Durch die Transportchlorung soll das Risiko einer Verkeimung in den Leitungen ausgeschlossen werden.
Einstimmig hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Beschaffung einer neuen Anlage der Firma Innowatech zur Transportchlorung des Trinkwassers für die Gesamtgemeinde im Kappeler Hochbehälter Mailänder in Höhe von 36 290 Euro für die Anlage und 6370 Euro für die Installation genehmigt.
Über die Hintergründe zur Notwendigkeit der Beschaffung informierte in der Ortschaftsratssitzung in Kappel, Ortsbaumeister Hartmut Stern. Demnach betreibe die Gemeinde Niedereschach zur eigenständigen Versorgung ihrer Bürger mehrere Brunnen und Hochbehälter.
Den Ortsteil Kappel betreffend liefere auch dort ein Tiefbrunnen das qualitativ gute Trinkwasser. Einziger Nachteil sei der Arsengehalt und manchmal eine gewisse Trübung, was bei Tiefbrunnen nach Starkregen normal sei.
Im Hochbehälter gefiltert
Dieses Trinkwasser, auch die enthaltenen Arsenanteile werden im Hochbehälter Mailänder gefiltert und danach mit einer Transportchlorung versehen, um das Risiko einer Verkeimung beim anschließenden Transport über den Netzverbund auszuschließen, denn das Trinkwasser werde dabei teils über lange Leitungswege und diverse Hochbehälter bis zu den Verbrauchern transportiert.
Diese Transportchlorung sei mittels der bisherigen Chlorbleichlauge allerdings ein veralteter Standard, nicht ganz unproblematisch in der Anwendung und auch nicht einfach zu dosieren. Diese Dosieranlage sei nun defekt und könne auch nicht mehr repariert werden.
Von Chlorbleichlauge wegkommen
Die Überlegung sei nun gewesen, von dieser Chlorbleichlauge wegzukommen und im Hochbehälter Kappel ein neueres, zeitgemäßes Verfahren der Transportchlorung zu installieren.
Kurzfristig sei deshalb ein Termin mit der Firma Innowatech GmbH in Empfingen vereinbart und im Wasserwerk Egelstal bei Empfingen eine Anlage besichtigt worden, welche zur Wasseraufbereitung keine Chlorbleichlauge mehr benötigt. Vor Ort habe man sich von der Funktion der Anlage überzeugen können und sich vom Wassermeister des Zweckverbandes Nordstetter Wasserversorgung die Anlage erklären lassen. Die neue Anlagentechnik stellt mittels Membranzellenektrolyse aus Kochsalztabletten und Trinkwasser eine pH-neutrale Natriumhypochlorit-Lösung her, welche das bisher zur Desinfektion eingesetzte Chlordioxid, beziehungsweise die Chlorbleichlauge ersetzt.