Die Schecks wechseln ihre Besitzer (vorne links): Ilse Volkmann, Landrat Sven Hinterseh, Tobias Volkmann, Stefan Walther, Bettina Volkmann, Holger Wegener stellvertretender Geschäftsführer Naturpark Südschwarzwald, Ulrich Lössl und Louisa Bayer. Hinten links: Dominik Ohnmacht. Quelle: Unbekannt

Spendenkampagne: Landschaftserhaltungsverband und Naturpark Südschwarzwald erhalten Finanzspritze

10 Cent pro verkaufter Apfelschorle hat der Dürrheimer Mineralbrunnen abgezweigt, um der Natur etwas Gutes tun. In Neuhausen und Schonach wird es nun konkret: Projekte werden dank dem Geldsegen umgesetzt.

Königsfeld-Neuhausen/Bad Dürrheim. Noch findet sich auf dem Grundstück der Volkmanns nur saftiges Grün. Erst Mitte Oktober werden die jungen Apfelbäume von den Schulen eintreffen, erzählt Tobias Volkmann. Jene würden dann von der Neuhausener Galabau-Firma Ohnmacht nach und nach eingepflanzt.

Die Idee, eine Streuobstwiese anzulegen, habe sie schon vor einiger Zeit gehabt und mit sich herumgetragen, erklärt Bettina Volkmann, die Mutter von Tobias. Nach einigem Rumtelefonieren und Recherchieren sei sie dann mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) in Kontakt getreten. Der Geschäftsführer, Stefan Walther, wusste weiter, gerade was den finanziellen Aspekt betraf, und so fügte sich schließlich alles zusammen. Aus der Idee wurde nun Realität.

10 Cent von jeder verkauften Flasche "Streuobst Schätzle" sollte dem Naturschutz zugute kommen – das hatte sich nämlich Bad Dürrheimer Mineralbrunnen zum Ziel gesetzt, wie Geschäftsführer Ulrich Lössl beim Pressetermin erklärte. Auf diese Weise sind insgesamt 8000 Euro zusammengekommen.

4000 Euro hat nun zum einen der LEV erhalten, zum zweiten der Naturpark Südschwarzwald.

Der LEV hat die Wiese der Volkmanns auserwählt, um mit dem Geldsegen eine Streuobstpflanzung anzulegen. Das erste Bäumchen ist bereits in der Erde und kann fortan Wurzeln schlagen. Neben Lössl, der im Rahmen der feierlichen Scheckübergabe zum Spaten griff, packte auch Landrat Sven Hinterseh mit an. Ein prominenter Einstand für das erste Bäumchen also.

Insgesamt 22 Apfelbäume sollen es nämlich werden, berichtet Bettina Volkmann. Allesamt alte Sorten wie Goldparmäne, Klarapfel oder roter und grüner Boskoop. Zudem würden noch drei Büsche mit Vogelbeeren gesetzt, um Tieren Nahrung zu bieten.

Mit dem Spendenprojekt möchte Bad Dürrheimer Mineralbrunnen die Streuobstkultur auf der Baar fördern. Schließlich sollen für die Streuobstschorle auch Äpfel aus der Region verwertet werden. Daher wolle man den Volkmanns auch einmal einen Teil des geernteten Obstes abnehmen, wenn die Bäume soweit seien, um Ertrag zu liefern, verspricht Lössl. Der Kreislauf sei dann damit geschlossen.

Allerdings reiche der Ertrag aus der Region für die Produktion nicht immer aus, und so müsse auch mal auf Ernten von außerhalb zurückgegriffen werden. So sei es in diesem Jahr gewesen. Jedenfalls werde es auch im kommenden Jahr wieder Schecks geben, sagt Lössl.

Den Insekten helfen

Die anderen 4000 Euro kommen derweil den Insekten zugute, wie Holger Wegener, stellvertretender Geschäftsführer vom Naturpark Südschwarzwald erklärt. Das Geld fließe in das Projekt "Blühende Gemeinde", wovon insgesamt drei Kommunen profitierten. Eine davon sei Schonach, die anderen zwei, Freiamt und Denzlingen, befänden sich im Landkreis Emmendingen.

Um dem Insektensterben entgegenzuwirken, wolle man mehr Habitate für die Tiere schaffen. Neben öffentlichen können etwa auch private Flächen im Rahmen des Projektes zur Blühfläche werden. In den jeweiligen Gemeinden deckten Projektgruppen den entstehenden Beratungsbedarf ab. Auch könne Saatgut zur Aussaat vermittelt werden, endet Wegener mit seiner Rede.

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