Ratten werden angezogen und der Kot sorgt für Schmutz: Die Stadt Geislingen bittet die Bevölkerung, keine Tauben zu füttern.
Für die einen sind sie Friedensbotschafter, andere bezeichnen sie als „Ratten der Lüfte“: Die Stadt Geislingen stellt sich in dieser Sache auf keine Seite, appelliert aber an die Einwohner der Sonnenstadt, Tauben nicht zu füttern. Geislingen ist nicht die einzige Stadt im Zollernalbkreis, die sich mit der causa Taube beschäftigt.
„In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Stadttauben allgemein zahlreich vermehrt“, heißt es aus dem Rathaus. Diesen Trend führt die Verwaltung unter anderem auf das große künstliche Nahrungsangebot zurück, „das sich den Tauben bietet, ob durch fressbare Abfälle oder regelmäßige Fütterungen durch vermeintliche Tierfreundinnen und Tierfreunde“.
Taubenkot führt zu Verunreinigungen
Eine große Problematik der wachsenden Taubenpopulation sieht die Verwaltung in den unangenehmen Hinterlassenschaften der Vögel. Taubenkot führe zu Verunreinigungen an Gebäuden, Fassaden sowie Plätzen und verursache hohe Reinigungskosten.
Davon können die Bürger in Balingen-Weilstetten ein Lied singen. Vor einigen Monaten wurde unserer Redaktion mitgeteilt, dass Taubenkot, Federn und Kadaver auf den Dächern und in den Gärten im Baugebiet „Obere Breite“ zum Alltag gehören.
Weil angeblich manche Anwohner mit harten Bandagen – Säure in Wasserspritzpistolen sowie Pfeil und Bogen – gegen das Federvieh vorgegangen sind, meldete sich die Tierschutzorganisation Peta zu Wort.
„Mit Säure oder Pfeil und Bogen auf Tauben zu schießen, ist nicht nur grausam und empathielos, sondern verstößt auch gegen das Tierschutzgesetz und muss bestraft werden“, äußerte Peta damals. Ein anderer Verein erstattete Anzeige gegen Unbekannt.
Ratten werden angezogen
Eine weitere Sorge, die die Geislinger umtreibt: „Von ausgelegtem Futter werden auch Ratten angezogen.“ Auch das will die Verwaltung vermeiden und ergänzt, dass sich die gut gemeinte Absicht nachteilig auf die Tiere auswirken kann.
„Eine hohe Populationsdichte schadet den Tauben selbst. Stress, Krankheiten und Parasitenbefall nehmen bei den Tieren zu“, heißt es.
Auch die Zollernstadt Hechingen kämpft mit den Vögeln. Die Stadtverwaltung hat im laufenden Jahr dem Verein Stadttauben Hechingen eine Ausnahmeerlaubnis vom Fütterverbot nicht verlängert. Dagegen wehrt sich derzeit ein Tierschutzbündnis – mit einer Petition.