Männer bei der Arbeit: Helfer der Kolpingsfamilie bauen die Tribüne für das Theaterstück auf. Fotos: Deckert Foto: Schwarzwälder-Bote

Drittes Geislinger Freilichttheater der Kolpingsfamilie / Mundartstück mit viel schwarzem Humor

Von Sabrina Deckert

 

Geislingen. Nur noch zweimal schlafen, dann ist es so weit: Am Samstag, 2. Juni zeigt die Geislinger Kolpingsfamilie das Mundartstück "Das schwäbische Paradies" im Schlossgarten. Gestern waren bereits die Heinzelmännchen unterwegs und haben fleißig aufgebaut.

Um 8 Uhr morgens ging es los: Auf dem Schlossparkplatz stand ein großer Lastwagen, darauf Unmengen an Stangen, Gerüstteilen und riesigen Gitterboxen voller blauer Plastikstühle wie im Fußballstadion.

Ein Dutzend Männer, darunter zwei Richtmeister der Tribünen-Firma Bender aus Bad Schönborn, werkelte an der 252 Zuschauer fassenden Tribüne. Doch die Helfer wurden bereits vom Tribünenunterbau ausgebremst: "Wir sind mit der Zeit leicht im Verzug. Es gibt Probleme mit dem Erdwall – das ist alles viel zu uneben", erklärte Hubert Gulde, Spielleiter der Theatergruppe.

Ein Bild für Götter: Große, starke Männer knien im gemähten Gras, schieben Holzplatten unter die Gerüstfüße und verschrauben die einzelnen Stangen miteinander: "Bring mir mal noch eine Strebe", ruft es quer über die Unterbaukonstruktion. Doch bei allen Anweisungen: Der Spaß kommt nicht zu kurz. Hier ein Witz und da eine kleine Stichelei – mit Humor geht die Arbeit schließlich viel schneller.

Am Spätnachmittag hatten die Heinzelmännchen dann ihre Arbeit vollendet – schräg nach oben verlaufend steht das Tribünenprachtstück. Jetzt fehlen nur noch die Schauspieler.

Denn: nach den Erfolgen der Auftritte in den Jahren 1988 und 2000 bringt die Theatergruppe der Kolpingsfamilie dieses Jahr "Das schwäbische Paradies" von Manfred Eichhorn auf die Schlossgartenbühne.

Es handelt vom bereits verwitweten Weingärtner und Fischer Jakob Stiegele, der seine Enkelin Dorle zu Besuch erwartet. Überraschend tritt jedoch der "Boanerkarle" bei ihm ein und will ihn auftragsgemäß "abholen", wozu Stiegele allerdings gar nicht bereit ist und dem Tod mit List und Tücke 20 weitere Lebensjahre abhandelt.

Beim alljährlichen Seefest, zu dem Dorle pünktlich eintrifft und sich mit Jugendfreund Karle vergnügt, passiert das Unglück: sie ertrinkt.

Ihr Großvater wird seines Lebens nicht mehr froh, und als der "Boanerkarle" wiederkommt, um Jakob eine Schnupperstunde im Paradies anzubieten, willigt er schließlich ein. Kaum hat er das Paradies betreten, duftet es nach "Krapfen" und "Kässpätzle", und ein "Viertele" gibt's im Himmel sogar auch. Jakob stellt fest: Es ist ein "köstliches" Vergnügen im schwäbischen Paradies.