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Geislingen Tempo 30, Kreisel und Flüsterasphalt

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Im Sommer war in der Ortsdurchfahrt versuchsweise nur Tempo 30 erlaubt,Foto: Schnurr Foto: Schwarzwälder Bote

Im zweiten Anlauf hat der Geislinger Gemeinderat den Lärmaktionsplan für die Ortsdurchfahrt verabschiedet. Im Vergleich zum ersten Entwurf wird in dem Dokument die Dringlichkeit der enthaltenen Maßnahmen stärker unterstrichen.

Geislingen. "Lärm macht krank", verdeutlichte Bürgermeister Oliver Schmid in der Sitzung am Mittwoch vor zahöreichen Zuhörern in der Schlossparkhalle. Daran habe sich seit der ersten Beratung im Oktober nichts geändert.

Dennoch war der Lärmaktionsplan auf Drängen einer Mehrheit des Gemeinderats seither mit Unterstützung des beauftragten Ingenieurbüros stellenweise überarbeitet worden. Die Ratsmitglieder Benjamin Eha, Frank Schlaich und Hans-Jürgen Weger haben sich laut Bürgermeister dabei besonders eingebracht und insbesondere an Formulierungen gefeilt.

Wesentliche, inhaltliche Änderungen hat es also nicht gegeben. Wohl aber seien die Erwartungen an die Maßnahmen und die Forderungen gegenüber dem Baulastträger, also dem Regierungspräsidium, konkretisiert worden, wie der Geislinger Bauamtsleiter Markus Buck ausführte.

Ein zentrales Ziel ist dabei, mit den Lärmemissionen aus dem für die Anlieger gesundheitsbelastenden Bereich herauszukommen. Das heißt, das vorgeschlagene Maßnahmenbündel soll sicherstellen, dass alle Geislinger mit nicht mehr als 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht belastet werden.

Neben Tempo 30 in der gesamten Ortsdurchfahrt werden im Lärmaktionsplan auch ein Kreisverkehr, Flüsterasphalt und eine bauliche Veränderung der Vorstadtstraße gefordert.

Bürgermeister Schmid unterstrich indes, dass selbst bei Umsetzung aller vorgeschlagenen Verbesserungen weiterhin Bürger in gesundheitlich belastenden Abschnitten wohnen würden. Als Fernziel hält die Stadt daher weiter an einer komplett neuen Ortsumfahrung fest.

Bei zwei Gegenstimmen wurde der überarbeitete Lärmaktionsplan verabschiedet. Gemeinderat Karl-Heinz Müller begründete seine Ablehnung mit einem Stimmungsbild aus dem Ort: Es gebe die Sorge, dass Tempo 30 zu einem "Verkehrsinfarkt" führe, falls einmal wieder so viele Autos fahren sollten wie vor der Corona-Krise, Davon wären womöglich auch Nebenstraßen und Wohngebiete betroffen.

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