Sobald die Temperaturen nachts die Null Grad Grenze überschreiten, gehen die Kröten auf Wanderschaft.   Foto: mmiliman – stock.adobe.com

Der Einsatz der Ehrenamtlichen zahlt sich aus. Früher gab es zwar mehr Kröten, doch liegt die Population in Ehlenbogen seit einigen Jahren wieder konstant bei etwa 1000 Tieren. 

Alpirsbach-Ehlenbogen - Jedes Jahr im Frühling machen sich in Ehlenbogen die Kröten auf den Weg in Richtung Gabrielenweiher, um dort ihren Laich abzulegen. Ein gefährliches Unterfangen, denn zwischen Wald und Gewässer verläuft die Bundesstraße 294.

Autos halten sich nicht an das Tempo-Limit

Damit möglichst wenige Tiere übergefahren werden, stellen Umweltschützer jedes Jahr einen Krötenzaun auf. Es ist die einzige Stelle im Raum Alpirsbach, an der ein Krötenzaun steht. Vor dem Zaun haben die Tierschützer mehrere Eimer im Boden versenkt, in die über Nacht die Kröten hineinfallen. Jeden Morgen werden die Tiere dann gezählt und auf die andere Straßenseite gebracht. Sieben ehrenamtliche Helfer übernehmen diese Aufgabe, jeder an einem Tag der Woche.

Organisiert wird der Einsatz von Ilse Süsser. Selbst kann sie nicht mehr mit anpacken, ihre Knie machen nicht mehr mit. Dementsprechend froh ist sie über die Unterstützung: "Ich habe letztes Jahr einen Aufruf in der Zeitung gemacht, da haben sich einige gemeldet." Süsser vermutet, dass Corona dazu beigetragen hat. "Die Leute hatten Zeit."

Doch der Einsatz der Umweltschützer allein reicht nicht aus. Denn einige Kröten gelangen dennoch über den Zaun oder umgehen diesen. Deshalb weist ein Schild Autofahrer auf die Krötenwanderung hin mit dem Hinweis, langsamer zu fahren. "Leider halten sich die Autofahrer nicht daran", beklagt Süsser. Dabei würde es schon genügen, auf Tempo 50 abzubremsen und die Augen nach den Tieren offen zu halten. Und die Autos sind nicht nur eine Gefahr für die Kröten. Der Verkehr ist auch der Grund, dass keine Kinder oder Jugendlichen ohne Begleitung der Eltern bei der Krötenwanderung helfen dürfen.

Bei Frost und Schnee sind Tiere inaktiv

Noch haben sich die Kröten nicht auf den Weg gemacht. Bei Frost und Schnee sind die Tiere inaktiv. "Doch wenn die ersten wärmeren Nächte kommen und es dann auch noch feucht ist, dann geht es los", erklärt Süsser. Aber auch schon jetzt sind die Umweltschützer im Einsatz. Der Zaun wurde bereits am vergangenen Donnerstag aufgebaut und jeden tag kontrollieren die Helfer die Eimer, ob sich in ihnen schon Kröten tummeln.

Der Einsatz der Ehrenamtlichen zahlt sich aus. Früher hätte es zwar mehr Kröten gegeben, doch in den vergangenen Jahren sei die Größe der Population stabil, ist Süssers Eindruck. So hätten die Helfer in den letzten Jahren stets zwischen 800 und 1100 Tiere gezählt.

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