Statt eines geplanten Verlusts von 54.000 Euro konnte Revierleiter Matthias Berger in der Gemeinderatsitzung in Tuningen für das Jahr 2025 ein Plus von 70.278 Euro vermelden.
Gleich zwei Faktoren spielten dem Forst im vergangenen Jahr in die Karten. Der geplante Holzeinschlag lag bei 2027 Festmetern, bedingt durch ein erhöhtes Aufkommen im Bereich der zufälligen Nutzung – also der Aufarbeitung von Sturm und Schadholz – erhöhte sich der Gesamteinschlag auf 3013 Festmeter.
Aber auch ein deutlicher Anstieg der Holzpreise für die qualitativ höherwertigen Hölzer im vierten Quartal verbesserte die Ertragssituation massiv. In der direkten Betrachtung standen den Holzerlösen von 298.000 Euro Erntekosten von 82.000 Euro entgegen.
Wie bereits in den vergangenen drei Jahren stand der jeweils vorsichtigen Planung ein deutlich besseres Ergebnis gegenüber. Und so wurde der Revierförster gebeten, die Planung möglichst positiver darzustellen.
An gültige Preise halten
„Ich kann mich nur an die zum Planungszeitraum gültigen Preise halten, und die zufällige Nutzung ist nicht planbar. Und sollte ich mehr Unvorhersehbares einrechnen und die Gründe treffen nicht ein, dann komme ich dem Gemeinderat gegenüber in Erklärungsnot“, so Revierleiter Matthias Berger.
Das Jahr 2025 war unterm Strich ein relativ nasses Jahr , und der Baumbestand konnte sich flächenmäßig stabilisieren.
Klimawandel bereitet Sorge
Der Klimawandel bereitet dem Forst jedoch weiterhin Sorge, das betrifft auch die schonende Waldbearbeitung. „Vor zehn Jahren konnte man in den Wintermonaten noch bei Minustemperaturen von zehn bis 15 Grad gut arbeiten.“ Heute habe man hier nur noch ganz kurze Phasen. Und bei Plustemperaturen bedeutet das dann auch Schäden durch die tonnenschweren Forstfahrzeuge.
Unterm Strich ist das positive Ergebnis für den Gemeinderat natürlich in Ordnung. „Wir sind froh, dass wir uns nicht über ein hohes Defizit unterhalten müssen“ so Bürgermeister Ralf Pahlow.
In Sachen Ökologie ist das Thema „Biber“ nach wie vor ein dominierender Punkt. Durch die Überarbeitung des Biberleitfadens der Naturschutzbehörden hat der Forst nun deutlich bessere Möglichkeiten, um bei Schäden und drohenden Schäden schneller reagieren zu können.
Schlauer Biber
„Der Biber ist extrem clever, wenn wir heute einen Staudamm reduzieren ist dieser spätestens innerhalb einer Woche wieder aufgebaut und meist noch höher als jetzt“, erklärte der Forstspezialist. Insbesondere im Gewann zur Ortsgrenze nach Schura habe man massive Probleme, und es bestehe die Gefahr, dass die Landesstraße überflutet wird und somit auch ein erhebliches Gefahrenpotenzial besteht. Man wird die Lage im Auge behalten und bei Bedarf reagieren.