Die Lüftungsgeräte für Schulen reichen laut Bürgermeister Fritz Link auch in Königsfeld nicht für jedes Klassenzimmer aus. (Symbolfoto) Foto: Dittrich

Nicht zufrieden zeigte sich Bürgermeister Fritz Link mit der Zahl der Geimpften in Königsfeld. Nur etwa die Hälfte der Einwohner sei bisher gegen Corona geimpft. "Das reicht bei weitem nicht aus", stellte Link fest.

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Königsfeld - Über Corona-Impfungen und -Testungen sowie Lüftungsgeräte in Schulen berichtete der Bürgermeister im Gemeinderat. Ihm zufolge gab es über Impfzentrum, mobile Impfdienste und Krankenhäuser zum 30. Juni bei Königsfelder Bürgern 1849 Erst- und 1288 Zweitimpfungen. Nicht eingerechnet seien Impfungen bei Ärzten, mit diesen liege man etwa bei der Hälfte der Bevölkerung. Er berichtete auch, dass bei der Vor-Ort-Impfung in St. Georgen nur ein Teil der 240 Königsfeld zugeordneten Impfungen wahrgenommen wurde. Die Gemeinde hatte sogar 40 Impfungen an Niedereschach abgegeben.

Man müsse für das Impfen werben, die Gefahr einer vierten Welle im Herbst mit der Delta-Variante sei nicht von der Hand zu weisen, so der Bürgermeister. Man könne nur dazu aufrufen, Impfangebote wahrzunehmen. Wenn das Ziel der Herdenimmunisierung erreicht werden soll, müsse man weitere Personen überzeugen.

Bisher 204 Fälle aufgetreten

Die Frage Beate Meiers nach der Zahl der Genesenen konnte Link nicht beantworten. Allerdings seien in Königsfeld bisher 204 Fälle aufgetreten. "Wir können werben wie wir wollen, die große Politik muss Anreize für Geimpfte schaffen", so die Meinung von Matthias Weisser. Es gebe Zugangsberechtigungen, aber es dürfe auch keine Impfpflicht durch die Hintertür geben, entgegnete Link. Jens Hagen wies darauf hin, dass auch Geimpfte das Virus weiterverbreiten können und berichtete, dass sich nur noch sehr wenige Personen testen lassen. Man habe das kommunale Testzentrum deshalb geschlossen, bestätigte Link. Es gebe drei private Alternativen im Herrnhuter Haus, bei der Naturheilpraxis Bayerle und der Klinik am Doniswald. Kommunal könne man kurzfristig etwas organisieren, sollte einer davon ausfallen. Das werde gegebenenfalls dann aber in kleinerem Rahmen, vielleicht im Büro von "Bürger Aktiv", angeboten.

Hans Mack sprach sich für ein Impfangebot in Königsfeld aus und vermutete, dass ein zu üppiges Testangebot die Impfwilligkeit senkt.

Link wies zuletzt noch auf die von einigen geforderten mobilen Lüftungsgeräte für Schulen hin. Die seien "nicht zielführend", normale Raumlüfter würden die Luft nur umwirbeln. Angesichts von 67 000 Klassenzimmern in Baden-Württemberg sei ein fester Einbau, zumal bis zum Jahresende, völlig illusorisch. Stefan Giesel hielt die zur Verfügung gestellten Zuschüsse für Augenwischerei und erklärte, dass es maximal vier Geräte pro Schule geben wird. Auch in Königsfeld werde es sie nicht in jedem Raum geben, sondern nur in solchen, die nicht mechanisch zu lüften seien, so Link. Weisser wies darauf hin, dass wirksame Geräte nicht unter 50 000 Euro zu bekommen seien.

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