Vladan Lipovina und seine Rückraum-Kollegen kamen gegen die Füchse Berlin kaum zum Zug. Foto: Kara

Handball: Füchse zeigen Bürkle-Team Grenzen auf. Gastgeber kommen in der Offensive kaum Fuß auf den Boden.

Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten bleibt in der Balinger Sparkassen-Arena weiter sieglos. Am Sonntag unterlagen die Schwaben den Füchsen Berlin zu Hause deutlich mit 19:28 (8:13). Dabei bekamen die Gastgeber in der Offensive kaum einen Fuß auf den Boden. Erst als die Partie nach einem Treffer von Marko Kopljar zum 25:12 für die Gäste in der 54. Minute bereits entschieden war, durfte der HBW noch etwas ran und gestaltete das Ergebnis mit einem 8:3-Lauf zum 19:28 noch einigermäßig erträglich.

Für den HBW war es die dritte Niederlage, für Berlin der siebte Sieg in Folge. "Die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Dass wir gegen eine Berliner Mannschaft laufen, die momentan richtig gut spielt, war uns bewusst. Bis zum 6:8 war es okay, danach hat man in manchem Situationen gemerkt, dass wir noch etwas grün hinter den Ohren sind", sagte HBW-Trainer Jens Bürkle.

In der Abwehr zeigte sich seine Mannschaft im Vergleich zu den jüngsten Niederlagen gegen Magdeburg (26:39) und in Wetzlar (26:36) verbessert. Auch Keeper Mike Jensen, der seinen Vertrag beim HBW nicht verlängert und nach der Saison angeblich zum SC Magdeburg abwandert – er selbst kommentierte die Gerüchte im Sky-Interview mit "vielleicht" – bekam im ersten Abschnitt immer wieder etwas zu fassen. Jedoch taten sich die Gastgeber gegen eine solide Berliner Deckung immens schwer. Mal scheiterten sie am gegnerischen Block, mal verdaddelten sie die Kugel unnötig. Und so legte der favorisierte Tabellenvierte aus Berlin bis zu einem Treffer von Fabian Wiede in der achten Minute auf 4:1 vor. Das Bürkle-Team aber nahm nun den Rhythmus auf, Lukas Saueressig wackelte die Füchse-Verteidigung aus, netzte zum 3:5 ein, anschließend verpasste Marcel Niemeyer gegen Dejan Miloslavljevic das 4:5 (11.).

Obwohl die Gäste den Ton angaben, blieb Balingen-Weilstetten dran. In der 24. Minute gelang Tobias Heinzelmann das 8:10. In der Schlussphase des ersten Abschnitts aber ließ der HBW vorne wieder zu viel liegen. Die Füchse bedankten sich und konterten sich bis zur Pause einen 13:8-Vorsprung heraus.

In der zweiten Hälfte mussten die Hausherren schnell abreißen lassen, weil sie sich im Angriff einfach zu harmlos präsentierten. Als Tim Matthes mit einem Doppelpack auf 18:11 für Berlin erhöhte hatte (41.), war die Sache gelaufen, und spätestens nach Kolpljars 25:12 (54.) war Berlin in Feierlaune. "Wir hatten nicht den Geist, das Spiel zu gewinnen. Wir müssen das besser machen", sagte HBW-Keeper Jensen mit Blick auf das letzten Spiel des Jahres 2020 am kommenden Mittwoch – dann steht das Vier-Punkte-Duell bei der HSG Nordhorn-Lingen (18 Uhr, Emsland-Arena) an.

HBW Balingen-Weilstetten:Jensen, Ruminsky, Bozic ; Zobel, Niemeyer (1), Lipovina (2), Kirveliavicius, Thomann (1), Nothdurft (1), Grétarsson (2/2), Diebel (2), Schoch (4) Zintel (1), Saueressig (3), Heinzelmann (1), Strosack (1). Füchse Berlin: Miloslavljev, Genz; Ernst (2), Wiede (2), Holm (6), Gojun, Andersson, Lindberg (3/2), Michalczik (2), Matthes (2), Kopljar (2), Vujovic (1), Koch (1), Marsenic (5), Drux (2), Nowak.

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