Benzingeruch aus einem Kesselwagen auf der Rheintalbahn mitten in Rheinweiler löste gestern nach 13 Uhr Großalarm für die Feuerwehren aus.
Nach eingehender Prüfung wurde deutlich, dass keine unmittelbare Gefahr für die Anwohner bestanden hatte.
Gesamtkommandant Manuel Hummel hatte beim Alarmstichwort „ABC Gefahrstoff“ umgehend Großalarm ausgelöst und über die Kreisgrenze hinweg den Gefahrgutzug der Feuerwehr Müllheim wie auch Fachkräfte der Feuerwehren aus Lörrach und Weil am Rhein zur Unterstützung angefordert.
Vor Ort gingen zuerst Einsatzkräfte unter Atemschutz zur Austrittsstelle an einem Waggon vor, stellten dann anhand der UN-Beschilderung fest, dass es sich um ausgasendes Benzin in geringer Menge handeln muss, als Flüssigkeit trat der Kraftstoff nicht aus.
Die Kräfte des Gefahrgutzuges aus Müllheim kontrollierten die Armatur, aus der der Geruch wahrgenommen wurde. Es handelte sich dabei um eine Überdruckanlage, an der bei Druckanstieg gasförmiges Benzin in geringen Mengen austreten kann.
Sicherheitshalber wurden um den Waggon Messgeräte aufgebaut, um sicherzugehen, dass keine größeren Mengen unbemerkt austreten konnten. Während dessen hatte Kommandant Hummel auch den Notfallmanager der Deutschen Bahn an die Einsatzstelle beordert.
Anwohner waren nicht in Gefahr
In Absprache mit den Fachkräften des Gefahrgutzugs zeichnetet sich schnell ab, dass die geringe Austrittsmenge zu keiner Zeit eine Gefahr für die Anwohner darstellte und deshalb auch niemand evakuiert werden musste.
Um den Überdruck in dem Kesselwaggon abzubauen, wurde später über das Drehleiterfahrzeug der Kessel mit Wasser abgekühlt, die angrenzenden Straßen, die im Zuge des Einsatzes für den Verkehr durch die Bundespolizei gesperrt wurden, nach etwa zwei Stunden freigegeben.
Der Güterzug war, das konnte Hummel in Erfahrung bringen, bereits seit dem 29. April mitten im Ort „geparkt“ worden. Der Zug bestand aus 21 Kesselwagen, die jeweils mit etwa 70.000 Liter Benzin befüllt sind.
Bahn entscheidet über Abtransport
In den späten Nachmittagsstunden soll noch ein Havariemanager der Bahn vor Ort kommen und über einen möglichen Abtransport entscheiden. Die Feuerwehr Bad Bellingen übernahm die weitere Kontrolle.
Die regionale Führungsgruppe der Feuerwehren, die verschiedenen Facheinheiten für Gefahrgut – insgesamt waren 64 Feuerwehrleute, drei Kräfte des Rettungsdienstes und sechs Bundespolizisten im Einsatz – konnten am späten Nachmittag nach und nach abrücken.