Seit Ende 2017 hat die Raiffeisenbank Geislingen-Rosenfeld die ehemalige Filiale in der Binsdorfer Brandgasse nicht mehr genutzt. Jetzt will die Stadt Geislingen das Gebäude kaufen. Konkrete Pläne, was oder wer in den Räumen untergebracht werden soll, gibt es bislang och nicht. Foto: Schnurr Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Stadt kauft Raiba Geislingen-Rosenfeld eine weitere Immobilie ab / "Bank der Bürger und Vereine bleiben"

Die Binsdorfer haben in den vergangenen Wochen darüber diskutiert, was aus der ehemaligen Raiffeisenbank in der Brandgasse werden soll. Jetzt möchte die Stadt Geislingen das Gebäude kaufen.

 

Geislingen. Schon länger war absehbar gewesen, dass die Raiffeisenbank Geislingen-Rosenfeld ihre ehemalige Binsdorfer Filiale verkaufen würde: Nach einem versuchten Aufbruch des Geldautomaten im November 2017 wurde das Gerät entfernt und nicht ersetzt, die Raiba nutzte die Räume nicht mehr.

Ende März hat die Bank annonciert, das Gebäude verkaufen zu wollen – "Preis auf Anfrage". Die alte Filiale sei "nicht mehr betriebsnotwendiges Anlagevermögen", erklärt der Raiba-Vorstandssprecher Thomas Merz. Es sei eine betriebswirtschaftliche Entscheidung gewesen, sich von dieser zu trennen.

Viele Einwohner des Geislinger Stadtteils haben daraufhin überlegt, wie das Gebäude an prominenter Stelle im Ortskern künftig genutzt werden könnte. Bislang haben die Stadtkapelle, der Männergesangverein und die Theatergruppe dort Materialien gelagert. Ihre Sorge: Wohin sollen diese Dinge, falls ein Privatmann den Zuschlag erhält?

Mehrere Interessenten

Auf die Anzeige habe sich "eine Handvoll Interessierter" gemeldet, sagt Merz. Auch nach dem Verkauf wolle man "die Bank der Binsdorfer Bürger und Vereine" bleiben, betont der Vorstandssprecher. Deshalb arbeite man "an einer guten Lösung".

Eine solche könnte sein, dass die Stadt Geislingen die nicht mehr genutzten Räume kauft. Diese Option wäre aus seiner Sicht sogar "eine hervorragende Lösung", findet Merz. Er erinnert zudem daran, dass seine Bank in der Vergangenheit erfolgreich mit der Stadt zusammengearbeitet habe: Aus der alten Geislinger Hauptstelle am Schlossplatz ist nach dem Verkauf an die Stadt das neue Ärztehaus geworden – ein wichtiger Faktor für die örtliche Infrastruktur.

Tatsächlich hat der Geislinger Gemeinderat am Mittwoch nun beschlossen, dass Geislingen auch die Binsdorfer Bank erwerben soll. Rund 100 000 Euro soll diese wert sein; hinzu kommen mittelfristig Kosten für den Umbau, wenn einmal entschieden ist, wie genau das Gebäude künftig genutzt werden soll.

Vieles ist möglich, beschlossen noch nichts. Beispielsweise fehlt es in Binsdorf an einem guten Raum für Vereinstermine oder öffentliche Versammlungen: Die Mehrzweckhalle ist für viele Veranstaltungen zu groß, der Saal im Rathaus nicht barrierefrei.

Das Markusheim der katholischen Kirchengemeinde fällt ab 2020 für vier bis fünf Jahre als Veranstaltungsort ebenfalls weg: So lange wird die umfassende Sanierung des ehemaligen Klosters dauern.

Deshalb soll auch das Pfarramt nach Geislingen ausgelagert werden. Doch vielleicht, gibt es Überlegungen in der Kirchengemeinde, könnte dieses stattdessen übergangsweise in einen Raum der ehemaligen Bank unterkommen.

Die Sanierung des Klosters schafft zudem für einen weiteren Verein Handlungsbedarf: Die Narrenzunft nutzt bislang Räume darin; auch dieser Verein könnte eine Bleibe in der alten Raiba erhalten.

Zuletzt steht noch ein lange gehegter Wunsch des Binsdorfer Ortsvorstehers auf der Liste der Möglichkeiten: In der alten Raiba wäre Platz für eine Bürgerbegegnungsstätte. Dass vor der Realisierung dieses Projekts die viele Millionen Euro teure Sanierung des Geislinger Schulzentrum abgeschlossen und der gesamtstädtische Haushalt konsolidiert werden muss, hatte Hans-Jürgen Weger aber bereits im Februar im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten betont.