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Geislingen "Böse Dinge gibt es genug auf der Welt"

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Die Landjugend in Pennewang hat am 13. April die Weltpremiere von Thomas Haugs erstem Bühnenstück gespielt. Fotos: Landjugend Foto: Schwarzwälder Bote

"Hotel Papa – Vorsicht auf Gleis 3", lautet der Titel des ersten Theaterstücks von Thomas Haug. Premiere hatte dieses vor wenigen Wochen in Österreich, im Herbst soll es auch in Endingen auf die Bühne kommen.

Geislingen/Balingen-Ostdorf. Eigentlich kommt Haug vom Dreh, nicht vom Schauspiel: Der gebürtige Geislinger, der jetzt in Ostdorf wohnt, hat in Stuttgart ein SAE-Diplom für Digitalfilm erworben.

Doch weil es rund um Balingen kaum Möglichkeit gab, sich mit anderen Filmschaffenden zusammenzutun, hat er sich vor zwei Jahren dem Volkstheater Balingen angeschlossen. Aktiv ist er allerdings nur hinter den Kulissen: "Dort war ich bisher der Technik-Hiwi." Doch das ändert sich jetzt.

Ihn habe gewundert, dass die meisten Theater keine eigenen Stücke spielen, sondern die Textbücher bei Verlagen kaufen, berichtet der 39-Jährige. "Eigentlich schade", fand er. Das habe ihn dazu motiviert, selbst ein Werk für die Bühne zu schreiben.

Die Komödie "Hotel Papa" ist daraufhin im vergangenen Jahr entstanden. Acht Monate hat es gedauert, bis er die erste Fassung seinen Theaterfreunden Eduard Backfisch und Michael Schwind zeigte.

In Haugs erstem Bühnenstück geht es um einen Studenten, der wieder im Haus seiner Eltern einziehen will. Aber seine Mama wünscht, dass er auf eigenen Füßen steht. Das sei nicht autobiografisch, betont der Autor: Bei seiner Mutter Ingeborg sei er immer willkommen gewesen.

Weshalb eine Komödie? "Ich finde es schön, wenn man was zum Lachen hat. Es ist toll, wenn der ganze Saal Freude hat." Es sei ihm auch wichtig, dass das Stück gut ausgeht: "Böse Dinge gibt es genug auf der Welt". Die müsse man nicht auch noch auf der Bühne sehen.

Nach einer Überarbeitung schrieb er eine Reihe von Verlagen an. Erschienen ist das Erstlingswerk im Herbst 2018 beim Plausus-Verlag in Bonn. "Der Verlag hat schnell gearbeitet", freut sich der Autor.

Seine Verwandten waren überrascht, als es erschien. Nicht einmal seiner Frau Daniela hatte Haug verraten, woran er arbeitete.

Das Stück stieß schnell auf Interesse: Bereits im Januar hat die Theatergruppe der Landjugend aus Pennewang in Oberösterreich mit den Proben begonnen.

Seine Uraufführung hatte "Hotel Papa" dort am 13. April – und Haug war selbst vor Ort. "Der Autor ist im Publikum", wurde er angekündigt und nach der Aufführung auf die Bühne geholt. Er genoss den Applaus der Zuschauer – "ein gutes Gefühl", an das er sich gewöhnen könnte. Die Österreicher hätten zusätzliche Gags eingebaut, "Sachen, auf die ich selbst gar nicht gekommen bin."

Nun will, wie von Haug erhofft, auch das Volkstheater Balingen "Hotel Papa" spielen: Die Premiere ist für den 9. November geplant – und Haug wird selbst Regie führen. Aufgrund seines Filmstudiums und der Erfahrung beim Volkstheater traue er sich das zu, sagt er.

Wer vom Volkstheater wen spielen sollte, hatte er sich teilweise schon vorher überlegt, die Entscheidung über die Besetzung fiel dann im Team. Fast alle Rollen sind bereits besetzt – obwohl das nicht ganz einfach gewesen sei: Ungewöhnlich für die eher frauendominierte Laientheater-Szene habe es länger gedauert, für die weiblichen Charaktere Darstellerinnen zu finden. Außerdem musste er noch eine zusätzliche Rolle hineinschreiben und hat teilweise das Geschlecht der Figuren geändert – wegen des "Frauenüberschusses".

Es gibt Autoren, die vom Stückeschreiben leben können: Von jeder verkauften Eintrittskarte erhalten sie einen kleinen Anteil. Je häufiger ihre Stücke aufgeführt werden, desto höher ist ihr Honorar.

Haug könnte sich das auch vorstellen, bleibt aber realistisch: "Ich mache das, weil es mir Spaß macht. Ums Geld geht es mir nicht." Seinen Lebensunterhalt verdient der Agraringenieur und Digitalfilmer weiterhin mit seiner Firma für Textildruck und Internet-Projekte.

Allerdings ist er beim Stückeschreiben auf den Geschmack gekommen: Der erste Akt seines zweiten Stücks steht schon. Wann soll dieses fertig sein? "Schwer zu sagen, aber noch dieses Jahr."

Verraten, worum es darin geht, will Haug noch nicht. Wen das interessiert, der muss wohl bis zum Herbst warten.

Weitere Informationen: thomashaug.de plausus.de

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