Die beiden Wanderer Heidi und Norbert Eisenblätter aus Kressbronn kommen gerade aus der Wutachschlucht und informieren sich beim Kiosk an der Wutachmühle über die Besonderheiten dieses Naturschutzgebiets. Foto: Lutz

Bei den Wanderwegen im Raum Hüfingen und Blumberg hat sich die Situation nach den schweren Regenfällen und dem Hochwasser im Achdorfer Tal wieder spürbar entspannt. Das gilt auch für die ­ Gauchachschlucht, in der es am 8. Juli zu einem Baumsturz auf dem viel begangenen Weg von der Wutachmühle zur Burgmühle gekommen war.

Hüfingen/Blumberg - Der umgestürzte Baum in der Gauchachschlucht liegt immer noch, der Wanderweg vom Kanadiersteg zur Burgmühle ist weiterhin begehbar, es sei jedoch absolute Trittsicherheit nötig, sagte Sabine Jerg von der Burgmühle.

Die anderen Wanderwege auf Hüfinger Gemarkung sind gut begehbar, machte Susanne Bucher, Leiterin des Tourismus- und Kulturamts, deutlich. Das betreffe auch den beliebten Genießerpfad vom Wanderparkplatz in Mundelfingen über die obere ­Gauchachschlucht zur Burgmühle und Lochmühle oder den Rundweg auf dem Fürstenberg. Für die Sicherheit seien aber drei Voraussetzungen wichtig: gute Schuhe, bei Bedarf auch Wanderstöcke und genügend zu trinken, betont die Amtsleiterin.

Von der Bergwacht hätten sie nach Einsätzen bei heißem Wetter mehrfach die Rückmeldung erhalten, dass Wanderer zum Teil zu wenig zum Trinken dabei gehabt hätten. Absolut sicher sei der Brigo Pfad, der drei Kilometer lange Rundwanderweg rund um das Römerbad.

Hartgesottene Wanderer lassen sich nicht abhalten

Ein bisschen anders sieht es im der benachbaren Raumschaft Blumberg aus. Einige Wanderwege sind derzeit mit etwas Vorsicht zu begehen, aber Geübte können doch etliche Wege wie den beliebten Schluchtensteig mit der Himmelsleiter zu den Schleifenbachwasserfällen bewältigen. Das macht Revierleiter Wolfgang Schelb deutlich, durch dessen Revier Achdorf/Riedböhringen mit dem Eichberg und Buchberg ein Großteil der Wanderwege führt.

Der Schluchtensteig war selbst am Ende der Woche mit dem Starkregen samt Hochwasser im Achdorfer Tal zu begehen, Revierleiter Schelb ging den Schluchten­steig mit dem Zugang zu den Schleifenbachwasserfällen als Schlüsselstelle persönlich ab und stellte fest: "Der Schluchtensteigweg ist begehbar von Blumberg nach Achdorf – allerdings rutschig."

Hartgesottene Wanderer hielt das schlechte und nasse Wetter nicht von ihren Zielen ab. Wie Helmut Falkner und sein Sohn Lennart Falkner aus dem Münsterland. Wegen Corona hatten sie voriges ihren Urlaub in Deutschland verbracht und waren den Hermannsweg gegangen, der über den Kamm des Teutoburger Waldes führt und zu den schönsten Höhenwegen Deutschlands zählt. "Das hat uns so gut gefallen, da haben wir für dieses Jahr eine neue Tour ausgesucht." Im Internet stießen Vater und Sohn auf den Schluchtensteig und fanden Gefallen. Und so lief die Route: Gestartet in Stühlingen, ging es nach der ersten Tagesetappe mit Übernachtung in Blumberg weiter in Richtung der Schattenmühle.

Krottenbachweg nicht begehbar

Ein gerne begangener Wanderweg im Raum Blumberg ist zurzeit allerdings nicht begehbar: der Krottenbachweg, der von Achdorf über den Scheffheu nach Eschach und von dort auf den Eichbergstutz und wieder zurück nach Achdorf fährt. "Im Scheffheu ist der Pfad schon länger zu", schildert Schelb, "sie konnten mit dem Schlepper nicht fahren, weil es zu nass ist". Dort seien sumpfige Lagen, da sinke das Fahrzeug einen halben Meter tief ein. Dort sei Landeswald, das geht noch Wochen, bis man da fahren kann", entsprechend länger wird die Sperrung dauern. Eine Alternative zum Weg über den Scheffheu ist, von Achdorf zu Fuß über den Milchweg bis Eschach und von dort auch dann weiter auf dem Krottenbachweg.

Wolfgang Schelb ist in seinem Revier mit den vielen Hand und Steillagen viel unterwegs. "Ich habe 70 Kilometer Wege". Im Mai seien sie alle Strecken abgegangen, aber jetzt benötige er wegen der Gesamtlage für das Abgehen der wichtigsten Strecken noch längere Zeit.

Revierleiter Wolfgang Schelb stellt fest, dass die Wanderer bei schlechtem Wetter meist vernünftig sind: "Es sind schon Wanderer unterwegs, die kamen den Gampen runter, sie sind nicht die andere Strecke gegangen, weil es so glitschig ist." Dennoch richtet der erfahrene Förster einen Appell an Naturfreunde und Wanderer. Bei nassem Wetter sollte man keine Wege begehen, bei denen auf eine Schlechtwetter-Variante hingewiesen wird. Auch diese Woche soll es regnen.

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