämlich nicht nur bei einem Einbruch, sondern auch etwa bei einem Brand futsch.