Albrecht und Anneliese Hauser denken zwar ans Aufhören – aber nicht in Kürze. Und Geislingen verlassen wollen sie auch nicht: Sie suchen für ihre Gärtnerei mittel- bis langfristig einen Nachfolger. Foto: Schnurr

Anneliese und Albrecht Hauser suchen jedoch mittelfristig Nachfolger für ihre Gärtnerei.

Geislingen - "Eine Kundin ist in Tränen aufgelöst in den Laden gekommen und hat meine Frau umarmt", berichtet Albrecht Hauser. Der Grund: Angeblich sollen Blumengeschäft und Gärtnerei schon bald schließen – ein falsches Gerücht.

Die nüchterne Tatsache: "Mittel- bis langfristig" suchen Anneliese und Albrecht Hauser einen Nachfolger, der ihre "erfolgreiche Einzelhandelsgärtnerei" übernimmt und weiterführt – in diesem Wortlaut haben sie bereits vor geraumer Zeit im Gartenbau-Portal Gabot annonciert: "Die Gärtnerei Hauser soll weiterleben und in unserem Sinn gut weitergeführt werden."

"Uns macht’s noch Freude"

Keine Rede könne davon sein, dass sie in Kürze aufhören wollten, betonen die Eheleute – oder sogar aus Geislingen wegziehen, wie fälschlicherweise im Ort kolportiert werde: "Uns macht’s hier nach wie vor Freude."

Auch wirtschaftlich gebe es keinen Zwang aufzuhören: Der Familienbetrieb werfe Gewinn ab.

"Meine Herzensangelegenheit ist der Laden", sagt Anneliese Hauser (57). Ihre Domäne ist das Geschäft im Geislinger Ortskern. "Es wäre furchtbar, den einfach aufzugeben. Das ist mein Leben." Weil sie an diesem besonders hängt, müsse ein Nachfolger die Kunden dort weiter betreuen, wie diese es gewohnt sind. Kontinuität ist auch bei der Gärtnerei und beim Wochenmarktstand das Ziel. Albrecht Hauser (62) kann sich deshalb vorstellen, auch unter einem neuen Besitzer eine Zeit lang weiter mitzuarbeiten, um den Übergang zu erleichtern.

Sein Vater Ulrich Hauser hatte sich 1954 selbstständig gemacht. Die Gärtnerei lag damals in der Froschstraße, auf dem Gelände des heutigen Altenzentrums St. Martin. 1964 siedelte der Betrieb an seinen heutigen Standort im Oberen Balgenau aus. Bis 1991 leitete Ulrich Hauser diesen, dann übergab er die Gärtnerei an Sohn Albrecht und Schwiegertochter Anneliese.

Doch einen weiteren Generationenwechsel wird es nicht geben: Die drei Töchter der Familie Hauser haben zwar von kleinauf im Betrieb mitgeholfen und tun dies auch heute noch mitunter. Doch alle haben studiert und gehen in ihren Jobs in anderen Branchen auf – was ihre Eltern mit Wohlwollen sehen.

Allerdings stehen die Hausers dadurch nun vor dem gleichen Problem wie viele Gartenbaubetriebe: Es fehlt an Nachfolgern aus der eigenen Familie. Und deshalb suchen sie jemanden von außerhalb, der die Gärtnerei Hauser übernehmen will.

Aber wegziehen? Auf keinen Fall, unterstreicht Anneliese Hauser: "Das wäre furchtbar. Geislingen ist ein cooler Flecken", findet die gebürtige Stuttgarterin, die seit mehr als 30 Jahren in der "Sonnenstadt" lebt.

Sie schätze das Miteinander im Ort und besuche ihre Heimatstadt nur noch sporadisch. "Dort schnürt’s mir den Hals zu", bekennt sie. "Wir würden dort eingehen." "Das wäre nichts", stimmt ihr Ehemann zu.

Kunden und Freunde gleichermaßen können folglich beruhigt sein: Gärtnerei und Blumenladen Hauser wird es noch eine Weile geben. Solange die Gesundheit das erlaube, wolle er weitermachen, sagt Albrecht Hauser. Und in der Zwischenzeit suchen die Eheleute weiter nach einem Nachfolger: Es müsse halt der Richtige kommen.