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Geislingen "Schwarzbrennerei" bleibt am Schmotzigen zu

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Bei der Erlaheimer und Geislinger Fasnet war die "Schwarzbrennerei" bisher eine Attraktion. Foto: Faiss

Geislingen-Erlaheim - Die Erlaheimer Ortsfasnet hat kurzfristig eine ihrer Attraktionen verloren: Die "Schwarzbrennerei" bleibt am "Schmotzigen" und dem Wochenende zu.

Die rund 70 Quadratmeter große, mobile Party­hütte haben Florian Faiss, Steffen Walter und rund 30 weitere Kameraden vor zwei Jahren gebaut. Seither war sie beim örtlichen Schützenfest sowie in der Erlaheimer und Geislinger Fasnet ein Zugpferd – zuletzt vor gut zwei Wochen beim großen Ringtreffen.

Stadt hat Sicherheitsbedenken

In der "Schwarzbrennerei" hätte von Donnerstag bis Sonntag auch ein Teil der Erlaheimer Fasnetsbesucher bewirtet werden sollen. Mitte Januar hatte Faiss die dafür erforderliche "Gestattung zum vorübergehenden Betrieb" erhalten, sprich: die Ausschankgenehmigung.

Vergangenen Freitag wollten er und seine Mitstreiter die Bauteile der Hütte aus deren Lager holen und sie aufstellen. Doch dann kam ein Anruf aus dem Geislinger Ordnungsamt: Gegen den vorgesehenen Platz auf einer privaten Hoffläche direkt an der Karlstraße gebe es seitens der Stadt Sicherheitsbedenken. Die Genehmigung werde zurückgezogen, durch eine neue ersetzt und darin ein alternativer Standort zugewiesen.

Der neuer Platz ist jedoch ein altbekannter und aus Sicht der "Schwarzbrenner" inakzeptabel: 2019 stand die Hütte auf dem Bolzplatz neben dem Erlaheimer Feuerwehrhaus. "Da wollten wir nie wieder hin", fasst Florians Mutter Annerose Faiss den Ärger der Kameradschaft in klare Worte.

Helfer vor den Kopf gestoßen

Der Grund: Im Vorjahr habe es dort Probleme gegeben, beispielsweise wegen zu geringen Wasserdrucks für den Toilettenwagen, Ärger wegen des Abstands zum Feuerwehrhaus und eine kurzfristig anberaumte technische Abnahme durch das Landratsamt, drei Stunden bevor das Fest losgehen sollte.

Die am vergangenen Freitag für den Aufbau bereitstehenden Helfer waren vor den Kopf gestoßen. Alles, was sie hinsichtlich Positionierung der Hütte sowie des Toilettenwagens, der Strom- und Wasserversorgung sowie der Sicherung der Feiernden mittels Absperrgittern geplant hatten, war hinfällig. "Wir hatten keine Chance mehr, zu reagieren, sechs Tage vor der Veranstaltung", sagt Florian Faiss. "Niemand hat vorher mit uns gesprochen", ergänzt Steffen Walter.

Sie berieten, was sie machen sollten, und beschlossen dann, nicht einzulenken: "Wir wollten aufbauen, stattdessen haben wir wieder abgeladen", berichtet Walter. "Wir haben keinen Bock mehr zum Rumstreiten."

Keine Hüttengaudi bei der Fasnet

Deshalb wird es in der Erlaheimer Fasnet 2020 keine Hüttengaudi in der "Schwarzbrennerei" geben. Das haben die Beteiligten übers Wochenende mittels Aushang im Dorfladen und per Social Media in Erlaheim bekannt gemacht.

Matthias Zirkel, Vorsitzender der Erlaheimer Narrenzunft, bedauert einerseits diese Absage: "Es ist schon schade. Ich bin auch gerne in die Schwarzbrennerei gegangen."

Andererseits hätten gegen den von den Verantwortlichen gewünschten Standort Sicherheitsbedenken seitens der Stadtverwaltung und auch der Narrenzunft gesprochen: Die Ortsdurchfahrt wird direkt nach dem Umzug wieder für den Verkehr geöffnet. Wenn viele Menschen direkt neben der Karlstraße feiern, sei das einfach zu riskant. Da werde die Beliebtheit der "Hüttengaudi" zu deren Nachteil.

Bürgermeister will Wogen glätten

Warum aber erst die Zusage und dann die Absage aus dem Geislinger Rathaus? Das können die "Schwarzbrenner" sich nicht erklären.

Geislingens Bürgermeister Oliver Schmid hat sich persönlich darum bemüht, die Wogen zu glätten, und erläutert: Bei der ursprünglichen "Gestattung" sei die Örtlichkeit nicht berücksichtigt worden, lediglich die schankrechtlichen Aspekte. "Erst hinterher wurde uns klar, das funktioniert dort nicht."

Die Fasnet sei immer eine Gratwanderung zwischen Gaudi und Sicherheit. Letztere muss die Stadt höher bewerten – auch weil die Polizei laut Schmid darum gebeten hat, konsequenter zu sein.

Früher habe man manches gelassener gesehen, sagt der Bürgermeister. Aber nach zwei Todesfällen während der Fasnet im vergangenen Jahrzehnt "müssen wir das durch eine andere Brille betrachten. Es ist zu viel passiert".

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