Zecken können FSME oder Borreliose übertragen – gefährliche Krankheiten. Und so sollte man die kleinen Blutsauger entfernen.
Da sind sie wieder: die kleinen Tierchen. Meist bemerkt man sie erst, wenn es juckt und brennt, unter den Achseln oder an anderen warmen Körperstellen. Zunächst meint man, man sei gestochen worden, doch wenn man automatisch daran kratzt, fühlt es sich völlig anders an. Dann wird es gefährlich. Reste, die im Körper zurückbleiben, können zu gefährlichen Entzündungen oder Krankheiten führen.
In der Regel fängt man sich das Problem bei einem Spaziergang in der Natur ein. Doch wo ist es am gefährlichsten? Wo sind die Brennpunkte im Schwarzwald-Baar-Kreis? „Meine Erfahrung zeigt, überall im Freien können sich Zecken aufhalten. Das kann im Garten sein, in der Wiese und genauso gut im Wald“, sagt Stefany Lambotte, Diplom-Biologin beim Umweltbüro Donaueschingen.
Es gebe auch sogenannte Zecken-Hotspots, also Plätze, an denen es besonders viele gebe. „Sie hängen an den Gräsern, an den Büschen, Zweigen, im Unterholz und warten auf jemanden, der vorbeikommt und hängen sich beispielsweise an die Hose. Sie suchen dann eine warme Stelle am Körper, die ihnen passt, und beißen sich dort fest. Das kann eine ganze Weile dauern, auch mehr als zehn Minuten.“
Dass die Zecken von den Bäumen fallen, sei ein Aberglaube. Sie klettern meist von unten hoch oder können abgestreift werden. Zecken sind gefährlich, weil sie FSME (Hirnhautentzündung) oder Borreliose übertragen können. Deshalb sollte sich jeder, der regelmäßig draußen ist, impfen lassen.
Was sollte man tun, wenn man eine feststeckende Zecke im Körper entdeckt? „Eine festgesaugte Zecke sollte man so schnell wie möglich entfernen, um das Infektionsrisiko zu minimieren“, rät Lisa Prauße von der Rathaus-Apotheke in Donaueschingen. Hierfür gibt es Zeckenzangen, spezielle Pinzetten oder auch Karten, die man unter das Tier schieben und es so herausziehen kann.
Dabei sollte man darauf achten, den Körper einer vollgesaugten Zecke nicht zu quetschen, da man sich sonst infizieren könnte. Danach sollte die Wunde mit einem Wunddesinfektionsmittel behandelt werden. Wenn man kein Instrument zur Hand hat, sollte man trotzdem versuchen, die Zecke zu entfernen. Stefany Lambotte hat auch schon einmal ihre Fingernägel zu Hilfe genommen.
Sehr wichtig sei es, dass der Kopf mit draußen sei, sagt sie. „Wenn nicht, ist der ganze Speichel mit in der Wunde und dann wird es gefährlich. Am Tier sieht man, ob es vollständig ist.“ Wenn man es sich nicht zutraut, die Zecke zu entfernen, sollte man einen Arzt aufsuchen, so Lambotte. Nach dem Entfernen könne man die Zecke für circa 25 Euro ins Labor einschicken und auf Borrelien oder FSME untersuchen lassen, bietet Apothekerin Lisa Prauße an.
Falls man sich nach einem Zeckenstich unsicher ist: Auf welche Symptome sollte man achten und wann sollte man dringend zum Arzt? „Bei einer sich ausbreitenden Rötung, besonders mit zentraler Abblassung, empfiehlt es sich, zeitnah – am nächsten Werktag – einen Arzt aufzusuchen. Eine Untersuchung der Zecke bringt jedoch keinen Mehrwert“, sagt Robin Koch, Arzt in der allgemeinmedizinischen Versorgung.
Hintergrundinformation
Die Zecke:
Zecken gehören zu der Ordnung der Milben. Alle Arten sind blutsaugende Parasiten, die sich von Wirbeltieren, darunter auch Menschen, ernähren. Viele Zeckenarten sind bedeutende Krankheitsüberträger. Weltweit sind etwa 900 Arten bekannt. Mit speziellen Mundwerkzeugen schafft das Tier eine Wunde. Das angesammelte Blut wird anschließend aufgesaugt, dabei schwillt der Körper auf ein Vielfaches seines Gewichts an. Bei uns in der Region ist der Holzbock (Ixodes ricinus) verbreitet. Zunehmend gibt es aber auch invasive Arten wie die Hyalomna-Zecke, die ihre Beute aktiv angreift.