Sanierung: Lauhbach und verstopftes Kanalrohr verursachen immer wieder Überschwemmungen hinter der Schlossparkschule
Von Wolf-Ulrich Schnurr
Bei starken Regenfällen und schneller Schneeschmelze wird es rund um die Pavillon-Gebäude der Schlossparkschule reichlich feucht. Dieses Problem will die Stadtverwaltung ab dem Frühjahr lösen.
Geislingen. Seit dem Bau der Geislinger Schule Anfang der 1960er-Jahre ist bekannt: Die Wiesen südwestlich des Geländes sind ein Feuchtgebiet. Früher wuchs auf der Talfläche sogar Schilf. Der Lauhbach macht zwischen Schulwiese und Sportplatz einen Knick. Ein Wall hält normalerweise das dahinplätschernde Wasser im Bett. Seit ein paar Jahren gibt es jedoch genau an dieser Stelle immer wieder Überflutungen.
Wasser läuft in "Kriechkeller"
Diese sind teilweise so stark, dass das Wasser unter die Schulpavillons läuft. Dort befinden sich sogenannte "Kriechkeller", durch die Heizungsrohre und Kabel verlaufen. Durch diese Rohre ist das Hochwasser mitunter bis ins Hauptgebäude der Schlossparkschule gedrungen.
"In dieser Intensität ist das neu", sagt Bauamtsleiter Markus Buck. Die Gräben wurden bereits ausgeputzt, das heißt von Schlamm und Bewuchs gereinigt.
Doch das kann nicht alles gewesen sein. Denn vermehrte Starkregen in den vergangenen Jahren sind nur eine Ursache für dieses Phänomen. Schwerer wiegt der Zustand des Kanals, in dem der Bach zwischen Schlossplatz und Ortsmitte unterirdisch verläuft.
Ab dem Freibad ist der Lauhbach verdohlt. In einem Rohr fließt das Wasser unter dem Platz durch, entlang der Mauer und der Schlossstraße, bis es sich unter der Dammstraße in den Riedbach ergießt.
Zumindest sollte es so sein. Ist es aber nicht: "Das Alter der Kanäle können wir nur schätzen", sagt Bauamtsleiter Buck. Das Rohr sei teilweise mit Schlamm verstopft, stellenweise zerbrochen und der Kanal beispielsweise vor der Schlossmauer zusammengebrochen.
Ein optimaler Ablauf des Wasser sei dadurch nicht mehr möglich. Es komme zu Rückstaus und letztlich zu "Land unter" auf der Schulwiese am Bach. Damit soll dieses Jahr Schluss sein: Der beschädigte Kanal soll im Frühjahr saniert werden, das unterirdische Rohr zwischen Bachbrücke und Schloss gründlich ausgeputzt.
Die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen: Am Donnerstag hat ein Bagger an mehreren Stellen Bodenproben entnommen, anhand derer festgestellt werden kann, wo der bei der Kanalsanierung anfallende Erdaushub deponiert werden muss. Auch bei der Schule wird etwas getan: Hinter den Schulpavillons soll eine Drainage komplett um die Gebäude führen. Sie mündet dann in einen neuen Kanal, der im Zug der bisherigen Bauarbeiten vor der Schlossparkschule bereits gebaut worden ist.
Außerdem soll das Gelände entlang des Lauhbachs "modelliert" werden. Das heißt, der Damm wird verstärkt und als Sitzgelegenheit für die Schüler gestaltet. Oberflächenwasser, das von den Wiesen talabwärts fließt, soll so verlässlich dem Bach zugeleitet werden.
Für die nötigen Sanierungs- und Reinigungsarbeiten veranschlagt Buck rund 70 000 Euro. Im jüngst vorgestellten Haushaltsplanentwurf sieht die Stadtverwaltung für die Kanalerneuerung am Schlossplatz 75 000 Euro vor.