Der Gemeinderat Hüfingen beklagt fehlende Absprache seitens der Stadt Donaueschingen. Das Gremium sieht ein erhöhtes Verkehrsaufkommen.
Im Gemeinderat Hüfingen erregte die Diskussion um die ab März gültige neue Verkehrsregelung am Allmendshofener Zubringer die Gemüter.
Amtsleiter Bernd Göggel vom Straßenbauamt im Landratsamt war vor Ort, um die im Konsens mit dem Regierungspräsidium Freiburg und dem Polizeipräsidium Konstanz innerhalb einer Verkehrsschau beschlossene Neuregelung zu präsentieren.
In einem ersten Schritt ist sie als sechsmonatige Testphase angelegt und soll die Leistungsfähigkeit am Verkehrsknotenpunkt Allmendshofener Zubringer in die L171 erhöhen. Am markantesten ist der Wegfall der Linksabbiegespur in Richtung Hüfingen und die geänderte Vorfahrtsberechtigung. Der Straßenverlauf von und zum Zubringer wird zu einer abknickenden Hauptstraße umgestaltet. Im Gegenzug entfällt die Vorfahrtsberechtigung für den aus Richtung Hüfingen auf der L171 kommenden Verkehr.
Sechs Monate Testphase
„Erfahrungsgemäß dauert es sechs Wochen, bis sich das Ganze eingependelt hat“, erklärte Göggel, überzeugt davon, mit der getroffenen Maßnahme die optimale derzeit mögliche Regelung gefunden zu haben. Er verwies darauf, dass der in diesem Bereich vielfach diskutierte Kreisel ebenso wie eine Ampelanlage aus Kostengründen aktuell indiskutabel ist. Unter anderem würde eine solide und notwendige Auffüllung der Böschung den Kostenrahmen bei Weitem sprengen. „Die Umgestaltung schafft Klarheit in der Verkehrsführung, der Verkehr wird langsamer und das Unfallaufkommen geringer“, so Göggel.
Harald Weh (CDU) fand es befremdend, dass die Stadt Donaueschingen im Vorfeld ihrer Zustimmung die ebenfalls von der neuen Verkehrsregelung betroffene Nachbarstadt nicht anhörte. „Die erschwerte Durchfahrt von Hüfingen nach Donaueschingen führt zu einer Mehrbelastung der Hoch – und der Bräunlinger Straße. Eventuell hätte es ausgereicht, nur auf das Linksabbiegen nach Hüfingen zu verzichten“, so Weh. Er plädierte dafür, die Testphase sofort aufzuheben, falls es für Hüfingen dadurch zu großen Störungen kommt.
Rückstau befürchtet
Reinhard Isak (SPD) äußerte starke Bedenken, dass der bereits heute beobachtbare Rückstau nach der Neueröffnung des Edeka-Großhandelsmarkts abnehmen wird. „Es wird beide Städte treffen“, hofft auch er, dass bei anhaltenden Störungen die Verkehrsänderung vor Ablauf der Testphase zurückgenommen wird.
Kerstin Skodell (SPD) verwies darauf, dass auch die Rettungswache in Allmendshofen beim Ausrücken von einem Rückstau betroffen sein könnte. „Donaueschingen geht in Fragen, die den Straßenverkehr betreffen, immer nach einem ähnlichen Schema vor“, erklärte Michael Steinemann (Freies Forum).
„Sie starten ein Projekt ohne nennenswerten Bedarf, um es danach wieder abzuändern“, ärgerte er sich, dass Donaueschingen im Sinne der nachbarschaftlichen Zusammenarbeit Hüfingen im Vorfeld nicht kontaktiert hatte. „Man könnte meinen, es gibt Verkehrs- und keine Ökopunkte. Lassen wir uns überraschen“, ging er in Bezug auf die Menge an Rückstaus von einem Nullsummenspiel aus.
Peter Albert (LBU) kritisierte, dass die Stadtverwaltung nicht in die Planungen einbezogen war, und hofft, dass sich dadurch keine Nachteile für Hüfingen ergeben. „Ansonsten muss es beim Versuch bleiben.“ Architekt Albert Schafbuch nutzte die Bürgerfragen, um seinem Ärger über die mangelhafte Kommunikation Luft zu machen. „Ein solches Thema muss Chefsache zwischen den Bürgermeistern sein.“
Sechs Monate Änderung
Verkehrsführung:
In der ersten Märzwoche wird auf die Änderung der Verkehrsführung an der Einmündung Zubringer Allmendshofen in die L171 mit gelben Straßenmarkierungen, Blinkleuchten und einer entsprechenden Beschilderung umfassend hingewiesen. Die Änderung ist vorerst für die kommenden sechs Monate vorgesehen. Hüfingens Gemeinderäte äußern Kritik.