Geldspritze von der Stadt: Schopfheim unterstützt den Imkerverein beim Kampf gegen die Asiatische Hornisse mit 3000 Euro.
Sie ist eine ernsthafte Gefahr für die heimischen Bienenvölker und damit auch fürs ökologische Gleichgewicht – die Asiatische Hornisse. Jetzt sagt die Markgrafenstadt dem gefräßigen Eindringling aus Fernost in einer Allianz mit den Imkern und den umliegenden Kommunen den Kampf an.
Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung auf Antrag der CDU-Fraktion, den ehrenamtlichen Einsatz des örtlichen Imkervereins gegen die Asiatische Hornisse mit 3000 Euro zu unterstützen. Und das ist noch nicht alles.
Maulburg, Hausen und Hasel beteiligen sich
„Wir haben auch sonst noch ein bisschen Geld gesammelt“, verkündete ein zufriedener Bürgermeister Dirk Harscher. So beteiligen sich in einer konzertierten Aktion beispielsweise auch die Nachbarkommunen Maulburg, Hausen und Hasel mit jeweils 1000 Euro am Kampf gegen die Hornisse, die hierzulande keine natürlichen Feinde hat und sich deshalb sprunghaft vermehren kann. Die Schopfheimer Teilorte steuern ebenfalls jeweils 500 Euro bei. Und auch die Bürgerstiftung Wiesental lässt sich nicht lumpen – sie macht 2500 Euro für den guten Zweck locker. Somit stehen dem Imkerverein unterm Strich insgesamt 12 000 Euro für seinen Abwehrkampf zur Verfügung. „Das müsste locker reichen“, sagte das Stadtoberhaupt.
Bekämpfung ist in Deutschland Privatsache
Das Geld ist allerdings auch bitter nötig. Denn der Kampf gegen den gefährlichen Eindringling, der nicht nur Jagd auf andere Insekten und sich vor allem über seine Leibspeise, die Bienenvölker, hermacht, sondern damit auch die für die Pflanzenwelt notwendige Bestäubung gefährdet, ist sehr aufwändig – und in Deutschland, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, keine hoheitliche Aufgabe, sondern Privatsache.
Im Grunde genommen könnten sich auch für Städte und Gemeinden zurücklehnen. Dass die Markgrafenstadt dennoch freiwillig den Geldbeutel zückt, ist einem energischen Hilferuf des Imkervereins zu verdanken, der im Herbst des vergangenen Jahres die ökologischen und ökonomischen Gefahren durch die rasante Verbreitung der Schädlinge zum Thema machte und im gleichen Atemzug einen Zuschuss in Höhe von gut 14 000 Euro beantragte, um die nötigen Ausrüstungsgegenstände für den Kampf gegen die Asiatische Hornisse zu besorgen.
Denn der hat es in sich, gleicht er doch dem sprichwörtlichen Kampf gegen Windmühlen, da sich die Spezies sprunghaft vermehrt – und zu allem Überdruss ihre so genannten Sekundärnester in schwer zugänglichen Baumwipfeln in bis zu 30 Metern Höhe versteckt.
Um dem stacheligen Insekt beizukommen, benötigen die Imker deshalb teure Ausrüstung, unter anderem 27 Meter lange Speziallanzen samt Aktivkohle, Schutzausrüstung für die ehrenamtlichen Helfer sowie Akku-Sauger und Akku-Kompressoren.
Mehrere Handvoll Nester beseitigt
Im vergangenen Jahr konnte der Verein zwar mehrere Handvoll Nester beseitigen. Aber das Problem bleibt akut. „Es ploppen immer mehr Nester auf“, warnte Christian Brendlin vom Imkerverein Kleines Wiesental vor einigen Monaten in einer Sitzung des Ortschaftsrats Enkenstein (wir berichteten). Auch deswegen haben die Imkervereine Schopfheim, Wehr, Steinen und Kleines Wiesental eine „Task Force“ gebündelt, um mit vereinten Kräften der Plage besser Herr zu werden.
Bürgermeister Dirk Harscher zeigte sich in der Sitzung des Stadtparlaments denn auch zufrieden, dass die Markgrafenstadt und die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft im Kampf gegen die Asiatische Hornisse an einem Strang ziehen – schließlich macht der invasive Eindringling an Gemarkungsgrenzen ja auch nicht Halt. Er versprach zudem, dass die Stadt die Bevölkerung „zeitnah“ für das Thema „sensibilisieren“ und die dazugehörigen Informationen auf ihrer Homepage „optimieren“ wolle.
Von einem „guten Signal“ für die Imker sprach Sebastian Johannsen, Ortsvorsteher von Raitbach, und bedankte sich bei denen Amtskollegen aus den anderen Teilorten sowie bei den spendablen Nachbargemeinden. Dem Dank schloss sich auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Kuri an und hatte für die Stadtverwaltung sogar ein Lob übrig – „ausnahmsweise“, wie er allerdings betonte.
Info: Wer auf seinem Grundstück – in Schuppen, auf Balkonen oder in Nischen – Nester von Asiatischen Hornissen entdeckt, kann dies auf der einschlägigen Plattform des Landes Baden-Württemberg melden: https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse-melden