Bei einer gemeinsamen Gedenkfeier für Walter Trefz wurde die Stele eingeweiht. Foto: Daniel Müller/Nationalpark Schwarzwald

Ein Gedenkort im Herzen des Nationalparks Schwarzwald ehrt den verstorbenen Kniebiser Förster und Naturschützer Walter Trefz – jetzt auch mit einer Stele.

Es gibt Menschen, die Spuren hinterlassen – in der Landschaft, in Gedanken und vor allem in den Herzen der Menschen, die ihnen begegnet sind. Walter Trefz war für viele in der Region genau so ein Mensch.

 

Nach seinem Tod im Jahr 2021 wurde ihm bereits 2023 im Nationalparkgebiet eine Tanne gewidmet. Hochgewachsen, mit zwei Wipfeln – ein beharrliches Original und lebendiges Symbol seiner tiefen Verbundenheit mit der Natur, heißt es in einer Mitteilung des Nationalparks Schwarzwald. Dieser Ort ist für viele bereits zu einem stillen Platz der Erinnerung geworden.

Nun ist diese Erinnerung auch sichtbar: Bei einer kleinen Gedenkfeier stellten der Nationalpark und der Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald gemeinsam mit Trefzs Familie sowie treuen Wegbegleitern eine Stele auf, die an den Naturschützer erinnert – und an das, was er den Menschen zu Lebzeiten mitgegeben hat.

Die Walter-Trefz-Tanne Foto: Daniel Müller/Nationalpark Schwarzwald

„Walter war von Anfang an leidenschaftlicher Befürworter des Nationalparks“, erinnert sich Nationalparkleiterin Britta Böhr, die gemeinsam mit ihm die Gründungszeit erlebt hat. „Seine klaren Positionen als Förster und Naturschützer waren für viele ungewöhnlich, für uns aber ermutigend. Gerade in Zeiten, in denen wir vielen Anfeindungen ausgesetzt waren“.

Susanne Schönberger vom Freundeskreis erinnert Trefz als unbändigen und visionären Menschen, bei dem es keine Kompromisse für die Natur gab. Mit Blick auf die stolze Tanne kommt ihr ein Zitat von ihm in den Kopf: „In Abänderung meines Vorhabens, an meiner letzten Ruhestätte nur Namen, Geburts- und Sterbejahr anzubringen, darf der Zusatz Nationalparkbefürworter angebracht werden. Dazu ein Briefkasten, in den die Rechnungen für die Belastungen eingeworfen werden können. Die Gewinnausschüttung wird der Vogelsang, der Wind in den Bäumen und Kinderlachen sein.“

Förster Walter Trefz in seiner Küche Foto: Burkhard Riegels

Gemeinsam mit seiner Familie entschied man sich für die Inschrift der Stele: „Er konnte mit den Bäumen reden. Sie verstanden ihn – die Menschen nicht immer.“

Im Mittelpunkt der Gedenkfeier im privaten Kreis stand nicht allein die Einweihung der Stele vor Ort, sondern das lebendige Erinnern. Die Weißtanne liegt abseits, etwa 15 Minuten vom Wilden See entfernt. Die gemeinsame Wanderung zum Gedenkort bot Raum für persönliche Worte, Gedanken und Begegnungen.

Die neue Stele Foto: Daniel Müller/Nationalpark Schwarzwald

Mit großer Leidenschaft, Weitblick und einem feinen Gespür für Zusammenhänge habe sich Trefz früh für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen eingesetzt, heißt es weiter in der Mitteilung. Gleichzeitig sei er ein Mensch gewesen, der immer auch das Soziale im Blick hatte – jemand, der zugehört, verbunden und bewegt habe. Neben Tanne und Stele erinnert auch ein Video-Interview im Nationalparkhaus Herrenwies an Walter Trefz.

Pionier und Rebell

Hintergrund
Walter Trefz war fast 30 Jahre Revierförster auf dem Kniebis und setzte sich in seiner Tätigkeit sowie als Kommunalpolitiker für eine naturnahe und ökologisch vertretbare Waldbewirtschaftung ein. Heute bleibe Trefz als Pionier für den Umweltschutz in Baden-Württemberg und rebellischer Umweltaktivist in Erinnerung, der sich jahrzehntelang im BUND und als einer der Ideengeber früh für einen Nationalpark im Nordschwarzwald engagierte, so der Nationalpark. Für sein ökologisches Engagement wurde er 2021 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.