Seit 40 Jahren ist er Kirchenmusiker: Hans-Peter-Merz (links) mit Pfarrer Uwe Stier. Foto: Groh

Im Rahmen einer „Geistlichen Abendmusik“ hat Hans-Peter Merz Dienstjubiläum gefeiert. Der Projektchor „Jubilate“ und die Albstädter Vokalisten gaben Werke aus vier Jahrhunderten zum Besten.

Geboten war ein zugleich anspruchsvolles und ansprechendes Programm mit Werken vom Frühbarock bis zur Gegenwart. Neben den beiden Chören war als Gesangssolist Tenor Gunnar Schierreich zu hören, die Klavier- und Orgelbegleitung steuerte Sigrun Pfeil bei, Jutta John spielte Violine, Christoph John Viola, und die Gesamtleitung lag in den bewährten Händen von Hans-Peter Merz, der zudem als Solist auf der Orgel brillierte.

 

Den Anfang machte die doppelchörige Motette „Lobe den Herren, meine Seele“ von Heinrich Schütz, ein großartiges Werk, das mustergültig dargeboten wurde. Die beiden Chöre, der Projektor auf der Empore und die Albstädter Vokalisten vor dem Altar korrespondierten ohne Fehl und Tadel miteinander; die Soli fügten sich harmonisch ins mehrstimmig vorgetragene Gotteslob ein.

Der Dirigent ist auch ein Meister des Orgelspiels

Der Begrüßungsansprache von Pfarrer Uwe Stier folgte Johann Krügers Choral „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“ für vierstimmigen Chor, zwei Violinen und Orgel, in dem österlicher Jubel seinen Ausdruck fand. Freudig beschwingt mutete das „Adagio“ aus Georg Friedrich Händel Sonate in F-Dur für Violine und Orgel an, keck und heiter das „Allegro“.

Es folgte, in guter Kantorei-Praxis interpretiert, „Nun danket all und bringet Ehr“ von Johann Crüger. Nach dem Instrumentalvorspiel sang die Gemeinde die erste Strophe, der Frauenchor die zweite, der Männerchor dritte und zuletzt die Gemeinde samt den Instrumenten die vierte.

Feine Duette zwischen den Soloinstrumenten waren in der freudig bewegten „Giga“ aus Antonio Vivaldis Sonate in D-Dur für Viola und Orgel zu vernehmen; sie bot Hans-Peter Merz Gelegenheit, seine Meisterschaft an der Orgel zu demonstrieren.

Eine Abendmusik, die die Herzen der Ebinger Gäste berührte

Die beiden Chöre wussten bei der „Geistlichen Abendmusik“ in der Ebinger St. Josef-Kirche mit ihrer Stimmgewalt zu beeindrucken. Foto: Groh

Fulminant begann das „Allegro moderato“ von Charles John May, es folgte melodiöse Flötenmusik und zum Schluss noch einmal das Anfangsmotiv. An Felix Mendelssohn-Bartholdys Motette „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ für vier bis achtstimmigen A-cappella-Chor gefielen besonders der Ausdruck und die Transparenz, an der Vertonung des 121. Psalms „Ich hebe meine Augen auf“ von Oliver Geiger aus Bitz der gekonnte Wechsel zwischen Frauen- und Männerstimmen.

Flott und eingängig kam ein weiteres Werk Geigers daher, „Singet dem Herrn“, für Chor und Orgel gesetzt, in dem elegante Orgelzwischenspiele effektvoll Jubel in Szene setzten. Zu Herzen ging der Hymnus „Praise, My Soul, the King of Heaven“ von John Goss mit seinem jubelnden Halleluja; erst leise und dann erhaben stimmte die Orgel Cuthbert Harris’ „Festival Postlude“ an, ließ sodann ein leises, freudig bewegtes Zwischenspiel und zuletzt einen kräftigen und effektvollen Schluss folgen.

Danach erklang William M. Runyans hochromantischer Hymnus „Great is Thy Faithfulness“ – „Groß ist deine Treue“ für Chor und Orgel und – nach einem Gebet – „Schau auf die Welt“, ein Werk des zeitgenössischen Komponisten John Rutter und großartiges Loblied auf die Schöpfung, zu dem sich der ganze Chor im Altarraum versammelte.

In die letzte Zugabe stimmten alle mit ein

In einer sehr persönlich gehaltenen Ansprache bedankte sich Pfarrer Stier bei Hans-Peter Merz für dessen 40-jährigen Dienst als Kirchenmusiker in St. Josef und Heilig Kreuz. Danach erklang vierstimmig der Segen „The Lord Bless You and Keep You“, ebenfalls von John Rutter, dem die Zuhörer stehend applaudierten. Sie erhielten noch zwei Zugaben: „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“ von Joseph Rheinberger und den Kanon „Lobet und preiset, ihr Völker den Herrn“, in den am Ende alle einstimmten.