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Geislingen Bewusste Entscheidung für Tradition

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Erwin Alber vom Kindergartenausschuss nimmt den Baufortschritt ins St. Michael in Augenschein (großes Bild). Diese Woche wurden die Decken über dem künftig frei liegenden Gebälk isoliert; der verglaste Außengang ist im Zug des Umbaus neu hinzugekommen (kleine Bilder, von oben). Fotos: Schnurr Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Wolf-Ulrich Schnurr

Seit April wird im katholischen Kindergarten St. Michael gebaut. Derzeit ist die Deckenisolierung an der Reihe.

Durch die neuen Fenster scheint hell die Sonne, im Innern sind Handwerker dabei, eine Folie als Dampfsperre über das Isoliermaterial zu kleben. Erwin Alber vom Kindergartenausschuss der katholischen Kirchengemeinde schaut, wie die Arbeiten vorankommen.

Mal wöchentlich, mal monatlich,­ je nach Bedarf, kommt der vier Mitglieder zählende Ausschuss mit Kirchenpflegerin Mechthild Heicks zusammen – immer wenn Entscheidungen in baulichen Fragen zu fällen sind. Beispielsweise über die Decken im vorderen Teil des Gebäudes. Denn die haben sich zeitweilig als Problem erwiesen, wie Erwin Alber weiter berichtet: Wärme und Dampf seien früher durch die Decken in die isolierende Glaswolle gezogen, am Dachblech kondensiert, Isolierung und Balken feucht geworden.

Im Lauf der Sanierungsarbeiten wurde deshalb klar: Die Decken konnten nicht erhalten werden. Die Glaswolle musste als Sondermüll abtransportiert werden, das Pultdach durch neu aufgesetzte Balken verstärkt. Zusätzliche 50 000 Euro kostet das.

Angenehmer Nebeneffekt: In Absprache mit den Erzieherinnen beschloss der Ausschuss, das Gebälk nach einer gründlichen Reinigung künftig frei liegen zu lassen. Dadurch werden die Gruppenräume höher. Für Alber ist unstrittig, dass bei solchen grundsätzlichen Fragen die Erzieherinnen einbezogen werden: "Sie müssen ja hier arbeiten."

Trotz der Mehrkosten liegt das Gesamtprojekt nach wie vor im veranschlagten Rahmen von rund 1,29 Millionen Euro. 750 000 Euro trägt die weltliche Gemeinde, den Rest stemmen Diözese und Kirchengemeinde St. Ulrich.

Diese Ausgaben schränken allerdings die Möglichkeiten der katholischen Kirchengemeinde auf Jahre hinaus stark ein; die Renovierung der Kirche St. Ulrich muss beispielsweise erstmal warten. Angesichts dieser Tatsache habe man sich im Kirchengemeinderat sehr wohl die Frage gestellt: "Machen wir das überhaupt?", berichtet Alber. Doch der katholische Kindergarten hat eine mehr als 100-jährige Tradition. Während des "Dritten Reichs" haben Geislinger Frauen buchstäblich um die Einrichtung gekämpft: "Darin sehen wir eine Verpflichtung. Wir haben uns für den Kindergarten entschieden und stehen dazu." Die Alternative wäre gewesen, der Stadt die alleinige Verantwortung für die Kinderbetreuung zu übertragen. Dagegen habe man sich bewusst entschieden – auch weil die Kirchengemeinde so weiter darauf Einfluss nehmen kann, dass christliche Werte im Kindergartenalltag vermittelt werden.

Wie geht es auf der Baustelle weiter? Grundsätzlich "von oben nach unten", sagt Erwin Alber. Nach der bald anstehenden Deckenverkleidung und der Reinigung der Holzbalken ist der Flaschner an der Reihe. Die Fußbodenheizung in allen Räumen ist fertig, so dass der Fliesenleger loslegen kann. Mit den Gipserarbeiten wurde teilweise bereits begonnen.

Über Dinge wie die Außenanlagen oder die Positionierung der Spielgeräte mache man sich noch keine Gedanken – erstmal müssten die wesentlichen Bauarbeiten fertig sein. Eine Überlegung ist allerdings bereits konkreter: Der Garten hinterm Haus soll künftig der Kleinkindbereich sein. Am Zeitplan hat sich jedoch nichts geändert: Nach der Fasnet 2015 sollen die Kindergartenkinder von ihrer provisorischen Bleibe im Schloss wieder zurück in die Brühlstraße 7 ziehen.

Danach hängt es von den Geislinger Eltern ab, wie es in St. Michael weitergeht. "Wir haben unsere Aufgaben gemacht und den katholischen Kindergarten erhalten", sagt Erwin Alber. Jetzt müssten die Familien dieses fortbestehende Angebot auch nutzen.

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