Bald schon könnten die geflüchteten Jugendlichen eine Ausbildung beginnen. Foto: Boris Zerwann/Zerbor – stock.adobe.com

Die insgesamt neun unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die letztes Jahr in Thanheim untergebracht waren, stehen kurz vor ihrer Ausbildung. In einer Jugendwohngemeinschaft des Diasporahauses Bietenhausen haben sie Selbstständigkeit gelernt.

Es war nur eine Übergangslösung: Insgesamt neun unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) hatte das Jugendamt des Zollernalbkreises von Mitte August 2023 bis Mitte Dezember 2023 in der Pension „Zollern“ in Thanheim untergebracht. Ein Jahr später sind einige von ihnen bereits auf dem Weg zu einer Ausbildung und einer eigenen Wohnung, wie der Bereichsleiter des Diasporahauses Micha Haasis auf Nachfrage mitteilt.

 

Die Jugendlichen aus Guinea, Kamerun, der Elfenbeinküste, Afghanistan und der Türkei konnten nach ihrer vorübergehenden Unterbringung in der Pension in eine Jugendwohngemeinschaft des Diasporahauses Bietenhausen wechseln, nachdem die letzte Einrichtung im September vergangenen Jahres aufgebaut worden war. Insgesamt sechs Jugendwohngemeinschaften in Ebingen, Tailfingen, Schömberg, Rangendingen, Haigerloch und Hechingen nehmen junge Flüchtlinge ab 16 Jahren auf. Bevor die Jugendlichen das für einen Schulabschluss erforderliche Sprachniveau A2 / B1 erreichen, verlaufe die Kommunikation durchaus etwas holprig: „Am Anfang müssen wir mit dem Google-Übersetzer und mit Händen und Füßen arbeiten“, erzählt Micha Haasis vom Alltag in den Gemeinschaften.

Geflüchtete sollen ein eigenständiges Leben führen

Während die Betreuer zunächst noch beim Kochen unterstützen und die Jugendlichen zu Arztbesuchen oder Behördengängen begleiten, integrieren sich die jungen Flüchtlinge schnell, so Haasis. Denn: „Unsere Jugendlichen wollen hier alle etwas bewegen. Sie sollen ein eigenständiges Leben führen können.“

Zahlen unbegleiteter minderjähriger Ausländer sind rückläufig

Auch die neun Minderjährigen aus Thanheim würden sich auf große Selbstständigkeit zubewegen; alle Jugendlichen besuchen eine Schule. Viele der UMA in den Jugendwohngemeinschaften würden außerdem arbeiten, einige betätigten sich in einem Sportverein.

Aber: „Wir haben schon lange keine Aufnahme mehr gehabt“, Haasis verzeichnet demnach rückläufige Zahlen unbegleiteter minderjähriger Ausländer.