Die Altglascontainer sind immer öfter überfüllt, wie hier am Golfplatz. Im Kreistag wurden nun Lösungen diskutiert. Foto: Monika Schwarz

Zerfledderte Gelbe Säcke und überfüllte Altglascontainer sorgen für Unmut in der Bevölkerung. Bringt eine Gelbe Tonne die Lösung?

Ein Thema bestimmte den wesentlichen Teil der Tagesordnung des Kreistags: die Abfallentsorgung. Das Gremium stellte sich unter anderem die Frage, ob bei der Sammlung von Kunststoff-, Metall- und Verbundverpackungen privater Haushalte ein duales System aus Gelbem Sack und Gelber Tonne in Frage kommen könnte.

 

Eine Neuausschreibung der Müllsammlung ist bis 2028 erforderlich. Die bisherige Systemfestlegung läuft Ende 2027 aus. Dabei liegen unter Beachtung der schwierigen Gesetzeslage mehrere Optionen auf dem Tisch.

Das bisherige System mit Gelbem Sack und Abgabemöglichkeiten in Entsorgungsanlagen sowie Recyclingcentern könnte weiterlaufen. Als zweite Möglichkeit kommt das bereits genannte Doppelsystem aus Gelbem Sack und Gelber Tonne in Frage. Zuletzt könnte eine komplette Umstellung auf eine Gelbe Tonne erfolgen – ohne den Gelben Sack.

Verwaltung priorisiert ein Mischsystem

Die Gelbe Tonne biete – anders als die immer dünneren und bei Wind auch nicht selten zerfledderten Gelben Säcke – eine deutlich größere Stabilität und ein ordentlicheres Straßenbild bei der Abfuhr, heißt es von Seiten der Verwaltung. Der Gelbe Sack hingegen gewährleiste eine höhere Flexibilität.

Ein eindeutiges Übergewicht zugunsten eines der beiden Systeme ergebe die Abwägung der Argumente laut Verwaltung nicht, weshalb sie ein Mischsystem mit Wahlrecht priorisiere.

Keine höheren Gebühren zu erwarten

Für Christina Nuss (Frauenliste) überwiegen die Nachteile dieser „Umstellung ohne Not“ schon aufgrund der Kosten. Die seien, so Landrat Andreas Junt, überschaubar und entstünden sowieso nur einmal am Anfang aufgrund der erforderlichen Auslieferung der Gelben Tonne. Finanzielle Auswirkungen auf die Müllgebühren habe das aber nicht, sagte er auf Nachfrage von Wolfgang Kronenbitter (FWV).

Martina Sillmann (Frauenliste) regte an, künftig die Qualität der Säcke zu verbessern, dann löse sich auch das Problem mit zerfledderten Gelben Säcken. Das Gremium folgte schließlich dem Verwaltungsvorschlag, ein Mischsystem aus Gelbem Sack und Gelber Tonne zu verfolgen.

Problem der überfüllten Altglascontainer

Weitgehend beibehalten werden hingegen die Eckpunkte der ebenfalls neu zu vergebenden Verträge über die Verwertung von Metallschrott (ab Januar 2027) und Altpapier (ab April 2027). Auswirkungen auf die Abfallgebühren können in diesem Fall erst nach Vorlage der Abschreibungsergebnisse berechnet werden.

Am Ende der Sitzung sprach CDU-Kreisrat Julian Osswald noch die seiner Meinung nach unzureichende Leerung der Altglascontainer beim Golfplatz in Freudenstadt an. Wolle man das Problem der Firma Remondis mitteilen, dann sei das schon deshalb nicht möglich, weil man die Meldung dort gar nicht einfach absetzen könne, sondern angehalten werde, den Abfallwirtschaftsbetrieb zu kontaktieren.

Er habe das am vergangenen Mittwoch getan und die Situation auch geschildert, passiert sei seither aber nichts. Junt versprach, sich zu kümmern.