Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Geislingen Kirche von Geislingern für Geislinger

Von
Heinrich Kirmeier (von links), Erwin Alber und Pater Augusty betrachten die Pläne der alten Kirche sowie Ideen für den Neubau (Bild links). Fotos: Müller Foto: Schwarzwälder-Bote

"Die Kirche wurde von den Geislingern für die Geislinger gebaut", weiß Heinrich Kirmeier, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats St. Ulrich. Deshalb sei auch die anstehende Renovierung ein Projekt, das die Mithilfe der Kirchengemeinde erfordere.

Geislingen. Der Putz in St. Ulrich bröckelt, über die einst leuchtenden Farben im Kirchenschiff und im Chorraum hat sich ein grauer Schleier gelegt. Die Beleuchtung ist schwach. Eine Renovierung soll den über die Jahre dunkel gewordenen Innenraum der Geislinger Kirche aufhellen. Doch damit kommt auf die Kirchengemeinde Kosten zu, die von ihr alleine nicht zu schultern sind.

Kirmeier spricht wohl einigen Katholiken aus dem Herzen: "Die Kirche ist den Geislingern wichtig, Viele verbinden damit wertvolle Erinnerungen." Zwar gibt es nur noch wenige Zeitzeugen vom Bau der Kirche um 1927/28. Doch dass die "neue" Kirche, die in elf Jahren ihre 100-jährige Weihe feiert, ein Bauwerk ist, für das die Vorfahren große Anstrengungen aufbrachten, ist in den Köpfen noch verankert.

Der Dachboden des angrenzenden Pfarrhauses birgt einige Schätze. Bei Recherchen für die Restauration sind Heinrich Kirmeier, Kirchengemeinderat Erwin Alber und Pater Augusty Kollamkunnel auf Pläne gestoßen, die helfen, den Bau und die Planung der St.-Ulrich-Kirche besser zu verstehen.

Die Dokumente zeigen Pläne der alten Geislinger Kirche, deren Altarraum aus dem 15. Jahrhundert stammte und 1927 aus Platzmangel abgerissen wurde. Neben den Plänen für die anschließend an der selben Stelle gebaute St-Ulrich-Kirche befinden sich auch Alternativ-Pläne im Fundus. Der Architekt Wilhelm Friedrich Laur aus Friedrichshafen, entwarf eine Kirche im neobarocken Stil für den Geislinger Ortskern – doch diese hätte nicht auf den vorgesehenen Platz gepasst.

Der Neubau kostete damals 272 000 Reichsmark. 105 000 bekamen die Geislinger Katholiken aus eigener Anstrengung zusammen und zahlten für den Restbetrag in einigen jährlichen Raten von 5000 Reichsmark ab. Diesen Zusammenhalt sieht Kirmeier als Vorbild und Ansporn, das Geld für die Kirchensanierung aus der Gemeinde heraus zusammen zu bringen. Bei der Gemeindeversammlung am Dienstag, 9. Mai, ab 20 Uhr im Gemeindehaus, wird daher die Gründung eines Fördervereins anvisiert.

Die Restaurierung soll häppchenweise vorgenommen werden – auch weil die Gesamtkosten noch nicht absehbar sind und die Finanzierung eben nicht einfach zu stemmen sei. Im ersten Bauabschnitt sollen zwei "Musterachsen" bearbeitet werden – im Chorraum und im Kirchenschiff. Dabei tastet man sich Schritt für Schritt an das tatsächliche Ausmaß der Restaurierung heran. "Der erste Bauabschnitt ist eher dafür gedacht, ein Gespür zu bekommen, welche Kosten und welcher Aufwand auf uns im zweiten Bauabschnitt zukommen", erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats.

Beim ersten Bauabschnitt werden daher folgende Fragen geklärt: Wie wird vorgegangen? Welche Farben braucht man dazu? Wie kann man das Gewölbe reinigen? Behutsam und mit ständiger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt muss eine derartige Restaurierung erfolgen. "Wir sind bestrebt, dass es genauso wird, wie es ursprünglich war", stellt Erwin Alber fest.

Bei der Gemeindeversammlung geht es zwar in erster Linie um die Sanierung und deren Finanzierung, jedoch erwartet die Besucher auch einige Schmankerl. Zum einen dürfen sie einen Blick auf die jüngst gefundenen Pläne werfen. Stefan Blum, der die Maßnahme bauhistorisch begleit, wird über das Wandgemälde um den Altarraum des aus Geislingen stammenden Künstlers Albert Birkle referieren.

Zum anderen wird es erste Einblicke in den neuen Kirchenführer geben, in dem St. Ulrich aus historischer, religiöser und künstlerischer Sicht beleuchtet wird. Momentan befindet sich die Schrift mit einer Auflage von 2000 Stück noch im Druck, aber Kirmeier, Alber und Pater Augusty sind zuversichtlich, das Blatt noch in diesem Monat unter die Leute bringen zu können.

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.