Meistens schlagen die Einbrecher bei Einbruch der Dunkelheit zu. (Symbolfoto) Foto: Silvia Marks/dpa

Der Winter gilt als Einbruchszeit. Die Polizei rät zur Vorsicht in den dunklen Monaten. Doch wie oft kommen Wohnungseinbrüche tatsächlich vor? Wir haben uns die Zahlen genauer angeschaut.

Die Herbst- und Winterzeit gilt als Zeit der Einbrüche: Statistisch gesehen wird während der dunklen Monate deutlich häufiger in Wohnungen eingebrochen als im Sommer.

 

Auch die Polizei rät aktuell zur Vorsicht und weist darauf hin, Haus- und Wohnungstüren verschlossen zu lassen. Doch wie groß ist das Risiko wirklich und wie häufig wird tatsächlich in der Region eingebrochen?

Unsere Redaktion hat die Einbruchzahlen der vergangenen fünf Jahre analysiert: Wie sicher ist Ihr Wohnort? Das können Sie in unserer interaktiven Karte herausfinden.

Eingebrochen wird das ganze Jahr über, in den Wintermonaten jedoch häufiger. „Meistens schlagen die Täter bei Einbruch der Dunkelheit zu, also am frühen Abend“, sagt der Rüdiger Schaupp, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Offenburg. Denn: „Im Schutz der Dunkelheit sinkt die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden.“

Viele Einbrüche in Städten mit Nähe zur Autobahn

Am meisten sind die größeren Städte mit Anschluss an das Fernstraßennetz betroffen. Städte wie Villingen-Schwenningen, Bad Dürrheim, Donaueschingen und Rottweil zeigen aufgrund der Nähe zur Autobahn vergleichsweise hohe Einbruchszahlen.

In den Städten in der Grenzregion zu Frankreich und der Schweiz war die Zahl der Wohnungseinbrüche in den vergangenen fünf Jahren vergleichsweise hoch – davon betroffen sind unter anderem die Städte in den Landkreisen Ortenau und Lörrach.

Gerade in Kehl zeigt sich die Grenznähe deutlich: 2024 hat es hier 62 Wohnungseinbrüche gegeben. Im aktuellen Jahr liegt die Zahl jedoch nur bei rund einem Drittel. „Wir sind davon überzeugt, dass die Grenzkontrollen im Bereich Kehl hier maßgebliche präventive Wirkung entfalten“, sagt Schaupp.

Einbrüche nehmen im Winter insgesamt zu, kommen allerdings insgesamt nicht so häufig vor, wie man vermutet. Insgesamt sind die Einbruchzahlen in den meisten Orten in der Region rückläufig. Das liegt unter anderem auch an den Coronajahren, in denen es Einbrecher schwer hatten.

In diesen Jahren waren die Menschen häufiger zu Hause, die Gelegenheiten zum Einbruch waren seltener. Auch danach sind die Zahlen zwar wieder leicht angestiegen, sind aber noch nicht wieder auf dem Niveau wie vor der Pandemie.

So kann man sich vor Einbrüchen schützen

Wichtig sei laut Tanja Deggelmann, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Konstanz: „Ein Einbruch kann jeden treffen.“ Neben dem materiellen Schaden müssen sich Betroffene auch oft mit psychischen Folgen auseinandersetzen. Das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden sei nach einem Einbruch oft erheblich beeinträchtigt.

Mit nur wenigen Maßnahmen können Haus- und Wohnungsbesitzer es den Einbrechern jedoch erschweren: „Viele Einbrüche können durch richtiges Verhalten und eine adäquate Sicherungstechnik verhindert werden“, heißt es von Seiten der Polizei. Für die Einbrecher sei es wichtig, dass alles möglichst schnell geht. „Leisten Fenster und Türen erheblich Widerstand, geben die Ganoven ihr Vorhaben meist rasch auf.“

Die Polizei rät, Hauseingangstüren auch tagsüber geschlossen zu halten und immer zu prüfen, wer ins Haus will, bevor die Türe geöffnet wird. Die Wohnungstür sollte zweifach abgeschlossen werden, statt sie einfach nur ins Schloss fallen zu lassen. Auch wer nur kurz die Wohnung verlässt, sollte Fenster- und Balkontüren schließen. „Gekippte Fenster und Balkontüren öffnen Einbrecher besonders schnell.“

Bei längerer Abwesenheit, zum Beispiel zur Urlaubszeit, sollte die Wohnung nicht unbewohnt wirken, rät Deggelmann. Man können beispielsweise Nachbarn darum bitten, regelmäßig den Briefkasten zu leeren. Auch könne es gefährlich sein, auf Social Media Urlaubsbilder zu posten. Einbrecher könnten sich dadurch Hinweise auf eine längere Abwesenheit erschließen.

Die Polizei rät, in den dunklen Monaten insgesamt wachsam zu sein: Welche Personen sind im Haus oder auf dem Grundstück unterwegs? Wer etwas Verdächtiges wahrnimmt, sollte sich unverzüglich an die Polizei wenden. Beobachter sollten nie versuchen, die Einbrecher selbst festzuhalten.

Das wird als Wohnungseinbruch gewertet

Unsere Zahlen berufen sich auf alle Fälle, die von der Polizei als Wohnungseinbrüche bearbeitet werden. In Einzelfällen kann es vorkommen, dass später vor Gericht entschieden wird, dass es doch kein Einbruch war.