Sowohl in Geislingen als auch Rosenfeld lag die Beteiligung an der Landtagswahl bei über 72 Prozent.
Landesweit haben die Grünen bei der Landtagswahl Baden-Württemberg die Nase vorn. In den Gemeinden des Kleinen Heubergs spiegelt sich das jedoch nicht wider.
Besser sieht es da schon für die Christliche Demokratische Union (CDU) aus, die landesweit 29,7 Prozent der Wähler überzeugt hat. Sowohl in Rosenfeld als auch Geislingen konnte die schwarze Fraktion prozentual die meisten Stimmen für sich beanspruchen – dicht gefolgt von der Alternative für Deutschland (AfD), die sich im Gegensatz zur landesweiten Drittplatzierung in den beiden Kommunen des Zollernalbkreises an zweiter Stelle hervortut.
Rosenfeld
„Es ist grundsätzlich gut, dass sich so viele beteiligt haben – noch mehr wäre besser, weil wir sind in einer Demokratie“, kommentiert Rosenfelds Bürgermeister Thomas Miller die Wahlbeteiligung von 72,4 Prozent. 33,1 Prozent der Zweitstimmen entfallen auf die CDU, 27,9 Prozent auf die AfD und 21 Prozent auf die Grünen. Die FDP rettet sich noch mit 5,3 Prozent, die restlichen Parteien liegen deutlich unter 4 Prozent.
„Ein Stück weit erschüttert mich das Ergebnis von der AfD“, sagt Miller. „Es wundert mich auch, weil viele Unternehmen in Rosenfeld international exportieren und ich mich frage, ob den Wählern die Wahlprogramme vollumfänglich bekannt sind.“
Ein Blick in die einzelnen Teilorte lohnt sich, denn diese weichen doch von den Gesamtergebnissen ab und legen größtenteils klare Schwerpunkte. Als tiefschwarz geht Heiligenzimmern hervor, 46,1 Prozent der Zweitstimmen gehen an die CDU und Nicole Hoffmeister-Kraut heimst 55,9 Prozent der Wählerstimmen ein. Kein Wunder, wie Ortsvorsteher Klaus May beobachtet. Er meint: „Nicole Hoffmeister-Kraut ist in Heiligenzimmern bekannt und die Veranstaltung mit Günther Oettinger war gut besucht, da ist der Funke übergesprungen.“ Auch Bürgermeister Miller führt die starken Ergebnisse der CDU in ganz Rosenfeld darauf zurück: „Die Wahlveranstaltungen zeigen Wirkung.“
Sage und schreibe 39,9 Prozent sowohl der Zweit- als auch Erststimmen gingen in Isingen an die AfD. Ortsvorsteher Ulrich Enslin weist jedoch darauf hin, dass ein knappes Drittel der 485 Wahlberechtigten die Briefwahl getätigt haben. „Wer Briefwahl macht, wird dem Briefwahlbezirk zuegteilt. Die Briefwahlen können nicht den einzelnen Orten zugeordnet werden“, erklärt Steffen Maier, Pressesprecher des Landratsamts Zollernalbkreis. Die Stimmen der Briefwählenden spiegeln sich also im Ergebnis der Gesamtstadt wider, nicht aber in den einzelnen Teilorten. Enslin ist sich sicher: „Ich gehe davon aus, dass der hohe Prozentsatz niedriger wäre, wenn auch die Briefwähler für Isingen aufgeführt wären. Das ist natürlich eine These, die ich nicht beweisen kann.“ Er gesteht aber auch ein: „Wir haben eine hohe Stammwählerschaft der AfD, da kann man nichts beschönigen.“
Auffällig ist außerdem Brittheim, wo die Grünen mit 27,8 Prozent der Zweitstimmen hervorstechen. Vergleichbar damit ist lediglich Bickelsberg mit 22 Prozent. Dennoch behalten die Blauen auch in Brittheim die Führung mit 31,8 Prozent. Die CDU (22,7 Prozent) holt sich jedoch bei den Erststimmen (32 Prozent) den zweiten Platz.
Geislingen
„Die Wahlbeteiligung in den Urnenwahllokalen liegt zwischen 35 und 48 Prozent. Das ist allerdings kein politisches Signal, sondern vor allem Ausdruck der sehr starken Briefwahlnutzung, da die Briefwählerinnen und Briefwähler den jeweiligen Wahlbezirken zugeordnet sind, aber nicht in den Urnenstatistiken erscheinen“, merkt Geislingens Bürgermeister Oliver Schmid an. Insgesamt liegt die Wahlbeteiligung in Geislingen bei 72,5 Prozent.
Die Ergebnisse in Geislingen, Binsdorf und Erlaheim zeigen ein insgesamt stabiles Bild der bürgerlichen Mitte, aber auch eine deutliche Verschiebung im politischen Spektrum. Die CDU bleibt klar stärkste Kraft, liegt aber bei den Zweitstimmen spürbar unter dem Ergebnis der Landtagswahl 2021 (minus 6,3 Prozentpunkte). Gleichzeitig erreicht die AfD in allen drei Stadtteilen sehr hohe Werte – in Geislingen über 25 Prozent, in Binsdorf und Erlaheim sogar über 30 Prozent.
https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.amtseinsetzung-von-oliver-schmid-der-neue-alte-geislinger-buergermeister-erwartet-viele-herausforderungen.a7730c73-9249-4562-bb24-47a9c6f6171e.html
Besonders auffällig ist die starke Unterstützung für unsere Wahlkreisabgeordnete Dr. Nicole Hoffmeister‑Kraut, die in allen drei Stadtteilen sehr hohe Erststimmenanteile erzielt. Mit 47,5 Prozent liegt Geislingen deutlich über dem Wahlkreisdurchschnitt und gehört zu den Gemeinden mit den höchsten Zustimmungswerten im gesamten Wahlkreis. „Geislingen sendet ein deutliches Signal: Die Menschen vertrauen auf Verlässlichkeit“, kommentiert Schmid. „Die starken Erststimmen für Dr. Hoffmeister‑Kraut zeigen, dass ihre kontinuierliche Präsenz und ihre verlässliche Arbeit in Geislingen ankommt. Die gestiegenen Stimmenanteile für Protestparteien machen zugleich deutlich, dass viele Bürgerinnen und Bürger sich klare Orientierung und konkrete Antworten auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen wünschen.“