Manfred Merstetter sowie die Musiker Josua und Svea Gayer bei der bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Hauptfriedhof in Lörrach. Foto: Uwe Thomes

Krieg und Terror, Hass und Hetze müsse man entgegentreten. Dazu rief der VdK Lörrach zur Gedenkfeier auf dem Hauptfriedhof auf.

In Abwesenheit von Vertretern der lokalen Politik und Verwaltung hielt Manfred Merstetter, Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Lörrach, in der Einsegnungshalle des Lörracher Hauptfriedhofs am Volkstrauertag vor knapp 20 Anwesenden die Gedenkansprache zum sogenannten „stillen“ staatlichen Feiertag.

 

Nachdenkliche Worte

Offiziell wurde der deutsche Volkstrauertag erstmals Anfang März 1925 begangen – er feierte also in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Stand er zunächst als Gedenktag für die im ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten, so bedeutet er heute doch weitaus mehr als nur eine Reminiszenz an die nationalen Kriegsopfer.

Musikalisch begleitet von Pianist Josua und Sopranistin Svea Gayer, welche die Anwesenden mit dem Lied „One Moment in Time“ einstimmten, begann Merstetter die Gedenkfeier mit persönlichen, nachdenklich stimmenden Worten, und dem Zitat: „Der Klügere gibt nach, aber warum sollen wir den Dummen die Entscheidung überlassen?“

Zu viele davon bestimmten seiner Ansicht nach aktuell die Weltpolitik. Kriege und Terror, Antisemitismus und Rassismus, Hass, Hetze und Diskriminierung: all dem gelte es entgegenzutreten.

In der offiziellen Rede des Sozialverbands VdK ruft dieser deshalb nicht nur zum Geden-ken an die Kriegsopfer überall auf der Welt auf, wobei Merstetter dafür stellvertretend die die Kriegsschauplätze in der Ukraine und in Palästina erwähnte.

Gemeinsam für Solidarität

In Gedanken sei man auch bei den 122 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht seien, bei Menschen, die wegen ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts oder ihrer politischen Einstellung misshandelt und verfolgt werden sowie bei Menschen, deren Leben aufgrund einer Behinderung als nicht lebenswert erachtet werde.

Der Dank des VdK gilt zudem den Menschen, die sich dem allen entgegensetzten, an ihrem Glauben und ihren Werten festhielten und dabei selbst oft ums Leben kamen. „Wir stehen gemeinsam für den demokratischen und sozialen Rechtsstaat, für den Dienst am Nächsten, für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.“

Bestreben nach Frieden

In seinem Schlusswort bedauerte Merstetter, dass sich in Deutschland eine Stimmung breitmache, die dem Bestreben nach Frieden und Solidarität entgegenstehe, was sich seiner Ansicht nach unter anderem in der aktuell mehrheitlichen Befürwortung einer Wehrpflicht manifestiere.

Bei der Kranzniederlegung am Ehrenmal zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnerte Merstetter noch einmal an die Opfer der beiden Weltkriege. Josua und Svea Gayer gaben der Zeremonie mit dem Kameradenlied instrumentalisch den würdigen Rahmen.