Die Trossinger Volksbank widersetzt sich seit vielen Jahren dem Trend der Branche, kleinere Banken zu größeren Gebilden zu fusionieren. Das soll so bleiben, wie während der Generalversammlung deutlich wurde. Dort war auch der ehemalige Handball-Profi Martin Strobel zu Gast.
Zur Generalversammlung waren 243 Stimmberechtigte ins Konzerthaus gekommen. Mit Blick auf das Jahr 2023 sei das überdurchschnittliche Eigenkapital ein sehr gutes Fundament für die weitere Entwicklung der Bank, sagte deren Vorsitzender Michael Weisser.
Die Bilanzsumme habe sich um 2,2 Prozent auf rund 317,9 Millionen Euro erhöht. „Die Anforderungen an Banken unserer Größe werden nicht einfacher“, so Weisser, die Entwicklung im derzeitigen Umfeld werde auch in den nächsten Jahren vieles abverlangen.
Weichen sind gestellt
Dennoch seien sich Vorstand und Aufsichtsrat einig, die Selbstständigkeit der Volksbank Trossingen auch mit einem Wechsel im Vorstand zu erhalten. Die Weichen seien gestellt. „Zum 1. Oktober wird mein Nachfolger, Jörg Gompper, seine Tätigkeit in Trossingen aufnehmen und gemeinsam mit Stefan Kern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Entwicklung der Volksbank Trossingen zukunftssicher und stabil weiter voranbringen“, sagte Weisser, der nach 20 Jahren in den Ruhestand gehen wird. Sowohl das zukünftige Vorstandsmitglied Jörg Gompper als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Lachenmaier konnten krankheitsbedingt an der Versammlung nicht teilnehmen.
Schwieriges Marktumfeld
„Die Zukunftsfähigkeit der Volksbank Trossingen für die nächsten Jahre ist gegeben“, so Michael Weisser. „Wir sind der Meinung, dass die eigenständige Volksbank Trossingen für unsere Kunden und Mitglieder, die Stadt und die Region Trossingen wie auch für die Mitarbeiter sehr viele Vorteile bietet“, deshalb werde auch in Zukunft an der Eigenständigkeit gearbeitet.
Die Entwicklung der Bilanzzahlen für das laufende Geschäftsjahr 2024 sei im schwierigen Marktfeld stabil. Mit dem ordentlichen Ergebnis sei man aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus, das im Jahr 2024 nochmals deutliche Einbußen beim Zinsergebnis für die Bank aufweise, nicht zufrieden. „Aufgrund von Fälligkeiten im eigenen Wertpapierbestand sind wir jedoch für die Jahre 2025 und 2026 wieder zuversichtlich, den Zinsüberschuss entsprechend zu erhöhen und damit das Betriebsergebnis in betriebswirtschaftlich notwendiger Höhe zu erreichen.“
Drei Prozent Dividende
Den durchweg positiven Berichten von Vorstand, Aufsichtsrat und Genossenschaftsverband Baden-Württemberg stimmte die Versammlung zu, wie auch der Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 408 719,80 Euro. Davon gehen 125 000 Euro in gesetzliche Rücklagen und 210 000 Euro in andere Ergebnisrücklangen, 5625,38 Euro als Vortrag auf neue Rechnung sowie 68 094,42 Euro in die Ausschüttung einer Dividende von drei Prozent auf die Geschäftsanteile.
Diese werden am Mittwoch, 26. Juni, ausbezahlt. Durch Ablauf der Wahlzeit schieden Gustav Betzler und Ernst-Friedrich Maier aus dem Aufsichtsrat aus. Beide wurden für weitere drei Jahre wiedergewählt, Gustav Betzler aber in Abwesenheit.
Strobel motiviert
Als Gastreferent des Abends entführte Martin Strobel, ehemaliger Deutscher Handballer beim Bundesligisten Balingen-Weilstetten, die Mitglieder in die Welt des Teamsports. Unter dem Titel „Team statt Ego – Herausforderungen gemeinsam meistern“, sprach er über seine Zeit als aktiver Spieler, davon 17 Jahre im Profi-Handball, 147 Einsätzen bei Länderspielen für Deutschland. Aber auch Persönliches wie der Schockmoment im Jahr 2019 kam zur Sprache, als eine Knieverletzung Strobels Träume platzen ließen.
„Höhepunkt am Tiefpunkt“, beschrieb Strobel dieses Ereignis mit der Folge von elf Monaten Reha-Zeit.
Strobel kämpfte sich zurück in den Sport. „Wir brauchen die Herausforderung.“ Zu schaffen sei sie aber nur gemeinsam. „Wir müssen dies aber persönlich vorleben, um auch in schwierigen Situationen Menschen zu erreichen“, so der früheren Europameister und Bronzemedaillengewinner bei Olympischen Spielen.