Ein einziges Tor reicht der SG Empfingen, um vor 350 Zuschauern das Spitzenspiel gegen den VfL Nagold zu gewinnen. Die Querlatte verhindert in der 67. Minute den Ausgleich.
VfL Nagold – SG Empfingen 0:1 (0:1). Zweites Spiel, erste Niederlage: Nach acht Minuten Nachspielzeit war das 0:1 des VfL Nagold gegen die SG Empfingen in der Fußball-Landesliga amtlich. Vergeblich hatten die Platzherren versucht, das Empfinger Bollwerk vor dem starken Torhüter Kevin Fritz zu knacken. Es wollte einfach nicht gelingen und als die Schuon-Elf dann doch einmal aussichtsreich durch war, verhinderte die Querlatte (67.) den Ausgleich. Am Ende blieb VfL-Trainer Marcel Schoun nichts anderes übrig als festzustellen: „Die haben das heute mit viel Körperlichkeit ganz clever gemacht.“
Spieleröffnung zu langsam
Die SG Empfingen war unter dem Strich lauf- und einsatzfreudiger, ging aggressiver in die Zweikämpfe und war defensiv mit Dennis Rebmann, Timo Theurer, Andrej Schlecht und Matthias Stüber megapräsent. Schuon hat mit der Hereinnahme von Nico Graf (Innenverteidigung), Perparim Halimi (Viererkette) und Elias Bürkle (hinter den Spitzen) seine Elf gleich auf drei Positionen umgestellt. Fabian Mücke, Matthias Rauser, Tom Gutekunst, Jonny Rothfuß und Marius Hogg mussten auf der Bank Platz nehmen. „Wir haben einen großen Kader, die Jungs wollen alle spielen“, begründete Schuon die Umstellungen. Unter dem Strich dürfte er damit nicht ganz glücklich gewesen sein, wobei sich vor allem der Ausfall von Johannes Fleischle negativ bemerkbar machte: „Ja, Johannes geht auch in die Tiefe, kommt hinter die Ketten, ist im gegnerischen Strafraum präsent.“ Ruben Cinar war davon weit entfernt, Burak Tastan permanent zu Defensivarbeit gezwungen, an Elias Bürkle lief das Spiel phasenweise regelrecht vorbei – auch weil der VfL bei der Spieleröffnung angefangen bei Torhüter Luca Lauxmann viel zu langsam war und teils überaus schlampig agierte. Dazu fehlte das Spielglück. „Die 50:50-Situationen gingen alle an die Roten“, musste Schuon frustriert feststellen. Bei den zweiten Bälle war das Verhältnis noch negativer.
Offensiv kommt zu wenig
Und das, obwohl die Gäste bereits nach fünf Minuten Robin Schüssler für Nico Rebmann tauschen musste. Auf zwei Halbchancen durch Niklas Watzl (11.) und Elias Bürkle (13.) folgte das 1:0 durch Pascal Schoch, der bei einem Kopfball Nico Graf alt aussehen ließ. Die SG Empfingen wirkte entschlossener, was kurz darauf an einem Fallrückzieher von Dennis Rebmann zu erkennen war. Die Pausenführung war verdient, vom VfL kam offensiv einfach zu wenig, weil Timo Theurer Niklas Watzl und Dennis Rebmann Karypidis Panagiotis weitgehend abmelden konnten. Dazu performten Sandro Mihic und Robin Schüssler vor der Empfinger Viererkette und vorne mussten die Nagolder Abwehr permanent auf Pascal Schoch, Philipp Kress und Denis Bozicevic aufpassen.Ab der 85. Minute musste der VfL nach einer Gelb/Roten Karte gegen Burak Tastan in Unterzahl auf den Ausgleich drücken. „Da müssen wir die Konterchancen zum 2:0 nutzen“, bemängelte der ehemalige Nagolder Matthias Müller, der im SGE-Tor Kevin Fritz den Vortritt lassen musste. Der wehrte in der 89. Minute noch einen Schussversuch zur Ecke, kurz danach unterstrich Theurer seine gute Verfassung, als er in der Nachspielzeit Karypidis einfach ablief. Marcel Schuon (Trainer VfL Nagold): „So läuft Fußball. Heute wäre es mir lieber gewesen, wir hätten in Reutlingen nur fünf Tore erzielt und drei für die SG Empfingen aufgehoben. Die haben das aber auch clever gemacht. Wenn du es immer wieder versuchst und kommst nicht durch und dann steht auch noch die Latte im Weg, kann man schon verzweifeln.“
VfL Nagold: Luca Lauxmann, Nico Graf (52. Fabian Mücke), Marc Rück, Frederic Fleischle, Ruben Cinar (81. Tom Gutekunst), Burak Tastan, Jan Beifuß (61. Matthias Rebmann), Panagiodis Karypidis, Perparim Halimi (74. Jonny Rothfuß), Niklas Watzl, Elias Bürkle. Tor: 0:1 (20.) Pascal Schoch. Schiedsrichter: David Modro, Benedikt Keß, Dejan Jovanovic. Zuschauer: 350.