Nun ist es offiziell: Für das Ortenau-Klinikum in Langenwinkel hat die Landesregierung in einem ersten Schritt Gelder für die Planungskosten freigegeben.
Vergangenes Jahr war die Enttäuschung in der Region groß: Trotz gegenteiliger Hoffnungen ging Lahr im Mai bei der Klinik-Förderung des Landes leer aus, die Planungskosten wurden vorerst nicht gefördert. Neun Monate später das Aufatmen: Der vom Ortenaukreis und dem Ortenau-Klinikum geplante Neubau ist nun auch offiziell als Förderprojekt vom Land Baden-Württemberg anerkannt worden. Das bestätigt das Klinikum in einer Pressemitteilung.
Der Ministerrat sowie der Landeskrankenhausausschuss haben demnach die sogenannte Planerrate bewilligt – und damit in einem ersten Schritt Fördergelder für die Planungskosten freigegeben. Zugleich gibt das Land damit die Gewissheit, dass das Projekt ins Landeskrankenhausbauprogramm aufgenommen und die Gesamtinvestitionskosten definitiv vom Land gefördert werden, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Planungsraten werden stets im Vorgriff auf die eigentliche Investitionsförderung bewilligt.
Im Rahmen des Jahreskrankenhausbauprogramms 2026 fördere das Land 14 Vorhaben und sechs Planungsraten mit insgesamt 248 Millionen Euro, so das Staatsministerium. Insgesamt rund 1,07 Milliarden Euro seien für die Investitionsförderung der Krankenhäuser im Doppelhaushalt 2025/2026 veranschlagt. Damit stelle das Land rund 160 Millionen Euro mehr für die Krankenhausfinanzierung als im vorherigen Doppelhaushalt bereit.
„Dass das Land die Planerrate für den Neubau in Lahr nun genehmigt, ist eine sehr gute Nachricht und ein starkes Signal: Die Landesregierung steht verlässlich zu ihrer Zusage und zu unserer Agenda ‚Ortenau 2030 – Zukunft Gesundheit‘“, wird Landrat Thorsten Erny zitiert. „Wir haben den Klinikneubau mit Nachdruck vorangetrieben und nie einen Zweifel daran gelassen, dass die Zusage des Landes in belastbare Förderentscheidungen mündet – und genau das geschieht jetzt.“ Nach dem Einstieg in die Förderung der Klinikneubauten in Achern und Offenburg folge damit nun auch für Lahr der nächste verbindliche Schritt in die Landesförderung. Es sei ein guter Tag für Lahr und die Ortenau. Der Klinikneubau in Lahr werde ein zentraler Baustein für eine moderne, leistungsfähige Gesundheitsversorgung in der gesamten Region.
Auch Ortenau-Klinikum-Vorstandsvorsitzende Claudia Bauer-Rabe freut sich über die Bewilligung der Förderung: „Mit dieser ersten Förderzusage haben wir Sicherheit und können die bereits begonnenen Planungen weiter zügig voranbringen.“ Man bleibe somit auch in und für Lahr voll im Zeitplan und werde im nächsten Schritt den Förderantrag für die Gesamtinvestition in Lahr mit dem Land abstimmen.
Baubeginn voraussichtlich Mitte 2027
„Die Entscheidung des Landes sichert die Gesundheitsversorgung der Menschen in Lahr und der südlichen Ortenau langfristig auf hohem medizinischem Niveau“, betont OB Markus Ibert. „Seit der Kreistag vor knapp drei Jahren den Neubau des Ortenau Klinikums in Lahr beschlossen hat, arbeitet die Stadt Lahr gemeinsam mit dem Ortenaukreis mit Hochdruck daran, die baulichen Voraussetzungen zu schaffen und das Grundstück zu erschließen.“ Man werde den Neubau weiter mit aller Kraft unterstützen.
Laut Mitteilung des Klinikums gehe man gemeinsam mit dem Kreis von einer Förderung von mindestens 60 Prozent der Gesamtinvestitionen in Lahr aus. Die Gesamtinvestitionskosten für das Klinikhauptgebäude mit rund 330 Betten sind demnach mit rund 264 Millionen Euro veranschlagt. Der Baubeginn werde voraussichtlich Mitte 2027, die Inbetriebnahme 2032 erfolgen.
Weitere Förderung
Ebenfalls im Landeskrankenhausbauprogramm 2026 berücksichtigt ist die Investitionsförderung für die Energiezentrale auf dem künftigen Klinikcampus in Offenburg. Das Bauvorhaben ist bereits gemeinsam mit dem Multi-User-Zentrum und dem Klinikhauptgebäude in Offenburg gestartet worden, heißt es in der Mitteilung des Klinikums.